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„Technology Live“ von A3 Communications Neuheiten von Veeam, Keepit, Hammerspace und Solidigm

Von Michael Matzer 8 min Lesedauer

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Auf der A3-Technology-Live-Konferenz, die im November in London stattfand, präsentierten Veeam, Keepit, Hammerspace und Solidigm ihre Neuheiten und stellten sich den Fragen der Presse. Solidigm präsentierte mit einem 122-TB-Flash-Laufwerk einen Vertreter seiner SSD-Baureihe, die für Rechenzentren bedeutende Leistungsfortschritte bieten könnte.

Die Enterprise-SSD D5-P5430 von Solidigm ist vollständig von Kühlflüssigkeit umgeben. Um eine höhere Kapazität bereitzustellen, werden mehrere dieser SSDs zusammengesteckt.(Bild:  Solidigm)
Die Enterprise-SSD D5-P5430 von Solidigm ist vollständig von Kühlflüssigkeit umgeben. Um eine höhere Kapazität bereitzustellen, werden mehrere dieser SSDs zusammengesteckt.
(Bild: Solidigm)

Veeam

Veeam hat die Veeam Data Platform v13 auf den Markt gebracht. Diese Version umfasst neue Funktionen zur Bekämpfung von Bedrohungen, beschleunigte Wiederherstellung mit Sicherheit, forensische Erkenntnisse und intelligente Automatisierung. Veeam führt obendrein die Universal-Hypervisor-Integration-API ein, eine flexible Integrationsplattform für Hypervisoren.

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Rick Vanover und Michael Cade, die beide für die Produktstrategie zuständig sind, sagten, Veeam Data Platform v13 sei entwickelt worden, „um zeitgenössischen Herausforderungen wie unerbittlichen Ransomware-Angriffen, schnellen Veränderungen digitaler Infrastruktur und laufenden KI-Innovationen gerecht zu werden“. Version 13 biete „höchste Ausfallsicherheit, unübertroffene Flexibilität und die Intelligenz, die für die KI-gestützte Zukunft erforderlich ist“.

Der Recon Scanner 3.0 ist jetzt direkt in die Veeam Data Platform integriert und „definiert die Echtzeit-Transparenz von Bedrohungen für Unternehmen neu“. Der Scanner kennzeichnet verdächtiges Verhalten von Angreifern auf überwachten Endpunkten, einschließlich Brute-Force-Angriffen, verdächtigen Dateiaktivitäten und unerwarteten Netzwerkverbindungen. Die Triage-Inbox ermöglicht es Unternehmen, alle verdächtigen Aktivitäten an einem Ort zu sehen, zu sortieren und zu verwalten, mit Schweregradbewertungen und Einblicken in das Verhalten.

Die nahtlose Integration mit Veeam ONE Threat Center liefert Echtzeit-Analysen und Bedrohungsvisualisierung für Sicherheits-Dashboards. Unterdrückungsregeln und kontextbezogene Ergebnisse helfen den Teams bei der schnelleren Triage und verringern die Ermüdung durch Alarme. Die Microsoft-Sentinel-Integration korreliert die Recon-Scanner-Informationen mit umfassenderen Bedrohungssignalen für eine einheitliche Erkennung, Untersuchung und Reaktion.

Der Scanner sammelt forensische Daten aus Veeam-Umgebungen und ordnet die Ergebnisse dem MITRE-ATT&CK-Framework zu, um einen umfangreichen Bedrohungskontext zu erhalten. Das Modul umfasst einen Veeam-KI-Agent zur Malware-Analyse. Die KI-gesteuerte Analyse erkennt, klassifiziert und meldet automatisch Malware und verdächtige Aktivitäten. Sie liefert verwertbare Informationen und geführte Abhilfemaßnahmen, um zuverlässige und saubere Wiederherstellungen zu gewährleisten. Backups sind standardmäßig unveränderbar, um den Best-Practices für Ransomware zu entsprechen und Wiederherstellungspunkte vor unbefugten Änderungen zu schützen.

