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HCI als Insellösung? Klein anfangen und Schritt für Schritt wachsen

Von Robert Meiners*

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Unternehmen haben vielerlei Gründe, weshalb sie ihre IT-Strukturen möglichst ausfallsicher gestalten. Der Bedarf an Ausfallsicherheit ist sicherlich ähnlich vielfältig, wie es Branchen gibt. Darüber hinaus ist er von der individuellen Unternehmensstrategie abhängig.

Eine Hyper-Converged Infrastructure ermöglicht ein komplett integriertes Management – perfekt aufeinander abgestimmt, vollständig verzahnt und resilient.
Eine Hyper-Converged Infrastructure ermöglicht ein komplett integriertes Management – perfekt aufeinander abgestimmt, vollständig verzahnt und resilient.
(Bild: k_yu - stock.adobe.com )

Eines haben aber die meisten Unternehmen gemein: Sie haben eine Achillesferse, und genau dort sind sowohl die Betriebssicherheit als auch die Resilienz besonders wichtig. Die Virtualisierung und das Aufsetzen einer hyperkonvergenten Struktur kann an diesen Stellen im Rechenzentrum durchaus sinnvoll sein.

Mit Failover ist es oft nicht getan

In der Vergangenheit haben Unternehmen ausgefeilte Systeme und Lösungen implementiert, um bei einem potenziellen Ausfall sofort ein Ersatzsystem starten zu können. Ein Failover-Datacenter beispielsweise, zumeist an einem anderen Standort oder zumindest in einem anderen Brandabschnitt, war und ist eine gängige Spielart. Fällt ein Server oder ein Storage-System aus, wird entweder manuell oder besser noch automatisch das Ersatzsystem im Notfall-Datacenter gestartet beziehungsweise aktiviert. Dieses Prinzip mag für das eine oder andere Unternehmen eine (noch) gangbare Lösung sein.

Doch der Name „Failover“ sagt schon aus, dass dies nicht optimal sein kann. Denn der „Fail“ und das anschließende Umswitchen auf Ersatzsysteme ist für zunehmend mehr Unternehmen und vor allem im Zuge der zunehmenden Digitalisierung mit echten kritischen Komponenten nicht mehr tragbar. An dieser Stelle sind hyperkonvergente Systeme, die ohne den „Fail“ und vor allem ohne Umschaltzeiten auf ein Notfall-Rechenzentrum auskommen, eine sinnvolle Lösung.

Achillesfersen im Unternehmen

Dass eine Mailanwendung einmal fünf Minuten nicht funktioniert, mag für viele Unternehmen verkraftbar sein. Dass ein Backup-Speicher für eine Stunde nicht richtig läuft, ist sehr ärgerlich und gehört umgehend gelöst. Aber solange nicht gleichzeitig eine Katastrophe oder ein Ransomware-Angriff stattfindet, wird der eigentliche Betrieb im Unternehmen sehr wahrscheinlich weiterlaufen.

Doch was passiert beispielsweise, wenn bei einem Lebensmittel-Online-Versender ein Storage mit einer kleinen Datenbank ausfällt, der die Konfektionierung für den Versand und die Drucker für die Versand-Label steuert? Selbst wenn das führende ERP-System, der eingebundene Online-Shop und auch die Zulieferkette der Waren noch einwandfrei funktionieren, läuft ganz am Ende der Kette nichts mehr. Genau dort ist eine der Achillesfersen des Unternehmens – an einem Server mit Speicher, der auf den ersten Blick weit unbedeutender als die ERP-, Onlineshop- und Warenwirtschaftssysteme erscheint. In diesem fiktiven Beispiel ist es nicht so, dass dann ein Paket einfach etwas später ausgeliefert werden könnte. Hier geht es um verderbliche Ware, die just in time ausgeliefert werden muss. Hier reicht kein Failover, hier muss Business Continuity auf höchstem Niveau garantiert sein, insbesondere für diesen speziellen Speicher und die angebundenen Anwendungen und Funktionen.

HCI als Insellösung?

Hyperkonvergente Infrastrukturen (HCI) im Datacenter sind natürlich dann optimal, wenn sie vollumfänglich umgesetzt wurden. Erst dann können wirklich alle Benefits hinsichtlich Resilienz, Automatisierung und erleichterter Administration voll ausgeschöpft werden. Aber wie so oft lässt sich ein solcher Switch auf eine komplett andere Strategie nicht einfach mal im gesamten Datacenter umsetzen. Zudem mag es trotz der technologischen Vorteile für manches Unternehmen aus wirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll erscheinen. Kennt man aber seine Achillesferse und ist das wie im Beispiel der Speicher und das dazugehörige Computing, dann kann es sehr wohl sinnvoll sein, genau an dieser Stelle mit der Einführung hyperkonvergenter Strukturen zu beginnen.

Hyperkonvergente Infrastrukturen führen weg von Insellösungen und hin zu einer integrierten Gesamtstruktur. HCI kombiniert gängige Rechenzentrums-Hardware unter Verwendung lokal eingebundener Speicherressourcen mit intelligenter Software zu flexiblen Bausteinen. Diese Bausteine ersetzen traditionelle Infrastrukturen, die aus separaten Servern, Speichernetzwerken und Speicher-Arrays bestehen. HCI vereint den gesamten Stack des Rechenzentrums, einschließlich Speicher, Computing, Speichernetzwerk und Virtualisierung. Komplexe, ältere und teure Infrastrukturen werden durch eine Plattform ersetzt, die auf branchenüblichen Servern läuft und es Unternehmen ermöglicht, klein anzufangen und Schritt für Schritt einen Node nach dem anderen zu wachsen.

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Ein entscheidender Vorteil ergibt sich aus der nativen Skalierungsfähigkeit. Je größer die HCI-Infrastruktur wächst, desto schneller und leistungsfähiger wird das Gesamtsystem automatisch, was strategische Zukunftssicherheit in die HCI-Investition bedeutet. Software, die auf jedem Server-Node läuft, verteilt alle operativen Funktionen über den gesamten Cluster hinweg und sorgt so nicht nur für Performance, sondern insbesondere auch für Belastbarkeit und Resilienz.

Integriertes Management

Die Vorteile bestehen zudem in reduzierten Schnittstellen und der wesentlich höheren Automatisierung sowie der Bereitstellung von Containern. Zusammengefasst: HCI ermöglicht durch den grundlegenden Software-Defined-Architecture-Ansatz ein komplett integriertes Management – perfekt aufeinander abgestimmt, vollständig verzahnt und, besonders wichtig, resilient. Dies bedeutet in Folge einen höchstmöglichen Grad an Ausfallsicherheit.

Das Resümee: Der Online-Händler wie im theoretischen Beispiel braucht sich mit einer hyperkonvergenten Struktur an dieser Stelle seines Datacenters keine Sorgen mehr um die kontinuierliche Einsatzbereitschaft seiner Auslieferung zu machen. Für die Zusammenstellung der Pakete und das Versandlabel ist aus IT-Sicht mit Sicherheit gesorgt. Nun mag es sein, dass im Anschluss bisher weniger wichtige Bereiche im Datacenter zur Achillesferse erkoren werden. Mit der Erfahrung und Ersteinführung von HCI im Versand, hat dieser Online-Händler gemeinsam mit seinem spezialisierten IT-Partner leichtes Spiel, die HCI auf weitere Bereiche im Datacenter auszuweiten.

*Der Autor: Robert Meiners, Business Development und Partner Manager bei MTI Technology

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