Oracle bringt die dritte Generation des Storagetek-Laufwerks T10000 auf den Markt

Warnung vor dem besten Bandlaufwerk aller Zeiten

02.02.2011 | Redakteur: Rainer Graefen

Das StorageTek Laufwerk T10000C schreibt 5 TByte Daten auf eine Cartridge.
Das StorageTek Laufwerk T10000C schreibt 5 TByte Daten auf eine Cartridge.

Die C-Generation des Storagetek Bandlaufwerks T10000 schlägt alles. Mit fünf Terabyte unkomprimierter Speicherkapazität zeigt die Tape-Industrie einmal mehr, dass man auf einer Tape-Cartridge billiger massenspeichern kann als auf Festplatte.

Das T10000C, die dritte Generation des Storagetek-Bandlaufwerks, speichert gigantische fünf Terabyte Daten auf einer Cartridge. In einer maximal ausgebauten Storagetek Library SL85000 lässt sich damit ein halbes Exabyte unkomprimierter Daten verstauen. Das reicht vielerorts für jahrzentelanges datensichern.

Tom Wultich, Oracles Director of Product Management Storage, wurde die „Ehre“ zuteil, das schnellste Bandlaufwerk der Welt mit der größten Speicherkapazität vorzustellen. Dass man damit jemanden begeistern könnte, scheint bei Oracle jedoch kaum einer zu glauben, so uninspiriert wie die weltweite Meldung darüber an die Öffentlichkeit gebracht wurde.

Ein neues Produkt, die alten Zahlenspiele

Mit der Speicherkapazität ist auch die Datentransferrate gestiegen. 240 MByte pro Sekunde erreicht das Laufwerk mit seinem 32-Spur-Kopf. Im besten Fall wäre das Medium damit nach knapp sechs Stunden voll geschrieben.

Beim Zahlenvergleich mit konkurrierenden Produkten wie der LTO-5-Laufwerksfamilie oder der verbleibenden Mainframe-Alternative TS1130 von IBM oder gar einer Tiered-Storage-Lösung, kann sich das T10000C entsprechend hervortun:

  • 50-mal leistungsfähiger
  • 30-mal mehr Kapazität
  • 99 Prozent weniger Strom- und Kühlbedarf

Und beim Flächenbedarf kommt durch die hohe Speicherdichte natürlich auch ein geringerer Footprint heraus. Dass „Oracle seine Führerschaft im Storage-Markt für Unternehmen weiter ausbaut“, versteht sich damit von selbst. Was fehlt, sind die Kunden, die so ein Konzept favorisieren.

Die Herausforderungen für Tape

Die Bandtechnik hat seit vielen Jahren prominente Gegner. Zum Beispiel EMC. Auf der „Tour der Rekorde“ zeigt der Vorreiter einer generellen Festplattenspeicherung zur Zeit gerne seinen Tape-Ball vor, quasi Bandsalat als Kunstwerk.

Und im Consumer-Umfeld wurde das Bandlaufwerk weitgehend durch externe USB-Drives, NAS-Server und Blu-ray abgelöst. Hier käme sowieso niemand auf die Idee ein Bandlaufwerk mit 5 Terabyte Kapazität einzusetzen.

Der größte Gegner der Tape-Technik ist sie allerdings selbst. Durch die technologische Spitzenleistung, die in der Tape-Technik steckt, entfernt sich die Industrie immer weiter von dem Gebrauchswert der früher obligatorischen Datensicherung. Das lässt sich mit CDP oder Snapshots wesentlich unkritischer lösen.

Negative Erfolgsbilanz

Größter Negativpunkt moderner Tape-Technik ist die ständig steigende Datentransferrate. Wieviel Anwender sind schon in der Lage 240 MByte Daten pro Sekunde an die Backup-Anwendung zu liefern? Die kann man an wenigen Händen abzählen. Das zeigte sich schon beim LTO-5-Streamer.

Und daran ändern auch die zwei Gigabyte Zwischenspeicher des T10000C wenig, die das gefürchtete Shoe-shining, das Abrubbeln der Bandoberfläche durch einen Start-Stop-Betrieb, vermindern sollen.

Was der Tape-Industrie derzeit fehlt, ist eine Vision. Während man für die Disk gerade den Bereich Hybrid Cloud Storage erschließt, weisen selbst die klassischen Datensicherer dem Tape eine Rolle in der letzten Hierarchiestufe der Datenspeicherung zu.

In einem Tiered-Storage-Konzept ist das die Langzeit-Archivierung. Dann fragt sich aber, ob das Tape für diese Aufgabe so schnell speichern muss.

 

T10000C: Die wichtigsten Parameter

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