Storage auf Open-Source-Basis

OpenStack macht Speicher cloudfähig

| Autor / Redakteur: Clemens Siebler* / Tina Billo

Deutsche Unternehmen scheinen offen für OpenStack zu sein. Gemäß einer Untersuchung von Crisp Resarch setzen 75 Prozent der befragten Teilnehmer die offene Cloud-Infrastruktursoftware bereits ein oder planen dies.
Deutsche Unternehmen scheinen offen für OpenStack zu sein. Gemäß einer Untersuchung von Crisp Resarch setzen 75 Prozent der befragten Teilnehmer die offene Cloud-Infrastruktursoftware bereits ein oder planen dies. (Bild: Pixabay)

Immer mehr Unternehmen setzen OpenStack ein, um eine Cloud-Infrastruktur aufzubauen. Geht es um Storage können sie zwischen drei Modellen wählen: Objektspeicher mit Swift, Blockspeicher mit Cinder oder File Storage mit Manila. Welche Lösung die richtige ist, hängt vom Anwendungsfall ab.

Mit OpenStack können Unternehmen flexible und skalierbare Cloud-Umgebungen aufsetzen. Das Software-Projekt beruht auf einer frei verfügbaren Architektur und umfasst eine breite Palette an unterschiedlichen Modulen. Diese stellen zum Beispiel virtuelle Maschinen, Netzwerke und Speicher bereit oder dienen deren Verwaltung. In Sachen Storage stehen Anwendern die Module Swift, Cinder und Manila zur Wahl. Jedes davon hat seine Vorteile und eignet sich für bestimmte Einsatzszenarien.

Swift für Backup und Archivierung

Swift stellt Object Storage unter OpenStack zur Verfügung: Daten werden in Objekte gepackt und über verschiedene Speicherknoten im Cluster verteilt. Anhand von Metadaten, die zusammen mit den Objekten gespeichert werden, lassen sich die Daten eindeutig zuordnen. Dadurch können Anwender sie aufrufen, ohne ihren Standort zu kennen.

Object Storage ist horizontal skalierbar und lässt sich gut mit Standard-Hardware umsetzen. Damit ist die Lösung preiswert und ermöglicht sehr große Repositories bei geringem Platzbedarf. Sie unterstützt jedoch keine virtuellen Maschinen. Außerdem ist sie langsamer als Block Storage oder File Storage. Deshalb eignet sich Swift vor allem für Daten, die selten oder gar nicht aktualisiert werden müssen. Die Lösung ist ideal für Backups und Archive.

Cinder: Wenn Leistung zählt

Das OpenStack-Modul Cinder ermöglicht Block Storage für virtuelle Maschinen. Das Speichern der Daten erfolgt dabei in virtuellen Volumes, die jeweils wie eine Festplatte behandelt werden. Eine virtuelle Maschine kann allerdings immer nur auf das Volume zugreifen, das ihr zugewiesen ist. Geteilte Volumes sind nicht möglich.

Block Storage ist sehr schnell und eignet sich daher ideal für performancekritische Primärworkloads wie SQL- beziehungsweise NoSQL-Datenbanken oder die Transaktionsverarbeitung. Des weiteren spielt blockbasierter Speicher hervorragend mit Anwendungen zusammen, die für Datenanalysen genutzt werden. Als Backend lassen sich unterschiedliche Speichermedien einsetzen.

Manila für gemeinsam genutzte Daten und Ressourcen

Manche Cloud-Anwendungen erfordern, dass viele Nutzer und virtuelle Maschinen gleichzeitig auf dieselben Daten zugreifen können. Das ist zum Beispiel bei großen Content-Management-Systemen oder Entwicklungs- und Testumgebungen der Fall. Für solche Einsatzfelder ist Manila prädestiniert.

Das OpenStack-Modul bietet einen automatisierten, skalierbaren On-Demand-Service für die Bereitstellung von gemeinsamen und verteilten Dateisystemen. Manila ist hochperformant und ermöglicht Dateioperationen mit niedriger Latenz. Daher empfiehlt sich die Lösung auch für Big-Data-Anwendungen. Sie ermöglicht es außerdem, Daten über verschiedene öffentliche, hybride oder private Clouds hinweg zu bewegen. Dadurch gewinnen Anwender mehr Flexibilität.

Auf die Mischung kommt es an

Es gibt nicht die eine Storage-Lösung, die alle Anwendungsszenarien abdeckt. Meist ist eine schlaue Kombination aus verschiedenen Modulen gefragt, um die bestmögliche Infrastruktur zu erreichen. Swift, Cinder und Manila schließen sich nicht gegenseitig aus, sondern können sich ergänzen. Entscheidend ist, die eigenen Anforderungen in den unterschiedlichen Einsatzfeldern zu analysieren und die Storage-Architektur entsprechend aufzubauen.

"Grundsätzlich ist bei OpenStack-Projekten zu beachten, dass sich die Storage-Komponenten in vollem Umfang unaufwändig integrieren lassen. Bei NetApp SolidFire beispielsweise erfolgt die nahtlose Einbettung in das Open-Source-Konstrukt durch die Eingabe von nur vier Zeilen Code." Clemens Siebler, Manager Solutions Architects EMEA bei NetApp und Experte für NetApp Solidfire.
"Grundsätzlich ist bei OpenStack-Projekten zu beachten, dass sich die Storage-Komponenten in vollem Umfang unaufwändig integrieren lassen. Bei NetApp SolidFire beispielsweise erfolgt die nahtlose Einbettung in das Open-Source-Konstrukt durch die Eingabe von nur vier Zeilen Code." Clemens Siebler, Manager Solutions Architects EMEA bei NetApp und Experte für NetApp Solidfire. (Bild: Netapp)

Dabei ist von zentraler Bedeutung, dass sich die Storage-Komponenten mit möglichst wenig Aufwand in die OpenStack-Umgebung integrieren sowie langfristig effizient betreiben und verwalten lassen. Dadurch können die Kostenvorteile des Open-Source-Konzepts auch auf den täglichen Betrieb der IT-Infrastruktur übertragen werden.

*Clemens Siebler ist Manager Solutions Architects EMEA bei NetApp und Experte für NetApp Solidfire

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