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Storage-Infrastruktur Netapp fokussiert auf Ransomware-Schutz, Cyber-Resilienz und KI-Unterstützung

Von Michael Matzer 6 min Lesedauer

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Auf seiner Anwenderkonferenz NetApp Insight 2024 hat der Storage-Hersteller zahlreiche Neuheiten und Erweiterungen angekündigt. Darunter befinden sich zwei neue Speichersysteme, die ASA-A-Series und FAS 70 und 90. Das gesamte Portfolio wird auf Ransomware-Schutz, Cyber-Resilienz und KI-Unterstützung ausgerichtet.

Alle Netapp-Neuheiten im Überblick. (Bild:  Netapp)
Alle Netapp-Neuheiten im Überblick.
(Bild: Netapp)

Auf der Anwenderkonferenz NetApp Insight 2024 stellten Sandeep Singh, Senior Vice President und General Manager der Enterprise Division, und Jeff Baxter, Vice President der Product Marketing Group, zwei neue Gerätefamilien für Unified Storage vor, also für File-, Block- und Object-Storage.

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Die ASA-Modellreihe sei seit 2023 ein „großer Erfolg“ gewesen, so Singh, und mit drei neuen Modellen würden die ASA-Serie erheblich ausgebaut. „Bisher mussten die Kunden zwischen Einfachheit und Leistung abwägen, weil alle unter einem Mangel an geschulten Mitarbeitern und Fachkenntnissen leiden.“ Doch die neue A-Series aus A70, A90 und A1K soll All-Flash-Leistung im Marktsegment „Midrange-Block-Storage“ erschwinglich machen, indem ihr Preisniveau um 25 bis 50 Prozent unter dem Niveau des Vorgängermodells liegt.

Der ROI soll dank AIOps schneller erfolgen, auch sollen die Betriebskosten (TCO) dank leichter Bedienbarkeit und niedrigen Stromverbrauchs niedriger sein. „Durchschnittlich bietet ein A-Series-Modell doppelt so hohe Leistung wie sein Vorgänger, nämlich bis zu 12 Millionen IOPS“, streicht Singh heraus. Die Latenz liege im Sub-Millisekundenbereich, so dass vor allem Datenbankapplikationen und VMware-Installationen davon profitierten. Mit VMware sei die A-Serie „tief integriert“. Singh sprach von „bis zu 25 Prozent niedrigeren Kosten“ im Vergleich zu VMware-Infrastruktur.

Die „Ransomware Recovery Guarantee“, die durch „Snap Mirror Active Sync“ real umgesetzt wird, soll die Kunden vor Schaden bewahren. Diese Fähigkeit hatte Ontap aber bereits 2023. „Die A-Serie eignet sich ideal zur Modernisierung von Legacy- und Hybrid-Systemen“, so Singh. Die Auslieferung dieser Modelle soll im Oktober 2024 erfolgen. Für hohe Kapazität stünden weiterhin die Modelle der AFF-C-Series und ASA-C-Series zur Verfügung.

FAS 70 und 90

Das neue Hybrid-Storage-Flash-Array FAS70 ist für das Mittelsegment, das Array FAS90 für das obere Marktsegment gedacht. Sie sollen Auto-Tiering-, Backup- und Tresoraufgaben erfüllen, denn sie lassen sich per Air-Gap in einer Ontap-Infrastruktur isolieren. Somit sollen sie sich ideal als Zielsysteme für die Wiederherstellung nach einem Ransomware-Angriff eignen.

Durch einen niedrigen Preis und einfache Handhabung sollen Kunden sie praktisch überall einsetzen können. Die FAS70 sei bis zu 85 Prozent schneller als ihr Vorgänger FAS8300, und die FAS90 sei bis zu 35 Prozent schneller als ihr Vorgänger FAS 9500. Letztere beanspruche bis zu einem Drittel weniger Platz im Rack.

