Mit Open-Source-Betriebssystemen, die auf den Network-Attached-Storage-Bereich spezialisiert sind, können Unternehmen ein NAS auf eigener Hardware aufbauen. Das bietet viele Vorteile. Wir gehen in diesem Beitrag auf sechs bekannte Lösungen ein.
Mit entsprechender Open-Source-Software lässt sich ein Unternehmens-NAS einrichten.
(Bild: momius - stock.adobe.com)
Wollen Unternehmen ein eigenes NAS aufbauen, ist nicht unbedingt teure Zusatz-Software notwendig. Mit kostenlosen Open-Source-Betriebssystemen ist es einfach, über einen Assistenten das eigene NAS aufzubauen. Die Verwaltung erfolgt meistens mit einer Weboberfläche.
TrueNAS – der Nachfolger von FreeNAS
TrueNAS ist der Nachfolger von FreeNAS und bietet die Möglichkeit, ein umfassend professionelles NAS-System aufbauen zu können. TrueNAS ist ein Betriebssystem, das von iXsystems entwickelt wird. Das FreeNAS-Nachfolgeprodukt basiert auf FreeBSD.
TrueNAS unterstützt eine Vielzahl von Netzwerkprotokollen, um die Datenfreigabe zu erleichtern. Zu den unterstützten Protokollen gehören:
NFS (Network File System): ein Standard für Unix-Systeme, um Dateien über ein Netzwerk freizugeben,
SMB/CIFS (Server Message Block/Common Internet File System): das Standardprotokoll für Windows-Netzwerkfreigaben,
AFP (Apple Filing Protocol): für Mac-Systeme,
iSCSI (Internet Small Computer System Interface): ermöglicht das Anbinden von Blockspeichern über ein IP-Netzwerk,
FTP (File Transfer Protocol): ein Protokoll für das Übertragen von Dateien.
TrueNAS ist in mehreren Versionen erhältlich, einschließlich TrueNAS Core (Community-Version) und TrueNAS Enterprise (kommerzielle Version). Das System ist auf das ZFS-Dateisystem ausgerichtet, das Datenintegrität, Snapshots und Replikation bietet. Es verfügt auch über Funktionen wie Daten-Deduplizierung, Komprimierung und Verschlüsselung. TrueNAS Core ist kostenfrei und Open Source, verfügbar unter der BSD-Lizenz. Die kommerzielle Version mit zusätzlichen Features und Support muss lizenziert werden. Die Lizenzkosten variieren je nach Bedarf und Konfiguration. TrueNAS bietet eine Reihe von Vorteilen:
Skalierbarkeit: Es kann auf Hardware verschiedener Größen skaliert werden.
Benutzerfreundlichkeit: Mit einer webbasierten Benutzeroberfläche ist die Verwaltung einfach.
Zuverlässigkeit: Durch die Nutzung von ZFS wird eine hohe Datenintegrität gewährleistet.
Anpassbarkeit: Es bietet umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten für erfahrene Administratoren.
TrueNAS kann auf einer Vielzahl von Hardware-Konfigurationen installiert werden. Von kostengünstigen Heimservern bis hin zu professionellen Rackmount-Servern ist TrueNAS in der Lage, eine breite Palette von Speicheranforderungen zu erfüllen.
TrueNAS bietet Unterstützung für zahlreiche Plug-ins und Erweiterungen, die es ermöglichen, verschiedene Dienste wie Plex Media Server, Nextcloud und mehr direkt auf dem NAS auszuführen. Das NAS-System unterstützt die Ausführung virtueller Maschinen durch die Integration mit Bhyve. Containerisierung mit Docker wird ebenfalls unterstützt.
TrueNAS ermöglicht auch Hochverfügbarkeitslösungen und Clustering-Fähigkeiten. Dies bietet eine Redundanz und Failover-Fähigkeiten, um eine kontinuierliche Verfügbarkeit zu gewährleisten. Mit Features wie RAM-Caching und SSD-Lese-/Schreib-Caching (L2ARC und ZIL) kann TrueNAS die Leistung optimieren und schnelle Datenübertragungen gewährleisten.
TrueNAS als Open-Source-NAS einsetzen.
(Bild: Joos - TrueNAS)
TrueNAS enthält zahlreiche Sicherheitsfunktionen, darunter die Unterstützung von HTTPS, eine Firewall und die Möglichkeit, Benutzer- und Gruppenberechtigungen fein abzustimmen. Durch die Verwendung von ZFS-Snapshots und -Replikation bietet TrueNAS fortschrittliche Möglichkeiten zur Datensicherung. Es kann auch mit verschiedenen Cloud-Diensten integriert werden, um Offsite-Backups zu ermöglichen. TrueNAS Enterprise erfüllt bestimmte Compliance-Anforderungen und bietet Zertifizierungen, die für Branchen wie Gesundheitswesen, Finanzen und Regierung wichtig sind.
OpenMediaVault – NAS mit OMV
OpenMediaVault gehört zusammen mit FreeNAS zu den bekanntesten Betriebssystemen für den Aufbau eines NAS-Systems. OpenMediaVault (OMV) ist ein freies Netzwerkspeichersystem, das auf Debian basiert. Es wurde entwickelt, um einen Netzwerkspeicher (NAS) einfach und bequem zu verwalten. Zu den unterstützten Protokollen gehören:
NFS: für Unix- und Linux-basierte Systeme,
SMB/CIFS: für Windows-Benutzer,
FTP: ermöglicht den Dateizugriff über das Internet,
RSync: für automatisierte, inkrementelle Backups.
OpenMediaVault bietet eine webbasierte Oberfläche wie die meisten NAS-Systeme in diesem Bereich. Plug-ins und Add-ons erweitern die Funktionalität und bieten Flexibilität in der Verwaltung und Implementierung. OMV steht unter der GNU General Public License (GPL) und ist vollständig Open Source.
Die Verfügbarkeit von Plug-ins ermöglicht es, verschiedene Dienste zu installieren. OMV kann in bestehende Netzwerke integriert werden und ermöglicht die Installation von Drittanbieter-Plug-ins, um Funktionen wie Media-Streaming, Cloud-Synchronisation und mehr hinzuzufügen. Wir haben uns das System im Beitrag „Open-Source-Storage-Lösungen: OpenMediaVault“ näher angeschaut.
XigmaNAS, ehemals bekannt als NAS4Free, ist ebenfalls ein Open-Source-Betriebssystem, das darauf ausgerichtet ist, Network-Attached-Storage-Dienste bereitzustellen. Es basiert auf FreeBSD.
Das System unterstützt mehrere File-Sharing-Protokolle, darunter SMB/CIFS für Windows-Systeme, NFS für Unix-basierte Systeme, AFP für Apple-Produkte, FTP für den allgemeinen Dateitransfer sowie iSCSI für die Bereitstellung von Blockspeichern. Diese Protokolle ermöglichen die Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Betriebssystemen und Netzwerkumgebungen.
Stand: 08.12.2025
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Technisch gesehen bietet XigmaNAS eine Vielzahl von Funktionen, die für die Netzwerkspeicherung nützlich sind. Es verwendet das ZFS-Dateisystem, das für seine Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit und Datenintegrität bekannt ist. Darüber hinaus unterstützt XigmaNAS Funktionen wie Software-RAID, Disk-Encryption, SNMP-Monitoring und mehr. XigmaNAS ist lizenzfrei und steht unter der BSD-Lizenz, wobei der Quellcode für jeden zugänglich ist, der sich mit der Entwicklung oder Anpassung des Systems befassen möchte.
NAS auf Basis von XigmaNAS.
(Bild: Joos - XigmaNAS)
Die Verwaltung von XigmaNAS erfolgt über eine webbasierte Schnittstelle, die den Zugriff und die Konfiguration erleichtert. Es bietet auch die Möglichkeit, Add-ons oder Plug-ins zu installieren, um zusätzliche Funktionen wie Backup-Dienste, Media-Server oder andere Anwendungen hinzuzufügen.
Die Hauptvorteile von XigmaNAS sind seine Offenheit und Flexibilität, gepaart mit einer Reihe von Funktionen, die es für sowohl private als auch kommerzielle Anwendungen geeignet machen.
Unraid – NAS ohne RAID, aber sicher
Unraid ist ein Betriebssystem für Network Attached Storage, das von der Firma Lime Technology entwickelt wurde. Es basiert auf dem Slackware-Linux-Distribution und verwendet eine Methode der Datenspeicherung, die als „Un-RAID“ bekannt ist. Unraid unterstützt SMB/CIFS, NFS, AFP und FTP. Das Betriebssystem bietet die Möglichkeit, Daten über mehrere Festplatten zu verteilen, ohne dass ein traditionelles RAID-Set-up erforderlich ist. Es ermöglicht auch die Verwendung von Parity-Disks, um Datenverlust vorzubeugen.
Das Betriebssystem verfügt über eine webbasierte Verwaltungsschnittstelle, die Konfiguration und Überwachung vereinfacht. Die Lösung unterstützt die Virtualisierung von Betriebssystemen und Anwendungen durch Docker und KVM. Unraid ist in verschiedenen Lizenzstufen erhältlich, von einer kostenlosen Basisversion bis hin zu bezahlten Versionen mit erweiterten Funktionen und Support.
Die Hauptfunktionen von Unraid umfassen die Unterstützung für gemischte Festplattengrößen, die Möglichkeit, Festplatten im laufenden Betrieb hinzuzufügen oder zu entfernen, die Unterstützung für SSD-Caching und die Möglichkeit, Plug-ins und Docker-Container zu verwenden. Im Vergleich zu traditionellen RAID-Systemen bietet Unraid mehr Flexibilität bei der Auswahl und Änderung der Festplatten. Es ermöglicht auch eine bessere Ressourcennutzung durch die Unterstützung von Virtualisierung und Containerisierung.
