Western Digital DC HC570, HC670 und SN650 Riesige HDDs und eine schnelle SSD für Rechenzentren

Von Klaus Länger

Western Digital hat bei Festplatten die 20-TB-Grenze überschritten. Der Speicherspezialist bringt CMR-HDDs mit 22 TB und eine SMR-Platte mit sogar 26 TB Kapazität, alle mit OptiNAND und ePMR. Eine sehr hohe Performance soll die NVMe-SSD SN650 auf BICS5-Basis liefern.

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Neben den Ultrastar-DC-HDDs HC570 mit 22 TB und HC670 mit 26 TB Kapazität kündigt Western Digital noch die NVMe-SSD Ultrastar DC SN650 an. Sie bietet ein PCIe-4.0-Interface.
Neben den Ultrastar-DC-HDDs HC570 mit 22 TB und HC670 mit 26 TB Kapazität kündigt Western Digital noch die NVMe-SSD Ultrastar DC SN650 an. Sie bietet ein PCIe-4.0-Interface.
(Bild: Western Digital)

Hyperscaler und auch andere Betreiber von Rechenzentren haben mit immer größeren Datenmengen zu kämpfen, die gespeichert werden müssen. Der Kapazitätszuwachs bei Festplatten ermöglicht das, ohne dass ständig neue Racks mit Speichersystemen installiert werden müssen. Western Digital hat nun auf der What’s-Next-Konferenz die Ultrastar-HDDs DC HC570 und HC670 angekündigt, mit denen der Hersteller auch ohne Einsatz der HAMR-Technologie die Kapazitätsgrenze bei 3,5-Zoll-Enterprise-Festplatten noch einmal nach oben schiebt.

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CMR mit 22 TB und UltraSMR mit 26 TB

Der Speicherspezialist nutzt bei den beiden Festplatten mit SAS- oder SATA-Schnittstelle die Kombination aus energieunterstütztem Perpendicular Magnetic Recording (ePMR), Triple Stage Actuator (TSA) für eine genauere Kopfpositionierung, OptiNAND und vor allem einem zusätzlichen zehnten Platter im heliumgefüllten Gehäuse. Die Ultrastar DC HC570 mit herkömmlicher Aufzeichnung (CMR) erreicht so eine Kapazität von 22 TB, während die Host-managed SMR-Variante HC670 sogar bis zu 26 TB speichern kann. Eine eigene Firmware mit hochentwickelter Fehlerkorrektur ermöglicht eine Kapazität von 2,6 TB pro Platter und damit 18 Prozent mehr als bei der CMR-HDD. Western Digital selbst spricht hier von „UltraSMR“.

Als Teil der OptiNAND-Technologie verfügen die HDDs zusätzlich über eine Sicherheitsfunktion für den Write Cache, die der Hersteller „Armor Cache“ nennt. Im Fall eines plötzlichen Stromausfalls werden die Daten im DRAM-Cache auf dem Flash-Baustein zwischengespeichert. Die dafür nötige Energie liefern dabei die noch rotierenden Magnetscheiben selbst, deren Elektromotor kurzzeitig als Generator arbeitet. Ist wieder Strom da, dann werden die Daten auf die Magnetscheiben übertragen.

Die OptiNAND-HDDs können so mit aktiviertem Write Cache (WCE) eine höhere Leistung liefern, während sie die gleiche Datensicherheit bieten wie mit einem abgeschaltetem Write Cache (WCD). Der Leistungsgewinn von WCE gegenüber WCD bei Random-Write-Operationen liegt laut Western Digital abhängig von der Blockgröße zwischen 10 Prozent bei 16 KB Blöcken und 80 Prozent bei einer Transfergröße von 1.024 KB. Im Schnitt soll ein aktivierter Write Cache für etwa 40 Prozent höhere IOPS sorgen.

In einem ersten Schritt werden die beiden Ultrastar-Festplatten DC HC570 und HC670 bei ausgewählten Hyperscalern eingesetzt. Ab Sommer 2022 ist die CRM-HDD Ultrastar DC HC570 über die Distribution erhältlich. Das UltraSMR-Modell DC HC670 geht zu diesem Zeitpunkt an ausgewählte Endkunden.

Ab Sommer 2022 werden die HDD-Baureihen WD Gold, WD Red und WD Purple mit SATA-Interface ebenfalls durch 22-TB-Modelle ergänzt. Der Hersteller selbst wird zu diesem Zeitpunkt auch seine Storage-Plattformen Ultrastar Data60 und Data120 mit der DC HC570 anbieten.

Empfohlene Endkundenpreise gibt Western Digital noch nicht an.

PCI-Express-4.0-SSD für das Datacenter

Für Workloads mit hohen Ansprüchen an die Performance kündigt Western Digital gleichzeitig die Datacenter-SSD Ultrastar DC SN650 an. Sie basiert auf dem eigenen BICS5 3D NAND mit 112 Layern gegenüber 96 bei den bisherigen BICS4-Bausteinen. Die im 2,5-Zoll-Format oder dem schlanken E1.L-Formfaktor lieferbaren NVMe-SSD bietet eine Kapazität von bis zu 15,36 TB. Die SSDs mit PCIe-Gen4-Interface nutzen einen von Western Digital selbst entwickelten Controller. Die E1.L-Variante ist laut Hersteller konform zur OCP Cloud Specification 1.0a. Ihr Ruler-Format sorgt in entsprechend aufgebauten Storage-Systemen für eine höhere Gesamtkapazität pro Höheneinheit, eine vereinfachte Wartung und eine verbesserte Kühlung. Derzeit gehen erste SSDs an Referenzkunden. Ab der zweiten Jahreshälfte soll die DC SN650 dann allgemein verfügbar sein.

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