Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium

Tivoli Storage Manager – die Erfolgsgeschichte der ersten 20 Jahre, Teil 5

18.05.2010 | Autor / Redakteur: Klemens Poschke / Nico Litzel

Logo für die Tivoli-Schnittstellen-Zertifizierung von externen Anwendungen
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Mit Tivoli Storage Manager for Data Retention (Oktober 2003) wurde eine spezielle Variante des TSM für die revisionssichere Archivierung von Daten bereitgestellt. Diese Software hat besondere Bedeutung auch für die IBM-Speicherlandschaft, weil sie die Software-Basis für die Archiv-Backend-Lösungen DR450, DR550 und IBM Integrated Archive (Oktober 2009) ist.

Der Grund für die Entwicklung solcher Archiv-Backendlösungen war einerseits die mangelhafte Zukunftsperspektive der optischen Speichermedien generell, die bis dahin die maßgebliche Technologie für die gesetzeskonforme Langzeitarchivierung waren, andererseits die verschärften gesetzlichen Regularien, die nach einigen Fällen von Bilanzfälschung vor allem in USA erlassen wurden (u. a. als Antwort auf die ENRON/Worldcom-Pleite).

Die Faszination von TSM for Data Retention besteht in der simplen Funktion, dass man unter seiner Kontrolle wieder beschreibbare Datenträger (Magnetplatte, Magnetband) im Software-WORM-Modus (write-once-read-many) betreiben und zusätzlich neue physische WORM-Medien wie WORM-Tapes (IBM 3592, LTO3 und LTO4) nutzen kann. WORM bedeutet das Verhindern von Überschreiben und das Sicherstellen von Löschen erst nach Ablauf vorgegebener Sperrfristen.

Die Idee dazu entstand aus der Archivfunktion, die TSM schon immer parallel zum Backup angeboten hat. Im „Archiv“-Modus überschreibt TSM keine Daten, sondern schreibt jedes Objekt neu, auch wenn das Objekt mit all seinem Inhalt und Attributen schon einmal gespeichert wurde. Gleichnamige Objekte unterscheiden sich über eine eindeutige Objekt-ID und durch Datum/Uhrzeit der Speicherung und sind darüber auch wieder eindeutig zugreifbar.

Daten werden nicht überschrieben

Die prinzipielle Arbeitsweise des „Archive-Mode“ entspricht also der ersten Forderung von revisionssicherer Archivierung, dem Verhindern von „Überschreiben“. Die zweite Kardinalforderung ist die Sicherstellung von Löschoperationen nur unter Kontrolle der steuernden Archivanwendung, die die Sperrfristen vorgibt und steuert.

Dazu wurde im TSM ein zusätzliches „Retention“-Verfahren implementiert, das es ermöglicht, die traditionelle Verfallssteuerung des TSM („chronological retention“) alternativ durch eine von der Archivanwendung kontrollierte mehrstufige Verfallssteuerung zu ersetzen („event-based retention“ und „deletion hold/ release“).

Der Löschschutz im TSM for Data Retention wird zusätzlich durch Maßnahmen komplettiert, die es verhindern, dass der TSM-Administrator Archivdatenträger löschen oder die Bindung von Aufbewahrungsregeln an Objekte verändern kann.

Schnittstelle für die Datenübergabe ins TSM for Data Retention ist entweder der Archive-Client oder die Archivfunktion der TSM-API-Schnittstelle ab V5.2.2, die im Laufe der folgenden Jahre in eine Vielzahl von DMS- und Archivanwendungen innerhalb der IBM (IBM ContentManager, IBM Commonstore, IBM Filenet und IBM Optim) und in Lösungen von unabhängigen Softwarehäusern eingebaut wurde (u.a. OpenText, SER, Saperion, d.velop, Easy, Ceyoniq, Waters, PBS und viele andere).

Weiter mit: Umbenennung in IBM System Storage Archive Manager

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