Supermicro-Jahresbericht „Data Centers and the Environment“

Nachholbedarf in puncto Umweltbewusstsein und Recycling

| Redakteur: Ulrike Ostler

Die Müllberge wachsen, trotzdem wird gedankenlos entsorgt. Der Energiebedarf wächst, trotzdem wird auf Teufel komm raus gekühlt. Doch geht es auch anders.
Die Müllberge wachsen, trotzdem wird gedankenlos entsorgt. Der Energiebedarf wächst, trotzdem wird auf Teufel komm raus gekühlt. Doch geht es auch anders. (Bild: © jonnysek - stock.adobe.com)

Für den Jahresbericht „Data Centers and the Environment“, den Hardware-Hersteller Supermicro 2019 zum zweiten Mal herausbringt, wurden 5.000 IT-Experten befragt. Die Ergebnisse dokumentieren, dass 88 Prozent der Rechenzentren nicht umweltbewusst arbeiten und ein typisches Unternehmens-Datacenter pro Jahr bis zu 38 Millionen US-Dollar Energiekosten und 350 Tonnen Elektronikabfall einsparen könnte.

Nach Interpretation der Studie hat sich auch in diesem Jahr gezeigt, dass die meisten Rechenzentrumschefs nicht so von grünen Initiativen überzeugt sind, um beim Infrastrukturausbau des Rechenzentrums den Kostenanstieg zu bremsen und die Umwelt zu schonen. Durch die Bank zeigten die Antworten von IT-Experten aus KMU bis zu Großkonzernen, dass für die meisten Unternehmen (86 Prozent) die Umweltauswirkungen der Ausstattung ihrer Rechenzentren keine große Rolle spielen.

Supermicro führt die Umfrage dieses Jahr zum zweiten Mal durch, um einen Lagebericht der Branche zu liefern, die Pläne zum Einkauf von Rechenzentrumstechnik besser zu verstehen und Datacenter-Chefs mit aussagekräftigen Daten zu unterstützen, damit diese ihre Entscheidungen hinsichtlich langfristiger Umweltauswirkungen durch Energieeinsparungen und Verringerung der Elektroschrottmenge besser quantifizieren können.

Die wichtigsten Ergebnisse in Kürze

22 Prozent der Befragten sagten aus, dass „ökologische Gesichtspunkte“ für ihr Unternehmen zu unrentabel seien, um ihnen Priorität einzuräumen. Dies zeugt von einer erheblichen Verständnislücke, was die Rendite von Green-Computing-Lösungen betrifft.

  • Die Chefs von Rechenzentren nannten die Gesamtbetriebskosten und Rendite als wichtigste Erfolgskennzahlen, wobei weniger als 15 Prozent die Aspekte Energieeffizienz, soziale Unternehmensverantwortung oder Umweltverträglichkeit als wichtige Entscheidungskriterien für ihre Standorte angeführt haben.
  • Nahezu neun von zehn Rechenzentren sind nicht auf optimale Energieeffizienz ausgelegt, was jedes Rechenzentrum pro Jahr über 1,4 Millionen US-Dollar kostet (im Landesdurchschnitt):
    Zum einen würden Multinode-Server und höhere Leistungsdichten die Energieanforderungen drastisch verbessern und außerdem Kosten senken. Doch viele Unternehmen betreiben ihre Rechenzentren mit niedrigeren Dichten als nötig. 71 Prozent der Befragten sagten aus, dass die Leistungsdichte in ihrem Rechenzentrum unter 19 Kilowatt pro Rack liegt – mehr als zwei Drittel der Befragten.
    Zum anderen bemühen sich Unternehmen noch immer, die Umgebungstemperatur in den Rechenzentren zu senken, trotz neuartiger Kühlmethoden und neuer Hardware, die höhere Betriebstemperaturen aushält. Dies sei laut Studie eine enorme Verschwendung, da Gerätedesigns mit Freiluftkühlung, die Betriebstemperaturen über 26,5 Grad Celsius unterstützen, Kosteneinsparungen im Rechenzentrum ermöglichen. Und trotzdem ist die Zahl der Unternehmen, die Maßnahmen ergreifen, um die Temperatur ihrer Räumlichkeiten und Server unter 24 Grad zu halten, im Vergleich zu 2018 sogar noch um 13 Prozent gestiegen.
  • Seit 2018 beobachten die Studienmacher einen besorgniserregenden Trend beim vorherrschenden Umgang mit veralteter Server-Hardware im Rechenzentrum. 2019 war die Recycling-Quote für ausgemusterte Hardware über die gesamte Breite rückläufig!
    9 Prozent der größten Konzerne gaben an, dass sie die Hardware gar ohne irgendwelche Abfallverwertung entsorgen.
    Die Anzahl der Unternehmen, die mit einem zertifizierten Recycling-Unternehmen zusammenarbeiten, ist zwischen 2018 und 2019 um 14 Prozent zurückgegangen; die Anzahl der Unternehmen, die nach eigener Aussage ihre Hardware selbst recyceln, ist um 5 Prozent zurückgegangen.
    Noch schlimmer sei, dass ungefähr einer von zehn der größten Konzerne mit der meisten Rechenzentrums-Hardware seine ausgemusterten Geräte im Grunde wegwerfe.