Cloud Volumes von Ontap

Die bestehenden Cloud Volumes Ontap (CVO) erhalten kostenlos zwei Updates: NetApp ONTAP Autonomous Ransomware Protection (ARP) und WORM. Bei bestehenden CVO-Lizenzen entstünden den Kunden keine weiteren Kosten, so dass sie Ransomware-Angriffe abwehren könnten.

Netapp bietet mit Google Cloud NetApp Volumes und Azure NetApp Files zwei native Cloud-Dienste an. Bei den Google Cloud NetApp Volumes wurde die Kapazität der Speicherklassen Premium und Extreme auf 15 TiB beziehungsweise 1 PiB angehoben. Sie lässt sich inkrementell mit je 1 GiB anheben. Durch Auto-Tiering sollen Kunden Kosten sparen können, indem weniger benötigte Dateien automatisch in kostengünstigere Speicherklassen verschoben werden. Bei AWS heißt diese nützliche Funktion „Intelligent Tiering“.

Azure NetApp Files bietet im Auto-Tiering nun die Speicheroption „Cool Access“ an, die ebenfalls sparen helfen soll. Die Verfügbarkeit von Daten soll sich durch regionenübergreifende Replikation verbessern lassen. Der Datenschutz wird ganz einfach durch Replikation erhöht, die über Availability Zones (AZ) hinweg erfolgt.

BlueXP

Mit der grafischen Benutzeroberfläche BlueXP lässt sich nicht nur Ontap-, sondern auch StorageGRID-Infrastruktur einheitlich in einer hybriden Multi-Cloud verwalten. Das jüngste Update soll den Ontap-Upgrade-Vorgang vereinfachen, indem ein Service potentielle Kandidaten identifiziert, die Kompatibilität prüft, Empfehlungen und Vorteile auflistet sowie ausgewählte Updates mithilfe intuitiv bedienbarer Assistenten ausführt. BlueXP umfasse eine Workload-Factory, die die Planung der Migration von VMware zu Amazon Netapp FSX mithilfe des AWS EC2 Advisor erlaube.

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Cyber-Resilienz

Die schon im Januar 2024 als Preview gezeigte automatische Ransomware-Schutzlösung ARP auf Basis von Ontap mit KI-Basis ist nun endlich allgemein verfügbar. Der Schutz wird durch unveränderliche Snapshots realisiert. Die ARP/AI-Lösung überwache Anomalien bei den Workload-Aktivitäten und lerne von Bedrohungen, doch aktive Threat-Intelligence wie etwa von Crowdstrike wird nicht erwähnt. Immerhin wird das Machine-Learning-Modell automatisch aktualisiert. Die SE Labs prüften die Lösung kürzlich und bescheinigten ihr eine 99-prozentige Trefferquote sowie das Fehlen jeglicher „False Positives“.

„Die aktualisierte Ontap-Suite steht alle Kunden zur Verfügung“, sagte Jeff Baxter. Er erwähnte, dass auch der Ransomware-Schutz in BlueXP aktualisiert worden sei. „BlueXP entdeckt einen Ransomware-Angriff und schützt zudem die Compliance, etwa bei PII und Schwachstellen.“ Anomalien im Nutzerverhalten würden mithilfe von User and Entity Behavior Analytics (UEBA) aufgespürt, und „Cloud Insights“ diene der Observability. „BlueXP umfasst jetzt Splunk SIEM für Gegenmaßnahmen und ein SOC-Ökosystem.“ Splunk gehört mittlerweile zu Cisco.

Künstliche Intelligenz

NetApp-CEO George Kurian verkündete die Netapp-Strategie für den boomenden KI-Markt, der laut Gartner Group bis 2027 297,9 Milliarden US-Dollar umfassen soll, wobei auf Generative KI (GenAI) etwa ein Drittel entfällt. Es würde sich also lohnen, in den Aufbau einer vertrauenswürdigen und sicheren Infrastruktur für KI-Workloads zu investieren. Weitere Aspekte sind für Kurian eine leistungsfähige AI-Data-Engine sowie diverse AI-Data-Services für KI. Das entsprechende Betriebssystem ist Ontap.

