Scality auf dem Weg in den Mittelstand Objektspeicher mit File-Storage

Autor: Klaus Länger

Scality gehört zu den aufstrebenden Anbietern von Distributed File & Object Storage. Die Firma setzt auf reine Software-Lösungen und arbeitet mit strategischen Partnern wie HPE oder Cisco. Mit ihnen will Scality vermehrt Kunden aus dem Mittelstand erreichen.

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Scality setzt beim Vertrieb als reines Software-Unternehmen auf seine Hardware-Partner. Im deutschen Markt ist das vor allem HPE. Daher sucht Scality seine Partner primär unter den Systemhäusern, die HPE im Programm haben.
Scality setzt beim Vertrieb als reines Software-Unternehmen auf seine Hardware-Partner. Im deutschen Markt ist das vor allem HPE. Daher sucht Scality seine Partner primär unter den Systemhäusern, die HPE im Programm haben.
(Bild: rastlily - stock.adobe.com)

Der Storage-Anbieter Scality hat seit der Firmengründung im Jahr 2011 einen fulmi­naten Start hingelegt. Das kalifornische Unternehmen ist im Gegensatz den meisten anderen Storage-Firmen seit jeher eine reine Software-Schmiede, die Partnerschaften mit Hardware-Herstellern wie HPE, Cisco, Lenovo, Supermicro und Western Digital eingegangen ist. Das zentrale Produkt ist die Scale-Out-Storage-Software Ring, mit der die Firma zunächst vor allem ISPs bediente, später aber auch Enterprise-Kunden, große Regierungsbehörden und Forschungseinrichtungen, die mit sehr großen Datenvolumina bis zu hunderten von Petabyte umgehen. Als reine Object-Storage-Lösung gestartet, bietet Ring mit dem virtuellen Filesystem SOFS inzwischen auch SMB- und NFS-File-Storage, direkt integriert im S3-Objektspeicher.

Multi Cloud und NAS Archiver

Mit Zenko, einem als Open Source entwickelten Multi-Cloud-Data-Controller, folgte 2018 ein großer Schritt in die Hybrid Cloud. Dabei sieht Scality die Public-Cloud-Dienste vor allem als Platz für Backup, Archivierung und Off-Site-Compliance. Laut Frank Rösner, Brand Czar bei Scality, kann das Unternehmen mit rund 80 Application-Partnerschaften ein breites Feld an Anwendungen abdecken.

Bei dem aktuellen Ring in der Version 8 hat der Hersteller die SDS-Lösung mit erweiterten Hybrid-Cloud-Managementfunktionen ausgestattet, die auf Zenko basieren. Das auf den Namen „eXtended Data Management“ (XDM) getaufte Werkzeug entkoppelt Nutz- und Metadaten. Das ermöglicht einen Metadaten-Namespace über eine komplette hybride Multicloud hinweg. Zudem hat Scality die neue Ring-Version stärker auf die Nutzung von Flash-Storage und in Edge-Standorten ausgelegt.

Das jüngste Produkt von Scality ist der NAS Archiver, der automatisiert inaktive Daten von kostspieligem Tier-1-NAS-Storage in den günstigeren Ring-Objektspeicher verschiebt, die Daten aber hier online und immer noch schnell zugänglich hält. Generell verspricht Scality für Ring durch die Verwendung von Standard-x86-Servern eine erhebliche Kostenersparnis gegenüber ­dezidierten Storage-Lösungen, ohne dabei Kompromisse bei der Zuverlässigkeit einzugehen. Gleichzeitig weitet der Hersteller seine Zusammenarbeit mit Public-Cloud-Providern aus. Die wichtigsten Partner sind hier AWS, Microsoft Azure und Google mit der Cloud Platform sowie Wasabi. Allerdings betont Rösner, dass Ring mit allen Cloud-Plattformen interagieren kann, die S3 unterstützen.

Mit neuen Partner zu Kunden im Mittelstand

Der Vertriebskanal ist derzeit zu etwa 90 Prozent indirekt. Allerdings will der Hersteller in Zukunft sein komplettes Geschäft über Systemhäuser und Systemintegratoren mit entsprechender Expertise abwickeln, so Rösner. Die derzeit noch direkt betreuten Kunden stammen noch aus den Anfangszeiten von Scality.

Prinzipiell läuft Ring auf allen entsprechend dimensionierten x86-Serversystemen mit Linux als Betriebssystem. In der Praxis ist in Deutschland HPE der mit ­Abstand wichtigste Hardware-Partner für Scality. Die verschiedenen Software-Lizenzen können direkt bei der Konfiguration der passenden HPE-Apollo-Systeme ausgewählt werden. Scality vermeldet hier aktuell ein starkes Wachstum.

Da inzwischen auch viele Mittelständler im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung der Geschäftsprozesse mit immer größeren Datenmengen umzugehen haben – Rösner nennt hier speziell die „Hidden Champions” –, ist Scality an einem Ausbau der Partnerlandschaft interessiert. Primär sind ­dabei Partner der Hardware-Hersteller im Fokus.

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