Selbstheilend durch verteiltes Dateisystem

Suse stellt sein Enterprise Storage auf Ceph-Basis

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Rainer Graefen

Das verteilte Dateisystem Ceph ermöglicht selbstheilenden Objektspeicher.
Das verteilte Dateisystem Ceph ermöglicht selbstheilenden Objektspeicher. (Suse)

Suse bringt sein seit längerem angekündigtes Software Defined Storage-Produkt Enterprise Storage 1.0 auf den Markt. Die Lösung basiert wie beim direkten Konkurrenten Red Hat Inktank Ceph Enterprise 1.2 auf dem verteilten Objektspeicher mit dem Dateisystem Ceph.

SUSEs Software Defined Storage-Lösung Suse Enterprise Storage, Powered by Ceph 1.0 ermöglicht Unternehmen in erster Linie ein kostengünstiges Speichern großer Datenmengen auf Basis von preiswerter Commidity-Hardware. Mit Suse Enterprise Storage 1.0 können Unternehmen auf einfache Weise einen Ceph-Cluster aufbauen. Während Red Hat mit gleich zwei SDS-Produkten auf Ceph- und Gluster-Basis schon länger im Storage-Markt präsent ist, markiert Suse Enterprise Storage 1.0 für den Linux-Distributor erst den Einstieg in das Segment.

Suse Enterprise Storage basiert auf dem verteilten Objektspeicher und Dateisystem Ceph, das ursprünglich von Inktank entwickelt und seit 2009 Bestandteil des Linux-Kernels ist. Red Hat hatte Inktank im Frühjahr letzten Jahren übernommen und konnte sein Red Hat Inktank Ceph Enterprise bereits im Juli 2014 präsentieren.

Ceph intern

Ein verteilter Objektspeicher wie Ceph ist über beliebig viele Server redundant und besitzt daher keinen Single Point of Failure, ist also bei Ausfall einer Komponente selbstheilend. Bei Ceph entsprechen Blöcke den einzelnen Dateien, wobei Ceph Blöcke über beliebig viele Geräte hinweg zu einem einzigen Blockgeräte zusammenfasst, die mit Hilfe des darüber liegenden Ceph-Dateisystems repliziert gespeichert werden.

Suse Enterprise Storage 1.0 setzt allerdings nicht auf die aktuelle Ceph-Version 0.87 (Giant) vom Oktober 2014 letzten Jahren, sondern auf die Version 0.8 ( Firefly). Als Basis-Betriebssystem kommt Suse Linux Enterprise 12 zum Einsatz. Dank der Ceph innewohnenden Redundanz ist Suse Enterprise Storage hochverfügbar und beliebig erweiterbar. Zudem braucht das System so gut wie keine Pflege, weil die Daten automatisch verteilt werden.

Bereitstellung

Suse Enterprise Storage ist als installierbares Software-Bundle realisiert, mit dem Unternehmen Standard-x86-Server in einen Ceph-Cluster umfunktionieren können. Der besteht aus Storage- und Monitoring-Nodes und einer Management-Maschine.

Suse Enterprise Storage 1.0 unterstützt unter anderem Thin provisioning, Copy-on-write clones, Erasure coding, sowie einen gleichzeitigen Object- und Block-Zugriff. Ferner unterstützt Suse Enterprise Storage im laufenden Betrieb Software-Updates, eine Erhöhung der Knotenzahl und der Kapazität.

Zur Anbindung externer Massenspeicher stehen SAS und iSCSI, nicht aber Fibre Channel oder InfiniBand zur Verfügung. Darüber hinaus lässt sich Suse Enterprise Storage nicht nur standalone betreiben, sondern auch in OpenStack integrieren und bietet APIs für einen programmgesteuerten Zugriff.

Alternative für proprietäre Midrange Speichersysteme

Suse Enterprise Storage 1.0 soll vor allem Unternehmen helfen, die Kosten zu senken und verspricht, diese auf weniger als 0,1 Cent pro Monat und Gigabyte zu senken. Nach Aussage von Nils Brauckmann, Präsident und General Manager von SUSE habe das stetige Anwachsen der von Unternehmen zu handhabenden Datenvolumen einen kritischen Bereich erreicht, der die Verfügbarkeit einer zuverlässigen und dennoch erschwinglichen Speicherlösungen anstelle der traditionellen, teuren proprietären Lösungen, erforderlich mache.

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