Dabei ist in den USA der Elektroschrott bereits für 2 Prozent des Abfallvolumens und 70 Prozent der Gesamtmenge an giftigen Abfällen verantwortlich.

Ergänzendes zum Thema
 
Über die Studie „Data Centers and the Environment“

Optimierte Erneuerungszyklen für Hardware würden die Menge an Elektronikabfall um über 80 Prozent reduzieren und einen Leistungsgewinn von 15 Prozent bringen, während sich gleichzeitig die Anschaffungskosten um 44 Prozent reduzieren würden. Pro Jahr könnten so potenziell 900.000 Dollar an Kapitalkosten und zwölf Tonnen Elektroschrott eingespart werden.

Ein Lichtblick? Die meisten Unternehmen, rund 35 Prozent, planten 2018 eine Erneuerung ihrer Server-Hardware alle zwei bis drei Jahre. In diesem Jahr aber sprachen sich rund 40 Prozent dafür aus, die Server-Hardware stattdessen alle vier bis fünf Jahre zu erneuern.

Bemühungen bei Supermicro

Charles Liang, President und CEO von Supermicro, fasst zusammen: „Die Ergebnisse der Umfrage 2019 zeigen erneut, dass die Umweltverträglichkeit bei der Auswahl von Technik für das Rechenzentrum in der IT-Branche nur eine untergeordnete Rolle spielt. Wir aber entwickeln unsere Resource-Saving-Architektur kontinuierlich weiter, damit unsere Endkunden sowohl Energie- als auch Hardwarekosten einsparen und gleichzeitig die Umweltbelastung reduzieren können.“

Supermicros „Resource-Saving“-Architektur entkoppelt CPU und Speicher sowie andere Teilsysteme. So lässt sich jede Ressource unabhängig von anderen erneuern.
Supermicros „Resource-Saving“-Architektur entkoppelt CPU und Speicher sowie andere Teilsysteme. So lässt sich jede Ressource unabhängig von anderen erneuern. (Bild: Supermicro)

Die Supermicros Resource-Saving-Architektur entkoppelt CPU und Speicher sowie andere Teilsysteme. So kann jede Ressource unabhängig erneuert werden. Rechenzentren können dadurch Kosten beim Erneuerungszyklus sparen und leisten einen Beitrag zum Umweltschutz.

Werde ein Erneuerungszyklus von zwei bis vier Jahren zugrunde gelegt, seien diese Server im Durchschnitt leistungsstärker, effizienter und kostengünstiger als herkömmliche Kompletttauschmodelle, da Rechenzentren neue und verbesserte Technologien einzeln und gezielt implementieren könnten, so Supermicro.

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