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Kooperation von NetApp und appliedAI Storage, Datenmanagement – und mehr KI für Deutschland

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Dr. Jürgen Ehneß

Im April sind NetApp und appliedAI, eine Münchner Initiative im Bereich Künstliche Intelligenz (KI), eine Kooperations- und Technologiepartnerschaft eingegangen. Durch die Zusammenarbeit wollen sie die Adaption von KI-Technologie bei deutschen Unternehmen sowie in der Wissenschaft beschleunigen.

Storage-Spezialist NetApp bringt sein Wissen zur Entwicklung und Verbreitung von KI-Technologie ein.
Storage-Spezialist NetApp bringt sein Wissen zur Entwicklung und Verbreitung von KI-Technologie ein.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Dabei bringt NetApp sein Datenmanagement-Know-how in die Partnerschaft mit appliedAI ein und schafft mit der Data-Fabric-Architektur sowie der KI-fokussierten AI Data Plane die Voraussetzung, um Daten für KI-Projekte schnell und zuverlässig zur Verfügung zu stellen. appliedAI ist eine rund zwei Jahre junge Initiative der UnternehmerTUM, dem Zentrum für Innovation und Gründung an der TU München. Sie dient als gemeinnützige, neutrale Plattform für Start-ups, Unternehmen jeder Größe, öffentliche Einrichtungen und Wissenschaftler. Ziel ist, die Anwendung neuester Methoden und Technologien im Bereich Künstlicher Intelligenz voranzutreiben.

Storage-Insider hat sich mit Alexander Waldmann, Director of Operations and Technology bei appliedAI, und Hermann Wedlich, Manager Business Development und Strategische Partner Allianzen bei NetApp, über ihre gemeinsamen Ziele unterhalten.

Storage-Insider: Die appliedAI-Initiative soll ein Umfeld schaffen, um Erfahrungen im KI-Bereich zu sammeln und neueste Technologien auf reale Problemstellungen anzuwenden. Welche realen Problemstellungen haben Sie aktuell in Angriff genommen?

Alexander Waldmann, Director of Operations and Technology bei appliedAI.
Alexander Waldmann, Director of Operations and Technology bei appliedAI.
(Bild: appliedAI)

Alexander Waldmann, appliedAI: Unsere Mitglieder kommen aus allen möglichen Branchen, etwa dem Automobilbau oder der Fertigung – KI kann an vielen Stellen ansetzen, bei der Mustererkennung, dem Monitoring et cetera. Hier wird die gesamte Bandbreite an Einsatzszenarien bedient. Ziel der appliedAI-Initiative ist es, Mitarbeiter und Management im KI-Bereich zu qualifizieren sowie den Wissensaustausch anzuregen. Nur wenn wir jetzt damit beginnen, Erfahrungen mit KI-gestützten Produkten und Dienstleistungen zu sammeln, können wir Wettbewerbsvorteile schaffen.

Hermann Wedlich, Manager Business Development und Strategische Partner Allianzen bei NetApp.
Hermann Wedlich, Manager Business Development und Strategische Partner Allianzen bei NetApp.
(Bild: STEFAN DIEN stefan-dien.com)

Hermann Wedlich, NetApp: NetApp hat das AI Lab mit einem Cloud-fähigen, hochperformanten Flash-System inklusive der Datenmanagement-Plattform OnTap ausgestattet. Und dass Mitglieder von appliedAI zusammenarbeiten können, sieht man beispielsweise an unserer Kooperation mit Nvidia. Unser ONTAP AI basiert auf einer Architektur, die Nvidia-DGX-Server mit NetApp All Flash FAS Storage und Mellanox- oder Cisco-Netzwerken zusammenführt und die Effizienz von KI-/Deep-Learning-Umgebungen steigert.

Die Initiative hat ja noch jede Menge andere Technologiepartner, etwa eine IBM, Google, SAP et cetera, jeweils mit ganz eigenen Technologieansätzen. Gibt es da keine Konflikte?