Least-Privilege-Zugriff und zentralisierte Authentifizierung mit SAML-basiertem SSO sollen die Gefährdung verringern und den sicheren Zugriff optimieren. Tiefgreifende Integrationen mit führenden Sicherheits- und IT-Ops-Plattformen, darunter CrowdStrike, Palo Alto Networks, Splunk und ServiceNow, sollen Erkennung, Untersuchung und Reaktion vereinheitlichen.

Veeam Data Platform v13 stärkt nach Angaben von Vanover und Cade Veeams Service einer umfassenden Workload-Abdeckung und einer schnellen, flexiblen und zuverlässigen Workload-Mobilität. Diese seien entscheidend für die Cloud-Einführung, Cyber-Recovery und KI-gesteuerte Modernisierung.

Zu den wichtigsten Neuerungen gehören die „sofortige“ Wiederherstellung kritischer Workloads direkt in Azure, was eine schnelle Wiederherstellung in einer sicheren Umgebung ermöglicht, die Wiederherstellbarkeit zu überprüfen und Ausfallzeiten zu minimieren. Die Unterstützung für Scale Computing HyperCore ist ab sofort verfügbar, weitere Plattformen wie HPE Morpheus VM Essentials, Citrix XenServer, XCP-ng und andere sollen „in Kürze“ folgen.

Weitere Neuerungen sind für die Veröffentlichung im Jahr 2026 geplant, darunter die OpenShift-Virtualisierungsunterstützung: Das bedeute „native hostbasierte VM-Sicherung und -Wiederherstellung für Red Hat OpenShift Virtualization, aufbauend auf der bestehenden Unterstützung durch Veeam Kasten“. Außerdem soll 2026 eine universelle Hypervisor-Integrations-API kommen, ein Integrations-Framework, das es jedem Hypervisor-Anbieter ermöglichen soll, die Backup- und Recovery-Funktionen von Veeam über eine standardisierte API nativ zu integrieren. „Das macht Kundenumgebungen zukunftssicher, wenn neue Technologie für Virtualisierung erscheint“, so Vanover.

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Veeam Data Platform v13 ist ab sofort über Veeams globales Netzwerk von autorisierten Partnern, Resellern und Distributoren erhältlich. Veeam Recon Scanner 3.0 ist ab sofort im Lieferumfang der Veeam Data Platform Premium enthalten und soll „in Kürze“ für Veeam-Cloud-&-Service-Provider-Partner (VCSP) verfügbar sein.

Hammerspace v5.2

Hammerspace ist der Anbieter eines Global-File-Management-Systems, mit dem sich Datenmanagement-Kosten senken und Leistungsparameter steigern lassen (siehe das neue E-Book zu diesem Thema). Im November 2025 stellte es seine Version 5.2 und mit der Vanderbilt Universität ACCRE (Advanced Computing Center for Research and Education) einen neuen Kunden vor.

Hammerspace will seinen Kunden einen Global Namespace für KI und HPC zur Verfügung stellen. „Unsere kleinste Installation umfasst mehrere Terabyte, die größte mehrere Petabyte“, sagte PR-Chefin Molly Presley. Eine der bekanntesten Implementierungen befindet sich bei Meta.

Hammerspace nutzt bereits Tier 0 in NVMe-Storage-Systemen und Cloud-GPU-Clustern. Nun kommt das Feature „Affinitisierung“ hinzu. Es besagt, dass der Tier-0-Storage sich seines Standortes bewusst ist und dem nächstgelegenen Verbraucher in einem Compute-Cluster zur Verfügung gestellt werden kann, sowohl für Lese- als auch Schreibvorgänge. Dieses Leistungsmerkmal optimiert die Datenplatzierung und steigert die Leistung.

Um extreme Skalierung zu unterstützen, fügt die Version 5.2 nun die Funktion „Share Referrals“ hinzu. Dabei handelt es sich um einen Mechanismus, der den Namespace über so viele Metadaten-Server verteilt, wie nötig sind, um eine extrem hohe Anzahl von Dateien zu unterstützen. Die Funktion soll lineare Skalierbarkeit sicherstellen, so dass Leistung und Antwortzeiten selbst dann stabil bleiben, wenn Datenumgebungen für KI- und HPC-Zwecke sehr rasch wachsen. Denn immer mehr Unternehmen, die KI in größerem Rahmen nutzen wollen, stellen beunruhigt fest, dass ihr Speicherbedarf geradezu explodiert. Das bestätigte auch Molly Presley.

