Storage-Neuheiten von Kalray, Weka.io und Vast Data Speicher für hohen Datendurchsatz und große Volumina

Autor / Redakteur: Michael Matzer / Dr. Jürgen Ehneß

Auf der jüngsten Ausgabe der Konferenz „Technology Live!“ der Agentur A3 Communications haben Kalray, WekaIO und VAST ihre Produkte und Neuheiten vorgestellt. Scality diskutierte mit den Teilnehmern der Online-Konferenz Trends und Phänomene des Object-Storage-Marktes.

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Weiterhin im Fokus der Storage-Hersteller: Tempo beim Datentransfer.
Weiterhin im Fokus der Storage-Hersteller: Tempo beim Datentransfer.
(Bild: ©kardd - stock.adobe.com)

Kalray

Der französische Hersteller Kalray möchte den neuen Prozessortyp der Data Processing Unit (DPU) als gleichwertigen Baustein neben CPU und GPU etablieren. Wichtigstes Merkmal ist die Multicore-Architektur MPPA. Diese MPPA-Prozessoren, die mehr als ein Dutzend Rechenkerne besitzen, und die entsprechenden Einsteckkarten sollen künftig in Embedded-Systemen wie autonomen Fahrzeugen sowie in Rechenzentren als programmierbare Beschleuniger zum Einsatz kommen.

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Im Storage-Bereich können sie die Arbeitsschritte Kompression, Deduplikation und Verschlüsselung mit SSL beziehungsweise TLS übernehmen. Die MPPA-Architektur soll es erlauben, alle diese Aufgaben parallel und gleichzeitig auszuführen. Geringere Latenz, höherer Datendurchsatz und geringere Kosten sollen die Vorteile sein, besonders in Rechenknoten in der Cloud und am Edge. Eric Baissus, CEO und President von Kalray, sieht die K200-LP als „Game-Changer“: Erstes Produkt neben dem einzelnen MPPA-Prozessor ist ebendiese Einsteckkarte Kalray K200-LP, die wiederum in einer „FlashBox“-Appliance zusammen mit 24 SSDs angeboten wird. Die K200-LP unterstützt hohen Datendurchsatz mit NVMe oF, also sowohl NVMe over TCP (NVMe oF over TCP) als auch NVMe over RoCE (NVME oF over RDMA over Converged Ethernet).

Die Karte soll laut Baissus mit zwei 100-Gbps-Ethernet und einem PCIe-Gen4-Bus einen Datendurchsatz von mehr als 2 MIOPS und eine Datenübertragungsrate von 12 Gigabyte pro Sekunde pro Karte (mit RoCE und TCP) liefern. Die Latenz soll unter 300 Millisekunden liegen. Beschleunigt durch diese Protokolle, soll die Karte Verwendung in Storage-Appliances und CSP-Rechenzentren finden, wo PCIe 4.0 und Ethernet genutzt werden. Die Integration kann auf Bare Metal, VMware, Openstack, Container-Infrastrukturen und auf HPC-Filesystemen erfolgen. Der taiwanesische Chiphersteller Wistron produziert die Karte bereits.

WekaIO

Der israelisch-US-amerikanische Software-Hersteller WekaIO bietet ein hochperformantes File-Management-System für unstrukturierte Daten an. Das POSIX-konforme, parallelisierte WekaFS-Filesystem verwendet NVMe und unterstützt bis zu 14 Exabyte an Namespaces. Weil WekaFS optimal für die Bereitstellung unstrukturierter Daten und die Beschleunigung durch Nvidia-GPUs tauglich sei, eignet es sich laut CEO Liran Zvibel besonders für den Einsatz im HPC, in KI-/Machine-Learning-Architekturen und in den Biowissenschaften (Genomik, Vakzinforschung und so weiter).

Da WekaIO eng mit Nvidia zusammenarbeitet, war es keine Überraschung, als der Hersteller seine Unterstützung für die neue HGX-Plattform von Nvidia ankündigte. HGX umfasst die A100-GPU, NDR-400G-InfiniBand und die Software Magnum IO GPUDirect Storage. Mit diesem dritten Leistungsmerkmal hat WekaIO nach eigenen Angaben die höchsten Datendurchsatzraten erzielt, die je bei Microsoft Resarch getestet wurden. Dabei wurde WekaFS auf gekoppelten DGX2-Servern von Nvidia ausgeführt.

VAST Data

VAST bietet die Software „Gemini“ für die Erstellung einer sogenannten „Flash Cloud“ an. Dabei handelt es sich laut Marketingleiter Jeff Demworth um eine „Disaggregated, Shared Everything Cluster Architecture“ (DASE). Sie soll Storage-Architekturen bis zu einem Volumen von derzeit 50 Petabyte erlauben; ein Umfang von Clustern, die 50 bis 100 PB groß sind, ist geplant. VAST selbst bietet eine Appliance an, deren Kapazität bei 675 TB anfängt. Sie werde vom Systemhaus Avnet vertrieben, berichtete Peter Gadd, der Vertriebsleiter.

Die VAST-Architektur soll es den Kunden erlauben, ihre Cloud-Kosten nicht nur um durchschnittlich 70 Prozent zu reduzieren, sondern auch HPC- und KI-Anwendungen On-Premises schneller und kostengünstiger als in der Cloud auszuführen. Voraussetzung für die niedrigen Kosten sind nicht nur wegfallende Cloud-Gebühren und Datentransferkosten, sondern auch die niedrigen Beschaffungs- und Betriebskosten für QLC-SSDs und Intel-Optane-Laufwerke.

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Die Hardware besteht vor allem aus Intel 3D Xpoint (Intel Optane) und QLC-Flash-Laufwerken, einer effizienten Datenreduktions-Software und der genannten DASE-Architektur. Diese umfasst effiziente NIC-Adapter, VAST-Container-Server und Clients, die über eine Reihe von Protokollen angekoppelt werden können: NFS, NFS over RDMA plus GPUDirect (erfordert Nvidia), SMB, S3, Kubernetes Container Storage Interface (CSI).

Es gibt nur ein klitzekleines Problem: Die Zukunft von Intel Optane scheint nicht allzu sicher und wird in der Branche lebhaft diskutiert. Liran Zvibel, der CEO von WEKA.io, hielt mit seinen Zweifeln an den Zukunftsaussichten von Intel Optane nicht hinterm Berg. Aber es gibt ja noch andere QLC-SSDs.

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