Auf der jüngsten TechLive-Konferenz der A3-Agentur stellten die Storage-Anbieter Hammerspace, Nebulon und MT-C S.A. ihre Neuheiten vor. Ein Vertreter der SCSI Trade Association (STA), einem Teil des SNIA Forums, präsentierte die Roadmap für die Schnittstellen SAS und SATA. Die rund 20 Pressevertreter verließen die Veranstaltung mit interessanten Informationen und Antworten.
Auf der A3-TechLive-Konferenz päsentierten Hammerspace, Nebulon und Nodium ihre Neuheiten.
Hammerspace orchestriert mit seiner Storage-Software globale Dateitransfers. Die jüngste Ankündigung betrifft eine Referenzarchitektur für die Realisierung von Large Language Models (LLMs) in Hyperscale-Umgebungen, die eine der Voraussetzungen für den Einsatz generativer KI sind. Je mehr Daten für das Training des LLM zur Verfügung stehen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit für Vorurteile und desto höher die Zuverlässigkeit der Aus- und Vorhersagen des Modells. Der Vorteil des parallelisierten GPFS von Hammerspace: Es kann global verteilte Datenquellen anzapfen und in eine performante, abgesicherte Datenpipeline einbinden. Es werden also vorhandene Strukturen genutzt.
Der GPFS-Client ist ein parallelisierter NFS4.2-Client, der in Linux integriert ist. Dabei nutzt er Hammerspaces Beitrag der „FlexFiles“ innerhalb einer Linux-Distribution. Dieser Ansatz erlaube vorhandenen Linux-Server-Clients einen direkten, leistungsfähigen Datenzugriff mithilfe von Hammerspaces GPFS. Weil im KI-Training viele Prozesse oder Nodes zugleich auf die gleichen Daten zugriffen, sei dieser GPFS-Ansatz entscheidend für die Leistung des Trainingsvorgangs, denn so ließen sich Flaschenhälse vermeiden und die Gesamtleistung des Systems fehlertolerant steigern: Client-Server, GPUs, Netzwerk und Datenspeicher-Nodes.
Einer der Mitbewerber in diesem Feld sei Lustre, sagten Systemingenieur Mark Lucas und Vertriebsleiter Ryan Taylor während ihrer Präsentation. Drei Partner stellten sie ebenfalls vor: Snowflake für Cloud-Installationen, Pure Storage und Databricks für On-Premises-Umgebungen. Diese seien für GenAI beziehungsweise Cloud-Analytics geeignet. Zu den Kunden zählen unter anderem Epic Games und Netflix. „Wir wachsen schnell und müssen unseren Personalstamm in kürzester Zeit verdreifachen“, so Taylor.
MT-C S.A.
Die belgische Privatfirma MT-C S.A. aus Lüttich beschäftigt derzeit zehn Mitarbeiter, die einen Jahresumsatz von etwa einer Million Euro erwirtschaften. Diese Angaben machte CEO Valéry Guilleaume, der seine Archivierungslösung Nodeum als „Data Management Software for Hybrid Storage“ vorstellte. Zweck der Lösung sei die Vereinfachung der Datenverwaltung und der Nutzerverwaltung, etwa durch Self-Provisioning (ab 2024), um so kosteneffektive Archivierung zu ermöglichen. Sie werde unter anderem beim europäischen Rechenzentrumsverbund FENIX-RI der Hochleistungsrechenzentren (darunter Jülich, Lugano und Barcelona) eingesetzt, um rund 50 TB zu speichern. Die maximale Kapazität erreiche jedoch bis zu 100 PB. Durch umfassende Parallelisierung der Architektur sei die entsprechende Skalierbarkeit gewährleistet.
Um solche Datenmengen zu verwalten, seien sehr viele Metadaten notwendig. Sie würden im Datenkatalog verwaltet, der auch die Indexierung vornehme. Dieser diene zugleich als Grundlage für die Analyse der Nutzung, so dass damit Retention Management, Lastausgleich ebenso wie Hybrid-Storage-Tiering gesteuert werden könnten. Das Retention Management ist für Archivierung essentiell, etwa in der Versicherungsbranche oder in der Vermögensverwaltung. Hier sind sehr lange Aufbewahrungszeiten die Regel. Die Klassifizierung, die sich leicht mit Algorithmen realisieren ließe, sei für das zweite oder dritte Quartal 2024 geplant. Die meisten Datenbestände der Kunden seien jedoch unstrukturierte Bild- und Audiodaten. Sie machten die unbegrenzte Skalierung notwendig.
