Gesetzgeber und Betriebsprüfer nehmen unstrukturierte Daten ins Visier

Rechtsprobleme bei der Datenhaltung in der Cloud

| Autor / Redakteur: Rainer Graefen / Nico Litzel

Das stetige Datenwachstum ist nicht nur ein Kapazitäts- und Platzproblem, sondern wohl bald auch ein Rechtsproblem.
Das stetige Datenwachstum ist nicht nur ein Kapazitäts- und Platzproblem, sondern wohl bald auch ein Rechtsproblem. (© drizzd - Fotolia.com)

Das hochverfügbare Angebot von Microsoft mit E-Mail und Office365 in der Public Cloud ist verlockend. Doch wie Unternehmen ihre ausgelagerten Daten in der Cloud bei Rechtsstreitigkeiten durchsuchen sollen, ist ungeklärt.

Das wirtschaftliche Wachstum wird in diesem Jahr flacher ausfallen. Nicht so das Wachstum bei den individuellen Daten und der gesamten Datenmenge. Wie dramatisch das Wachstum ist, beschreiben seit vielen Jahren die inzwischen abgenutzten Bilder von Datenfluten, explodierenden Daten oder durch die Decke gehenden Datenmengen.

Unbeeindruckt von diesen Bilderimpressionen reagiert der Unternehmensanwender mit Abgebrühtheit auf diesen Aspekt der Datenverarbeitung. Er nimmt das Ganze als ein Kapazitätsproblem wahr: Hier eine Festplatte mehr, dort den sowieso fälligen Systemaustausch durchführen, drüben ein Flash-Speicher, der mehr I/O-Performance bringt und den Stromverbrauch Hunderter Festplatten spart, vielleicht noch zehn Tapes mehr für die Compliance – und die Cloud, die Capex in Opex wandelt, gibt es ja auch noch.

Das Ergebnis ist eindeutig: Die Kassandrarufe verhallen ungehört, das Datenwachstum ist im Griff, und dass sich die Speichermedien vermehrt haben, ist zwar unangenehm, aber nur ein Platzproblem.

ILM fällt bei den Anwendern durch

So geht das schon seit vielen Jahren. Und auch das theoretisch ausgeklügelte Konzept Information Lifecyle Management (ILM) fand letztlich keine Gnade vor den Augen des Anwenders. Die Umsetzung hätte viel Geld gekostet – mit einem schwer nachweisbaren ROI. So entwickelt sich das Rechenzentrum langsam aber sicher zu einem großen Sumpf für unstrukturierte Daten und ist damit nur ein kleines Abbild von dem, was im Internet passiert und erstaunlicherweise ganz gut funktioniert.

Projektgeschäft versus neuartige Suchmaschinen

Mit Technik allein ist es also nicht zu schaffen, über das Speichern und Sichern der Daten hinaus eine logische Plattform für ein übergeordnetes Datenmanagement zu erreichen, die fähig ist, Daten zu sortieren. Kriterien wie wichtig, unwichtig, geheim, geschäftskritisch, alt, aktiv usw., nach denen man sortieren könnte, gäbe es viele. Eine Suchmaschine, die alles indiziert, das sieht man sofort, hilft da nur wenig. Helfen könnte eine semantische Suchmaschine, die Inhalte und Metadaten in einen Kontext stellen kann. Die gibt es aber noch nicht.

Ergänzendes zum Thema
 
Eine Überprüfungsplakette für die Datenbearbeitung und -aufbewahrung

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42320656 / Compliance)