Netapp plant einen Global Metadata Namespace, damit die hybride Multi-Cloud-Landschaft eines Kunden erfasst, klassifiziert und für KI-Workloads angezapft werden kann. Ein Ökosystem von Partnern spielt bei Erbringung solcher Leistungen eine wesentliche Rolle. Der Partner der Wahl ist im Falle des Global Metadata Namespace eine nicht näher spezifizierte „Nvidia-AI-Software“, die den Namespace nutzen könne, um Retrieval Augmented Generation (RAG) für agentenbasierte KI zu ermöglichen.

Es verwundert daher nicht, dass Ontap für Nvidia DGX SuperPod zertifiziert worden ist, zusätzlich zur Zertifizierung für Nvidia DGX BasePod. Nun ist Ontap laut Kurian in der Lage, Large Language Models (LLMs) auf einer AFF-A90-Infrastruktur auszuführen.

Mithilfe einer direkten KI-Daten-Pipeline soll Ontap künftig in der Lage sein, unstrukturierte Daten ohne Umwege einer KI-App bereitzustellen und regelmäßig inkrementelle Updates der KI-Datenmenge eines Kunden hinzuzufügen. Dabei würden die Daten automatisch klassifiziert und anonymisiert, so dass sie leicht als Vektor-Einbettungen genutzt und aus einer Vektor-Datenbank abgerufen werden könnten. Diese Datenbank befinde sich im Ontap-Datenmodell. Auf ihr könnten semantische Suchvorgänge und RAG-basierte Inferenzläufe ausgeführt werden.

Eine disaggregierte Speicherarchitektur (Disaggregated Storage Architecture, DSA) soll es dem Kunden erlauben, sämtliche Netapp-Speicherressourcen vorteilhaft auszunutzen. Die Netzwerkkapazität werde ebenso wie die Flash-Geschwindigkeit ausgeschöpft, so dass die Infrastrukturkosten gesenkt würden. Zweck sei es, die DSA für Workloads wie das Training von KI-Daten zu optimieren. Die DSA soll laut Kurian ein integraler Bestandteil von Ontap werden.

Cloud-Dienste für KI

Die oben genannten Cloud-Dienste sollen KI-relevante Erweiterungen erhalten. Eine „integrierte und zentralisierte Datenplattform“ soll Daten erfassen, erkunden und katalogisieren. Das sind Funktionen, die bislang in Cloud-Data-Plattformen wie Databricks oder Snowflake zu finden sind. Konsequenterweise integriert Netapp seine Cloud-Dienste mit Data Warehouses und entwickelt Datenverarbeitungsprozesse, um „Daten zu visualisieren, aufzubereiten und umzuwandeln“. Die aufbereiteten Datenmengen ließen sich dann auf sichere Weise mit anderen Nutzern teilen und mit den KI-Diensten der Cloud Provider oder Dritten verarbeiten. Geplant ist, dass Nutzer von Google Cloud NetApp Volumes diese zusammen mit Google BigQuery und Vertex AI als Datenspeicher verwenden können.

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Partner-Kooperationen

In seinem Partnerökosystem vermeldet Netapp drei Neuigkeiten. Domino Data Labs würden nun die Amazon FSx for NetApp ONTAP verwenden, um Machine Learning zu fördern. Im Gegenzug kündigt Netapp an, Dominos MLOps-Plattform direkt in das Betriebssystem Ontap zu integrieren.

Der im Mai 2024 angekündigte Netapp AIPod for Nvidia OVX, den Netapp mit Lenovo zusammen anbietet, ist endlich als konvergierte Infrastruktur (HCI) verfügbar. Diese Hochleistungsmaschine ist für RAG-Zwecke und generative KI geeignet. RAG soll auch ein Anwendungsfall für Netapp FlexPod AI sein, eine große Maschine, die Netapp zusammen mit Cisco (Netzwerk und Rechenleistung) anbietet, um GenAI-Modelle zu unterstützen.

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