Die neue Version bringt eine weitere Leistungssteigerung mit sich. Gemäß dem Benchmark IO500 habe Hammerspace 5.2 die höchste Leistung mit seiner Nutzung von pNFS 4.2 erzielt. „Jetzt wurde ein um 33,7 Prozent höherer Gesamt-Score erzielt als noch vor fünf Monaten“, berichtete Molly Presley. „Die Gesamtbandbreite der zehn NVMe-Knoten hat sich verdoppelt, verschiedene Untertests zeigten erhebliche Verbesserungen, darunter eine Steigerung um mehr als 800 Prozent beim IOR-Hard-Lesevorgang.“ Damit sehe sich Hammerspace mit standardmäßigen Komponenten für HPC-Workloads gewappnet – ohne Zusatz-Apps oder Clients oder komplizierte Infrastruktur mit einem parallelen Filesystem.

Um eine Hammerspace-Installation sicherer zu machen, unterstützt v5.2 nun Kerberos für die Authentifizierung sowie Labeled NFS. Dadurch würden SELinux und MAC-Systeme für die Zugangskontrolle in die Lage versetzt, Sicherheits-Labels zu übertragen und zu erzwingen, was wiederum eine feingranulare Kontrolle über Datenzugriffe erlaube.

In der neuen Version, die im Dezember 2025 verfügbar wird, unterstützt Hammerspace die Oracle Cloud Infrastructure (OCI). Der Support für dedizierte OCI-Regionen werde „in Kürze“ folgen. Das soll Kunden helfen, die strenge Datensouveränität über verteilte Umgebungen hinweg aufrechterhalten müssen.

Keepit

Der dänische Storage-Provider Keepit möchte die Nummer eins unter den Schutzplattformen für SaaS-Applikationen werden. Wie Dan Middleton von Keepit UK und MEA berichtete, habe Keepit bereits rund 20.000 Kunden in 20 Ländern. 14 weitere SaaS-Applikationen sollen in Kürze zu den 13 bereits geschützten hinzukommen, so etwa Okta (Oktober 2025 und Januar 2026) und Slack. Der Fokus liegt weiterhin auf Microsoft-Diensten wie MS 365, Sharepoint, EntraID, Intune und Azure DevOps sowie Google Workspace. Auch Salesforce inklusive Slack finden sich auf der Roadmap.

Keepit unterstützt nun auch das Model Context Protocol, das für KI-Apps und Graph-Datenbanken von Bedeutung ist. Mit dem MCP-Server und der entsprechenden API erhielten die Keepit-Kunden mehr Einblick und stärkere Kontrolle über ihre in den Keepit-Backups gesicherten Daten. Das erlaube eine schnellere und tiefergehende Analyse von Backup-Statistiken, die leichtere Zusammenfassung von Audit-Logdaten und eine schnellere Analyse der Meldungen aus den Anomalieerkennungssystemen Keepits. Außerdem erlaube MCP verbesserte Werkzeuge für die Beurteilung und Auswertung von Zustands- und Statusmeldungen des SaaS-Schutzes in Keepit.

Sorgen bereite den Keepit-Kunden der flächendeckende Ausfall von Cloud-Diensten wie CloudFlare, AWS oder Azure. Keepit erkenne einen Trend zur Repatriierung von Cloud-Services und SaaS-Applikationen in lokale Rechenzentren. Middleton verwies darauf, dass ein Keepit-Nutzer auch im Fall eines Ausfalls etwa von MS 365 weiterhin auf seine Backup-Daten zugreifen könne, indem er einen Link verwende, der auf einen personalisierten Teil der Backups verweise. Durch diese Methode sieht er Marktchancen für Managed-Service-Provider (MSP), die den Zugriff garantieren könnten. Keepit selbst verzeichne in seinen Rechenzentren eine Uptime von 99,8 Prozent.

