Storage-Management mit Linux: Festplatten anbinden und mit Bordmitteln Speicher verwalten Verwalten von Storage auf Ubuntu und CentOS

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Dr. Jürgen Ehneß

Um Festplatten und Partitionen zu verwalten, stehen die klassischen Befehle im Terminal zur Verfügung, aber auch Tools in der grafischen Oberfläche. Wir geben nachfolgend Tipps zur Einrichtung von Storage in Ubuntu 20.04 und CentOS.

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Storage-Verwaltung via Ubuntu und CentOS – so geht’s.
Storage-Verwaltung via Ubuntu und CentOS – so geht’s.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Wer auf Ubuntu setzt und auch die grafische Oberfläche installiert hat, kann zur Verwaltung von Datenträgern auf das interne Tool „Laufwerke“ setzen, das über das Dashboard gefunden werden kann. Auf der linken Seite sind die erkannten und eingebundenen Datenträger zu sehen. Durch einen Klick auf einen Datenträger erscheinen die Partitionen und deren Daten auf der rechten Seite. Durch das Anklicken einer Partition können diese gelöscht oder angepasst werden.

Im Terminal können die Daten der gemounteten und verfügbaren Datenträger natürlich auch in Ubuntu verwaltet werden. Eine Liste wird mit „sudo fdisk -l“ angezeigt. Der Mountpunkt der einzelnen Partitionen wird mit „mount“ angezeigt. Der Befehl zeigt die einzelnen Partitionstabellen an.

Partitionen anpassen, Dateisystem überprüfen und reparieren

Über das Zahnradsymbol beim Anklicken einer Partition können Partitionen neu formatiert werden. Auch das Ändern der Größe oder die Überprüfung des Dateisystems können auf diesem Weg durchgeführt werden.

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Im Rahmen der Einrichtung von neuen Datenträgern können hier am Beispiel von Ubuntu 20.04 das Dateisystem Ext4, NTFS oder FAT verwendet werden. Hier können komplette Datenträger auch Kennwortverschlüsselt werden. Dazu nutzt Ubuntu Linux Unified Key Setup (LUKS). Durch die Auswahl von „Andere“ können auch die Dateisysteme XFS, Btrfs, F2FS, exFAT, UDF und andere verwendet werden. Nach Auswahl der Optionen beginnt der Assistenten mit dem Formatieren. Unter welchem Namen der Datenträger in Linux angebunden wird, zeigt der Assistent ebenfalls an.

Wenn eine Partition in Linux eingehängt (gemountet) ist, zeigt die Laufwerksverwaltung das Icon zum Aushängen (Unmounten) als Stop-Symbol neben den Einstellungen an. Frisch formatierte Datenträger müssen zunächst manuell gemountet werden. Dazu reicht ein Klick auf das Play-Symbol.

Während ein Datenträger formatiert wird, können mit der Laufwerksverwaltung in Ubuntu 20.04 auch andere Partitionen verwaltet werden. Auch hier steht dazu das Icon mit den Zahnrädern zur Verfügung.

Über die Einstellungen von Partitionen können auch Leistungstests und Überprüfungen des Dateisystems durchgeführt werden. Auf diesem Weg können auch Probleme mit Datenträgern behoben werden.

Storage auf Ubuntu-Server bei der Installation einrichten

Wer Ubuntu-Server installiert, kann das Storage-System bereits bei der Installation des Servers über den Assistenten einrichten. Auch hier stehen die Optionen zur Verfügung, um zum Beispiel eine LVM-Gruppe (Logical Volume Manager) zu erstellen. Bei LVM handelt es sich um eine Technologie, mit deren Hilfe Speichergeräte auf Ubuntu-Server effektiver verwaltet werden können. Wer mehrere physische Datenträger mit Linux zu einer logischen Einheit zusammenfassen will, sollte sich die Möglichkeiten des Logical Volume Managers (LVM) in Ubuntu 18.04/20.04 genauer anschauen.

Hier können auch RAID-Systeme eingerichtet werden. Mehr zur Einrichtung von Storage auf einem Ubuntu-Server ist auf der Webseite „Configuring storage in the server installer – Guided options“ zu finden.

Um Partitionen zu erstellen und zu verwalten, wird „sudo gdisk <Adresse>“ verwendet, zum Beispiel „sudo gdisk /dev/sdb“. Der Befehl funktioniert auch auf den Desktop-Versionen von Ubuntu. Mit gdisk können GPT-Partitionen angelegt und verwaltet werden. Nach Eingabe des Befehls sind die einzelnen Partitionstabellen des Datenträgers zu sehen. Um Partitionen zu verwalten, kann in gdisk mit „?“ eine Liste der Optionen angezeigt werden. Mehr zu gdisk ist in der Wiki zu Ubuntu zu finden.

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Speicherauslastung mit Disk Usage Analyzer und im Terminal anzeigen

Um die Speicherauslastung auf einem Ubuntu-Computer in der grafischen Oberfläche anzuzeigen, ist der Disk Usage Analyzer ein gutes Tool. In den meisten Fällen ist es auf Ubuntu bereits verfügbar. Die Installation des Tools erfolgt mit:

sudo apt install baobab

Danach kann das Tool über das Dashboard aufgerufen werden. Durch einen Klick auf „Festplattenbelegungsanalyse“ (auf deutschen Computern) zeigt der Disk Usage Analyzer für alle Verzeichnisse umfangreiche Informationen an. Wer ähnliche Informationen im Terminal anzeigen will, nutzt den Befehl „df -h“. Um den freien Speicherplatz anzuzeigen, kann auch „df -h /“ verwendet werden.

Storage in CentOS 8 und anderen Linux-Systemen verwalten

Viele Befehle zur Verwaltung von Storage sind in den verschiedenen Linux-Distributionen ähnlich. Um die Datenträgerauslastung anzuzeigen, kann auch in CentOS im Terminal auf „df“ gesetzt werden. Ausführliche Informationen zu dem Befehl werden mit „df --help“ angezeigt.

Auch „fdisk“ steht in CentOS zur Verfügung und zeigt mit „sudo fdisk -l“ eine Liste der vorhandenen Datenträger und deren Mountpoint an. Mit „mount“ werden speziell die gemounteten Datenträger und deren Mountpoint angezeigt. Wie in Ubuntu steht auch in der grafischen Oberfläche von CentOS die Laufwerksverwaltung zur Verfügung. Diese wird über „Laufwerke“ im Dashboard von CentOS gestartet.

Images von Partitionen und Datenträgern erstellen

In CentOS und Ubuntu ist es mit der Laufwerksverwaltung möglich, über „Partitionsabbild erstellen“ in den Einstellungen einer Partition mit Bordmitteln eine IMG-Datei zu erstellen. Hier steht auch die Option zur Verfügung, um eine IMG-Datei wiederherzustellen. Über das Menü mit den drei Strichen oben rechts (CentOS) beziehungsweise links (Ubuntu) in der Laufwerksverwaltung können darüber hinaus auch Images von kompletten Festplatten erstellt und wiederhergestellt werden. Auch das Durchführen von Leistungstests für komplette Festplatten ist auf diesem Weg möglich.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist