Datensicherheit in Unternehmen Sensible Daten, unsensible Mitarbeiter

Von Heidi Schuster

Fahrlässiger Umgang mit Daten? Western Digital hat eine Studie zum Umgang mit hochsensiblen Daten im Arbeitsumfeld veröffentlicht. Diese zeigt: Mitarbeiter stellen eine höhere Gefahr für die Datensicherheit in Unternehmen dar als Hacker.

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Hacker scheinen doch nicht die größte Gefahr für Unternehmensdaten zu sein.
Hacker scheinen doch nicht die größte Gefahr für Unternehmensdaten zu sein.
(Bild: Pixabay)

Wer mit sensiblen Unternehmensdaten zu tun hat, sollte regelmäßig geschult werden. Aber ändert sich dadurch wirklich die Gefahrenlage? Anscheinend nicht. Denn laut einer Umfrage der Western Digital Corporation ist in Deutschland fast jeder vierte Mitarbeiter der Meinung, hochsensible Daten in Gefahr gebracht zu haben.

Obwohl sich laut Umfrage viele Datennutzer der Gefahren bewusst sind, gefährden sie häufig dennoch durch ihr Verhalten die Datensicherheit im Unternehmen. So geben 22 Prozent der in Deutschland Befragten an, in den vergangenen zwölf Monaten hochsensible Informationen einem Risiko ausgesetzt zu haben – wissentlich oder versehentlich. 55 Prozent der befragten Datenmanager in Deutschland bestätigen das und sind der Auffassung, dass das Verhalten der Mitarbeiter eine größere Bedrohung für ihre hochsensiblen Daten darstellt als externe Hacker. Ihrer Meinung nach könnten sogar 30 Prozent aller Datensicherheitsvorfälle ihren Ursprung in den eigenen Reihen haben.

Datenaustausch und -sicherung bergen großes Risiko

54 Prozent der deutschen Datenmanager stellen zudem eine Zunahme von Sicherheitsbedrohungen und -vorfällen fest. Deutschland steht im internationalen Vergleich jedoch deutlich besser als andere Länder da. Denn unter allen Befragten verzeichneten insgesamt 62 Prozent einen Anstieg von Sicherheitsvorfällen in ihrem Unternehmen.

Vor allem bei Datenaustausch und -sicherung setzen viele Mitarbeitende ihr Unternehmen hohen Sicherheitsrisiken aus. Länderübergreifend zeigen die Zahlen, dass 55 Prozent der Datennutzer Zugriff auf Daten haben, von denen sie glauben, dass sie außerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs liegen. Dies ist umso besorgniserregender, als laut Umfrage 98 Prozent der Datenmanager die Sicherheit beim Speichern und Übertragen sensibler Arbeitsinhalte für verbesserungswürdig halten.

In deutschen Unternehmen werden der Umfrage zufolge hochsensible Daten am häufigsten per E-Mail (48 %) ausgetauscht oder versendet. Es folgen Cloud- beziehungsweise Online-Filesharing (46 %), Postversand und USB-Laufwerke (jeweils 24 %). Nur 19 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland nutzen HDDs oder SSDs zum Datenaustausch. Im internationalen Vergleich verzeichnet Deutschland hier den niedrigsten Wert, denn länderübergreifend sind es 31 Prozent. Die Ergebnisse zeigen laut Western Digital, dass Nutzerfreundlichkeit und vertraute Arbeitsweisen Schlüsselfaktoren dafür sind, wie sensible Daten ausgetauscht werden.

Mehr Kontrolle ist gewünscht

88 Prozent der Datenmanager wünschen sich mehr Kontrolle darüber, wie Informationen gespeichert und ausgetauscht werden. Um die Sicherheit hochsensibler Daten maßgeblich zu verbessern, beabsichtigen 54 Prozent der befragten Datenmanager, in den kommenden zwei Jahren verstärkt HDDs und SSDs einzusetzen. Aufgrund umfassender Funktionen sind physische Festplatten und Solid State Drives laut der Umfrage prädestiniert für den sicheren Datenaustausch und den Schutz kritischer Unternehmensdaten – darunter:

  • konsistente Leistung und Zuverlässigkeit (66 %),
  • Verschlüsselung (60 %),
  • Verbesserte Kontrolle und optimierter Datenschutz aus der Ferne, wenn das Laufwerk verloren geht oder gestohlen wird (55 %),
  • große Speicherkapazität (55 %),
  • verbesserte Authentifizierung (50 %).

Über die Studie

2021 führte die Western Digital Corporation die Umfrage unter 737 Datenmanagern und 1.467 Datennutzern in Großbritannien, Italien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten durch. Die Befragten arbeiten in Unternehmen unterschiedlicher Größe – von Betrieben mit zehn bis 99 Mitarbeitenden bis hin zu Konzernen mit über 5.000 Angestellten. Abgedeckt waren verschiedene Branchen: Medien- und Unterhaltungsbranche, Rechtsberatung, Finanzumfeld, Gesundheitswesen sowie der öffentliche Sektor.

Insgesamt wurden im Rahmen der Studie mehr als 2.000 Arbeitnehmer (Datennutzer) und Arbeitgeber (Datenmanager) aus verschiedenen Branchen in Europa und im Nahen Osten befragt. Hauptaspekte der Umfrage waren das alltägliche Verhalten bei der Bearbeitung und die Weitergabe von Informationen sowie ihre Ansichten zum Thema Datensicherheit.

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