Die Architektur sei Microservices-basiert und lasse sich somit auf verschiedenen Architekturen implementieren: On-Premises, Cloud und Hybrid- oder Multi-Cloud. Die Lösung unterstütze die Protokolle NFS, SMB und S3, so dass sich unterschiedliche Datenquellen anzapfen ließen, auch Bandlaufwerke. Ein Mitbewerber sei Komprise aus Campbell, Kalifornien. Da viele der genannten Funktionen und Leistungsmerkmale erst im zweiten oder dritten Quartal 2024 fertig sein sollen (siehe Bilder), hat Nodeum noch viel Entwicklungsarbeit vor sich.
Nebulon
Mit Medusa2 SPU präsentierte die US-Firma Nebulon eine Services Processing Unit (SPU), die mithilfe von Nvidia Bluefield-3 helfen soll, Lizenzkosten zu verringern, und die Energiekosten um ein Viertel reduzieren soll. Ein weiterer Vorteil ist laut COO Craig Nunes die Abwehr von Ransomware-Attacken.
Medusa2 sei der nächste Schritt nach HCI und DPU (Data Processing Unit), indem Storage, Cybersecurity und Networking – allesamt Services – auf einer verwalteten, abgesicherten, Cloud-basierten PCIe-Karte für Server vereint werden. Die Neuheit soll Verwaltungsaufwand in Server-CPUs und Sicherheitsrisiken, die mit HCI-Software verbunden seien, beseitigen.
Die entlasteten Rechenkerne entsprächen einer Reduktion um 25 Prozent hinsichtlich Applikationslizenzkosten, Platzbedarf im Rechenzentrum und Energieverbrauch, so Nunes. Gartner-Analysten nennen eine Quote zwischen 10 und 30 Prozent, vor allem für On-Premises-Hyperscale-Rechenzentren. Hier soll der DPU-basierte Markt bis 2028 auf 8,11 Milliarden US-Dollar wachsen.
Stand: 08.12.2025
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Die PCIe-5-Karte nutzt die Bluefield-3-Netzwerkplattform von Nvidia. Damit erzeugt die SPU eine sichere Zone namens „Nebulon Secure Enclave“. Die genannten Services werden auf 16-Arm-basierte Prozessoren und 48 GBRAM ausgelagert. Diese Entlastung bedeutet laut Nunes, dass Nutzer bis zu 33 Prozent mehr Anwendungs-Workloads pro Server ausführen können, was sich in den um bis zu 25 Prozent geringeren Belastungen bei Lizenzen, Energie und Platzbedarf niederschlage.
Die SPU lasse sich auf jedem Betriebssystem betreiben und sei unabhängig von der jeweiligen Applikation, so Nunes. Weder Treiber noch Agenten müssten auf dem Server installiert werden. Mithilfe der Cloud-Konsole Nebulon ON könnten Unternehmen von der Cloud-basierten Automation und dem Flottenmanagement ihrer Anwendungsinfrastruktur profitieren. Das sei besonders interessant für Nutzer mit Edge-Installationen. Die Abwehr von Ransomware-Angriffen wird mit der Nvidia-basierten Netzwerksegmentierung der „Secure Enclave“ realisiert.
Cameron Brett ist der Vorsitzende der SNIASCSI Trade Association (STA) und kommt vom Hersteller Kioxia America (vormals Toshiba America). Auf der Konferenz beschäftigte er sich mit dem Thema „The Immortality of SAS: What’s Next for SAS Technology?“. Eine berechtigte Frage, denn nach Angaben von Trendfocus knabbert der NVMe-Standard stark am Marktanteil von SAS/SATA. Glaubt man der Vorhersage von Trendfocus und Cameron Brett, so soll sich diese Entwicklung ab 2024 umkehren.
Die neueste Generation 24 und 24G beseitigt einen Flaschenhals in der Datenübertragung in einer SAS-Schnittstelle: aus 18 GB/s auf PCIe Gen4 werden durch Dynamic Channel Multiplexing so 28,8 GB/s. Dies wird durch zwei kleine Chips möglich. Die PCIe Gen5 verdoppelt die Ausgangskapazität und somit auch die von SAS 24G. Erste 24G-Geräte und -Kabel wurden bereits im Frühjahr 2022 auf den Markt gebracht.
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