Amahi – der Home-Server für KMU
Amahi ist eine Home-Server-Software-Lösung, die auf Fedora basiert. Die Lösung wurde entwickelt, um als zentraler Speicherort für Dateien, Multimedia und Backups in einem Heimnetzwerk zu dienen. Sie unterstützt Protokolle wie SMB/CIFS und FTP.
Die Software bietet auch eine einfache webbasierte Oberfläche. Über diese Schnittstelle können Benutzer auch auf eine Vielzahl von One-Click-Apps zugreifen, die auf dem Amahi-Server installiert werden können. Amahi bietet Funktionen wie automatische Netzwerkzuordnung, VPN-Zugriff, Festplatten-Pooling und einen integrierten DHCP- und DNS-Server. Es enthält auch ein Parental-Control-System, das es den Administratoren ermöglicht, den Internetzugang für bestimmte Geräte im Netzwerk zu kontrollieren.
Die Grundversion von Amahi ist kostenlos, aber bestimmte Premium-Apps und -Funktionen können gegen Gebühr hinzugefügt werden. Im Bereich der Speicherverwaltung unterstützt Amahi sowohl das EXT4- als auch das XFS-Dateisystem. Es bietet auch ein Greyhole-Feature, das eine Software-basierte Implementierung von Speicherpooling und Redundanz bietet.
Die Flexibilität, Einfachheit und Vielzahl von Apps machen Amahi zu einer attraktiven Option für Heimanwender, die eine zentrale Speicher- und Medienserverlösung ohne die Komplexität eines vollwertigen Unternehmens-NAS-Systems suchen. Amahi ist Teil einer breiteren Landschaft von Home-Server- und NAS-Lösungen und steht in Wettbewerb mit anderen Produkten wie Unraid, XigmaNAS und OpenMediaVault. Es ist speziell für Heimanwender und KMU konzipiert und bietet eine Mischung aus Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit, die für diese Zielgruppe attraktiv ist.
Dieses Betriebssystem verwendet das Btrfs-Dateisystem, das für seine fortgeschrittenen Funktionen wie Snapshots, Replikation und Skalierbarkeit bekannt ist. Die Verwendung von Btrfs ermöglicht Rockstor, Datenintegrität und Flexibilität im Speicherbereich bereitzustellen. Rockstor unterstützt gängige Netzwerkprotokolle wie SMB/CIFS, NFS und AFP, um eine nahtlose Integration in verschiedene Netzwerkumgebungen zu ermöglichen. Es bietet auch iSCSI-Target-Support, der Blockspeicher über das Netzwerk bereitstellen kann.
Die Verwaltung von Rockstor erfolgt über eine webbasierte Oberfläche, die eine einfache Konfiguration und Überwachung ermöglicht. Diese Schnittstelle bietet auch Zugriff auf den „Rock-on“-Marktplatz, wo Benutzer Docker-basierte Anwendungen mit einem Klick installieren können. Rockstor ist als Community-Edition kostenlos erhältlich, wobei auch eine kommerzielle Version angeboten wird, die zusätzlichen Support und erweiterte Funktionen bietet.
Die Hauptfunktionen von Rockstor umfassen die Unterstützung für Snapshots, die Datenreplikation, Festplattenmanagement, Echtzeitüberwachung und die Integration von Drittanbieteranwendungen über Docker. Die Software bietet auch Unterstützung für die S.M.A.R.T.-Technologie zur Überwachung der Festplattengesundheit.
Als NAS- und Cloud-Speicherlösung bietet Rockstor eine Balance zwischen fortschrittlichen Funktionen und Benutzerfreundlichkeit. Die Unterstützung für das Btrfs-Dateisystem und die Integration von Docker erweitern die Möglichkeiten des Systems und ermöglichen Anpassungen und Erweiterungen.
Rockstor tritt in den Markt der Netzwerkspeicherlösungen ein, neben anderen Optionen wie Unraid, Amahi, XigmaNAS und OpenMediaVault. Es richtet sich an Heimanwender und kleine bis mittlere Unternehmen, die eine robuste und flexible Speicherlösung suchen, die auf Open-Source-Prinzipien basiert.
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Open-Source-Storage – Speicher-Software zum Nulltarif
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(Bild: Storage-Insider)
Der Bedarf an Speicherkapazität steigt von Tag zu Tag – nicht nur, um die Daten von Produkten, Kunden und Transaktionen zu sichern, sondern auch, um Compliance-Anforderungen zu erfüllen und Auditierungen gut zu überstehen. Eine leistungsfähige Storage-Lösung ist also gefragt. Eine kostenlose Option bietet Open-Source-Software für Storage, insbesondere dann, wenn man sie selbst den eigenen Anforderungen anpassen darf.