Waldmann: Ja, wir haben viele beteiligte Partner aus unterschiedlichsten Industrien, etwa BMW, Brainlab, Giesecke+Devrient oder auch Linde, die von dem diversifizierten Partnernetzwerk profitieren. Unterm Strich hat es für alle große Vorteile, wenn man auf unterschiedlichste Technologien zugreifen kann und sich selbst ein Bild macht. Das sieht auch das Land so; zu den Ecosystem-Partnern zählen das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi) oder auch die Heinz und Heide Dürr Stiftung. Zu praktisch allen akademischen Kollegen, die an KI forschen, haben wir beste Verbindungen. Dazu zählen beispielsweise die Technische Universität München (TUM), Fraunhofer, Helmholtz und auch das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Allerdings sind wir nicht so sehr an der Forschung, sondern vielmehr an der praktischen Umsetzung interessiert. Welche Technologie im Speziellen zum Einsatz kommt, hängt immer vom jeweiligen Use-Case ab. Und da gibt es keine Konflikte. Intel etwa steuert seine Xeon-Prozessoren, Movidius und FPGA-Karten bei, Nvidia seine DGX-Server und Cisco sein Unified Computing System (UCS) – um nur einige zu nennen

Wedlich: Allen Beteiligten ist klar, dass es darum geht, Künstliche Intelligenz in Deutschland sowie Europa mehr in die Anwendung zu bringen und hierzulande als Ganzes voranzutreiben. Das geht besser gemeinsam.

Nochmal zurück zu den geplanten Projekten von appliedAI. Wie werden diese in Verbindung mit NetApp typischerweise aussehen?

Wedlich: NetApp und die verschiedenen Partner von appliedAI werden zusammenarbeiten, um beispielsweise mit KI intelligente Antworten auf die drängendsten Herausforderungen verschiedener Branchen zu entwickeln. Durch die Kombination von KI und Cloud-Plattformen, NetApps Cloud-angebundenen All-Flash-Bausteinen, deren Software-Intelligenz zum Datentransport und beispielsweise den ultraschnellen Nvidia-GPU-gestützten Rechnersystemen können diese Kunden innovative Produkte entwickeln, Risiken reduzieren und den Kundenservice verbessern.

Eine zentrale Säule im Angebot der appliedAI-Initiative ist das AI Lab. Es stellt Interessierten die technische Infrastruktur zur Verfügung, um KI-basierte Lösungen und Produkte zu entwickeln. Wo befindet sich denn das AI Lab? Wie ist es ausgestattet?

Waldmann: Aktuell ist die Initiative noch auf dem Campus der TU München in Garching beheimatet, das AI-Lab beziehungsweise unsere Cluster sind bei Equinix direkt neben Google untergebracht. Bald aber werden wir mit unseren rund 40 Mitarbeitern in einen Neubau in der Münchner Innenstadt umziehen. Dort sind wir auch in unmittelbarer Nähe zu Anwendern und anderen KI-Forschungseinrichtungen.

Die Technologiepartner sollen für neueste KI-Hard- und -Software sowie ausgewählte Referenzarchitekturen sorgen, gleichzeitig will man sich nicht ins Gehege kommen. Ist appliedAI eine Art Debattierklub?

Waldmann: Von unseren 40 Mitarbeitern sind zwei Drittel Ingenieure – das sind Praktiker, die wollen Ergebnisse sehen. Wir bauen reale Lösungen – bislang rund 30 –, offerieren Aus- und Weiterbildungen in Unternehmen, womit schon über 1.000 Leute erreicht wurden, und gestalten Online-Kurse. Zudem helfen wir Anwendern beispielsweise durch unsere Strategieberatung. Zusammenfassend: Wir sind eine Art KI-Beschleuniger für Unternehmen.

Herr Wedlich, Herr Waldmann, vielen Dank für das Gespräch!

(ID:46650468)

Über den Autor

Dr. Dietmar Müller

Dr. Dietmar Müller

Journalist