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Archive von Dark Data befreien Überflüssiger Datenmüll vergrößert den CO2-Fußabdruck

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Immer größere Mengen sinnloser Daten binden wertvolle Speicherressourcen und verbrauchen unnötig Energie. Infolgedessen werden gigantische CO2-Emissionen verursacht, obwohl die Digitalisierung eigentlich einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten könnte.

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Rechenzentren sind nicht selten wahre Datengräber, in denen Unmengen von Datenmüll abgeladen werden – mit großen Folgen für die Umwelt.
Rechenzentren sind nicht selten wahre Datengräber, in denen Unmengen von Datenmüll abgeladen werden – mit großen Folgen für die Umwelt.
(Bild: gemeinfrei© Andrew Martin / Pixabay )

Wenn der Trend zum sinnlosen Archivieren anhält, werden allein in diesem Jahr 5,8 Millionen Tonnen Kohlendioxid unnötig in die Atmosphäre gepumpt. Grund hierfür: Jedes Unternehmen weltweit produziert Datenmüll. Im Schnitt kennen Firmen bei 52 Prozent ihrer Daten weder den Inhalt noch den Wert. Diese „dunklen Daten“ (Dark Data) verursachen aber nicht nur Kosten, sie haben auch große Folgen für die Umwelt.

Eine Strategie für das Datenmanagement und das systematische Löschen können den CO2-Fußabdruck der Digitalisierung spürbar reduzieren.
Eine Strategie für das Datenmanagement und das systematische Löschen können den CO2-Fußabdruck der Digitalisierung spürbar reduzieren.
(Bild: Veritas)

Analysten wie die von IDC sagen voraus, dass die Menge der Daten weltweit von heute 33 auf 175 Zettabyte im Jahr 2025 wachsen wird. Wenn die Menschen ihre Gewohnheiten beibehalten und weiter Datenmüll speichern, kann man in fünf Jahren von 91 Zettabyte dunkler Daten ausgehen – der vierfachen Menge an Dark Data, die heute existiert. Damit wird sich wohl auch die nötige Energie vervierfachen, die zur Versorgung der digitalen Infrastrukturen mit Strom aufgewendet werden muss.

Und obwohl sich Bürger und Unternehmen weltweit engagieren, ihren CO2-Fußabdruck zu verkleinern, haben sie dabei dunkle Daten selten im Blick. Dabei verursachen Dark Data jährlich einen Kohlendioxidausstoß wie 80 Länder zusammen, erklärt Eric Waltert, Regional Vice President DACH bei Veritas Technologies. Er fordert daher, dass jeder das Thema Dark Data ernst nehmen müsse: „Dark Data zu filtern und sinnlose Informationen zu löschen, sollte für jedes Unternehmen und jeden Anwender ein moralisches Gebot werden.“ Und gerade die IT-Industrie sollte sich der Aufgabe stellen, da das Datenvolumen von Jahr zu Jahr größer werde.

Deshalb, so Waltert, sollten Firmen diese Art von Daten besser verstehen sowie Aufbewahrungsregeln entwickeln, um die Emissionen zu reduzieren. Es gebe viel zu viele Daten, auf die nie wieder zugegriffen würde, einfach weil Cloud-Speicher so billig und scheinbar unbegrenzt zur Verfügung stehe – „Tausende von Videos und Fotos, die wir nie wieder anschauen, und E-Mails, die wir nie lesen.“

Bessere Datenpflege zum Wohle des Planeten

Veritas hat fünf Maßnahmen definiert, mit denen Firmen ihren Datenmüll nicht nur risikofrei löschen, sondern dabei auch Kosten senken und Compliance-Vorschriften besser einhalten können:

  • 1. Alle Datenquellen identifizieren und einsehen: Data Mapping und Data Discovery sind die ersten beiden Maßnahmen, mit denen Firmen die Datenflüsse in ihrer Organisation besser verstehen können. Sie gewinnen so einen Überblick über ihre Datenbestände und wissen, wo Daten und sensible Informationen abgelegt sind, wer auf sie zugreifen darf und wie lange sie aufbewahrt werden. Auf diese Weise können Unternehmen Dark Data identifizieren.
  • 2. Dark Data untersuchen: Mit einem proaktiven Datenmanagement können Unternehmen in die Daten hineinschauen und alle Datenquellen, ihre Speicher und Backup-Infrastruktur insgesamt überblicken. Sie sind somit in der Lage, Daten einen Wert zuzuordnen, das Risiko besser einzuordnen und so mit gutem Gewissen zu entscheiden, welche Daten gelöscht werden können.
  • 3. Daten automatisch erkennen und einstufen: Da die Datenmengen rasant wachsen, sollten Firmen ihre Daten mithilfe entsprechender Software automatisch analysieren und nachverfolgen sowie ohne menschliches Zutun Berichte generieren lassen. Mit diesen Berichten kann ein Unternehmen nachweisen, dass es seiner organisatorischen Verantwortung für Dark Data nachkommt und bei Fragen zur Sicherheit und Datennutzung auskunftsfähig ist. Firmen werden wahrscheinlich Petabyte an Daten und Milliarden von Dateien untersuchen müssen. Daher sollte ihr Data-Insight-Ansatz Archive, Backups und Sicherheitslösungen einbinden, um Datenverlusten vorzubeugen und die Informationen anhand klarer Richtlinien vorzuhalten.
  • 4. Datenbestand verkleinern und kontrollieren: Wichtig ist es, die Menge der Daten zu reduzieren, sie nur zweckgebunden zu speichern und genau zu kontrollieren, wer die Daten nutzt. Mit Klassifizierungstechniken und flexiblen Regeln für die Aufbewahrung der Daten lassen sich irrelevante Informationen aufspüren und risikofrei löschen – dies ist ein Eckpfeiler in jedem Dark-Data-Projekt.
  • 5. Regelkonform handeln: Compliance-Regeln wie die DSGVO sehen vor, dass Organisationen bestimmte Datenverstöße an zuständige Aufsichtsbehörden melden und die betroffenen Personen informieren. Wer Dark Data untersucht, wird möglicherweise darin auch personenbezogene Daten finden. Organisationen müssen daher unbedingt klären, wie schnell sie in der Lage sind, Verstöße gegen Richtlinien zu identifizieren und Meldeverfahren einzuleiten. Nur so können sie Compliance-konform handeln.

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Über den Autor

 Elke Witmer-Goßner

Elke Witmer-Goßner

Redakteurin, CloudComputing-Insider.de