In zunehmend unsicheren Zeiten, die von hybrider Kriegsführung gekennzeichnet seien, hülfen den Kunden lokaler Zugang, Datenbesitz und Autorität sowie Datensouveränität dabei, Vertrauen nicht bloß aufzubauen, sondern immer wieder auf den Prüfstand zu stellen, sagte Jan Östergard, der CTO von Keepit. Das Unternehmen habe gerade das TISAX-Zertifikat erworben und verfüge über weitere Zertifikate wie etwa ISO27001, die den Kunden gegenüber das hohe Sicherheitsniveau der Keepit-Dienste belegten.

Solidigm

Solidigm, das zum Chiphersteller SK-Hynex gehört, will die Nummer eins im SSD-Markt werden, also Samsung überholen. „Samsung setzt etwa 40 Milliarden US-Dollar um, Solidigm und SK-Hynex rund 30 Milliarden US-Dollar“, sagte Paul Palonski, Chief Revenue Officer in der Global Sales Group von Solidigm. „Während Solidigm ausschließlich Enterprise-SSDs produziert, beliefert SK-Hynex die diversen anderen Märkte.“ Und weil wegen KI der Bedarf an Flash-Memory rasch steige, werde Solidigm entsprechende Chip-Fabriken bauen. Allerdings nicht schnell genug, um den rasch wachsenden Bedarf für KI-Workloads über die nächsten 18 bis 36 Monate decken zu können. Das bedeute, dass die Preise stiegen.

Bislang habe Solidigm eine QLC-SSD mit einer Kapazität von 61 TB produziert; auf der Technology Live konnte Solidigm einen QLC-SSD mit 122 TB vorstellen, der nächste Schritt bestehe in einer QLC-SSD mit 244 TB. „Es gibt verschiedene Baureihen“, erläutert Scott Shadley aus dem Marketing. „Je nachdem, ob die SSD mehr Performance oder mehr Kapazität bereitstellen soll.“

Einer der Anwendungsfälle bestehe in der Bereitstellung von „warmer Storage“, so Palonski. Wie schon der CEO von Dell im Mai gesagt habe, lägen nicht mehr 80 Prozent der Daten im „kalten“, selten genutzten Storage, sondern mindestens 50 Prozent im häufig genutzten „warmen“ oder sogar „heißen“ Storage – eben um Anwendungsfälle wie Inferenz in der KI-Anwendung realisieren zu können. „Dadurch übersteigt die Nachfrage nach SSD und DRAM das Angebot“, so Palonski. „Solidigm-SSDs sollen jedenfalls die Innovationsfähigkeit unserer Kunden unterstützen.“

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Solidigm lässt selbst nichts an Innovationen zu wünschen übrig. Kürzlich hat der Hersteller mit der D7-PS1010 E1.S eine Enterprise-SSD mit Kühlplatten vorgestellt, die für lüfterlose GPU-Server gedacht ist. Die PCIe 5.0 SS ist für KI-Workloads geeignet, die Direct-Attached Storage (DAS) benötigen. Solidigm E1.S mit 9,5-mm-Formfaktor ist in Kapazitäten von 3,84 TB und 7,68 TB verfügbar, Laufwerke mit 15-mm-Formfaktor sollen künftig für luftgekühlte Systeme verfügbar werden.

Einen Schritt weiter geht Solidigm mit der D5-P5430 E1.S SSD. In diesem Modell wird die SSD komplett in Kühlflüssigkeit getaucht, ebenfalls um KI-Workloads zu unterstützen. Im Demo-System steckt die SSD in einem Server von Hypertec, der in einem Becken von Midas steht, das mit Vavoline-Flüssigkeit gefüllt ist. Die Temperatur wird laufend überwacht und reguliert. Damit sollen KI-Racks eine höhere Leistungsdichte und geringeren Kühlungsaufwand bei gleichzeitig verbesserter Nachhaltigkeit erzielen können, wie Greg Matson, SVP, Head of Products und Marketing bei Solidigm, sagte.

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