Definition

Was ist Datendurchsatz?

| Autor / Redakteur: Stefan Luber / Dr. Jürgen Ehneß

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt. (Bild: © aga7ta - Fotolia)

Der Datendurchsatz gibt die maximale Menge an Nutzdaten an, die in einer bestimmten Zeit übertragen oder von einem System verarbeitet werden kann. Die Steuerdaten oder der Protokoll-Overhead sind beim Durchsatz nicht berücksichtigt. Es handelt sich daher um einen Nettowert.

Der englische Begriff für Datendurchsatz ist „Data Throughput“ oder einfach nur „Throughput“. Es handelt sich um eine Größe, die im IT-Umfeld die maximale Menge an Nutzdaten beschreibt, die in einer definierten Zeitspanne über eine Netzwerkverbindung übertragen oder von einem System verarbeitet werden kann. Die in die Berechnung eingehenden Daten sind Nettodaten und keine Bruttodaten. Steuerdaten wie der Protokoll-Overhead finden keine Berücksichtigung. Daher ist der Wert des Datendurchsatzes grundsätzlich niedriger als die maximal mögliche Bruttoübertragungsrate eines Systems oder Netzwerks.

Der Throughput ist von vielen Einflussfaktoren abhängig. Die Einheit ist üblicherweise Bit pro Sekunde (bit/s oder bps) oder Vielfache davon wie kbit/s oder Mbit/s. Im Storage-Umfeld wird häufig die Einheit Byte pro Sekunde (Byte/s oder Bps) verwendet. Der Throughput ist ein Maß für die Leistungsfähigkeit eines IT-Systems oder einer physikalischen beziehungsweise logischen Netzwerkverbindung.

Abgrenzung zwischen den Begriffen Datendurchsatz, Datentransferrate und Datenübertragungsrate

Die Begriffe Datendurchsatz, Datenübertragungsrate oder Datentransferrate werden oft in ähnlichen Zusammenhängen genannt. Sie sind jedoch klar voneinander abgegrenzt. Während es sich beim Durchsatz um einen Nettowert der tatsächlich maximal zu übertragenen oder zu verarbeiteten Nutzdaten handelt, bezieht sich die maximale Datenübertragungsrate oder Datentransferrate auf Bruttowerte. Sie berücksichtigt auch Steuerdaten oder Protokoll-Overhead und ist daher größer als der Wert des Datendurchsatzes.

Datendurchsatz im Storage-Umfeld

Ist im Storage-Umfeld von Throughput die Rede, ist in der Regel die Datenmenge gemeint, die von einem Speichersystem in einer bestimmten Zeit gelesen oder geschrieben werden kann. Übliche Einheiten sind Bytes pro Sekunde (Byte/s) beziehungsweise Bytes per Second (Bps).

In einigen Fällen kommt die Einheit Input- und Output-Operationen pro Sekunde (IOPS) zum Einsatz. Geht es um die Lese- und Schreibzugriffe bei Datenbanken oder um die reine Prozessierung von Daten sind Einheiten wie Transaktionen pro Sekunde (tps), Floating-Point-Operationen pro Sekunde (FLOPS) oder Batch-Jobs pro Zeiteinheit gebräuchlich.

Den Durchsatz beeinflussende Faktoren

Der maximal erreichbare Durchsatz ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Diese sind beispielsweise:

  • Leistung der Hardware,
  • verwendete Protokolle und Overhead-Anteil,
  • Auslastung des Systems,
  • Fehlerraten und Paketverluste,
  • verwendete Zugriffsverfahren,
  • äußere Störeinflüsse.

Datendurchsatzwerte typischer Netzwerk- und Übertragungstechnologien

Im Folgenden einige Datendurchsatzwerte für häufig genutzte Netzwerk- und Übertragungstechnologien:

  • 100-Mbit-Ethernet (geswitcht): maximale Datenübertragungsrate 100 Mbit/s – maximaler Nettodatendurchsatz 94 Mbit/s,
  • WLAN nach 802.11n: maximale Datenübertragungsrate 600 Mbit/s – maximaler Nettodatendurchsatz 240 Mbit/s,
  • USB 2.0: maximale Datenübertragungsrate 480 Mbit/s – maximaler Nettodatendurchsatz 280 Mbit/s,
  • USB 3.0: maximale Datenübertragungsrate 5 Gbit/s – maximaler Nettodatendurchsatz 3,84 Gbit/s,
  • SATA (6G): maximale Datenübertragungsrate 6 Gbit/s – maximaler Nettodatendurchsatz 4,8 Gbit/s,
  • Firewire (S3200): maximale Datenübertragungsrate 3,2 Gbit/s – maximaler Nettodatendurchsatz 1,92 Gbit/s.

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