Studie von Crisp Research im Auftrag von Fujitsu

Welche Storage-Konzepte trotzen der Datenflut?

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Ulrike Ostler

Die Studie „Storage-Strategien für das Rechenzentrum der Zukunft“ soll als konkrete Entscheidungshilfe dienen.
Die Studie „Storage-Strategien für das Rechenzentrum der Zukunft“ soll als konkrete Entscheidungshilfe dienen. (Bild: gemeinfrei. Akela999 / Pixabay / CC0)

Welchen Einfluss hat die zunehmende Datenflut aus den digitalen Geschäftsmodellen auf die Storage-Konzepte deutscher Unternehmen? Das sollte Crisp Research im Auftrag von Fujitsu in einer Studie herausfinden.

Deutsche Unternehmen stehen im Sturm der digitalen Transformation. Es gibt eine ganze Reihe von Trends und Einflüssen, die eine Veränderung der Storage-Strategie von Unternehmen notwendig machen. Abgesehen von dem stetigen Wachstum der zu verarbeitenden Daten, sorgt beispielsweise die mittlerweile breite Akzeptanz von Cloud-Services und deren globale Verfügbarkeit für mehr Sourcing-Optionen – IT-Landschaften sehen heute tendenziell „hybrid“ aus.

Veränderte Voraussetzungen

Die Innovationssprünge und der Preisverfall bei All-Flash-Arrays machen diese Systeme potenziell zum neuen De-facto-Storage-Standard für den Unternehmenseinsatz. Ihre größten Vorteile sind die geringe Latenz, höhere IOPS, eine höhere Speicherdichte und ein geringerer Stromverbrauch. Die ehemalige High-End-Technologie Flash wird Commodity und bietet sich heute als attraktive Konsolidierungsplattform an.

Hyper Converged Infrastructures (HCI) und Software-Defined Storage (SDS) setzen sich immer weiter durch, Fujitsu und Crisp hatten dies bereits früher als Teilergebnis der Studie mitgeteilt. Beide Methoden setzen neue Maßstäbe für den Formfaktor in Rack und Rechenzentrum sowie für die Administrations-Experience des Storage-Managements.

Auch Non-Volatile Memory Express (NVMe) schafft als innovativer und offener Standardtreiber deutlich verkürzte Latenzen zwischen Server oder Controller und NVMe-Laufwerken. Und schließlich sorgt Open-Source-Software auch im Storage-Bereich für Furore – CentOS, Ceph, Docker, FreeBSD, Linux, Swift und ZFS senken die Eintrittsbarrieren für neue SDS- oder Storage-Systeme.

Methode

Crisp Research sollte im Auftrag von Fujitsu herausfinden, wie die Verantwortlichen auf die Datenflut reagieren wollen. Wie wirken sich neue digitale Geschäftsmodelle mit einer stark zunehmen Anzahl an Daten auf die Storage-Strategie und die gesamte IT-Infrastruktur von Unternehmen aus? Mit welchen Herausforderungen sehen sich Unternehmen diesbezüglich konfrontiert, und wie lauten die wichtigsten Gestaltungskriterien für eine zukünftige Storage-Strategie?

Dafür wurden im Zeitraum von September bis Oktober 2018 insgesamt 179 IT-, Digitalisierungs- und Business-Entscheider befragt. 16 Prozent der Entscheider stammen aus Banken und Versicherungen. Weitere 15 Prozent und somit die zweitgrößte Gruppe sind Unternehmen aus dem Öffentlichen Sektor und Bildung, direkt gefolgt von 13 Prozent der Entscheider, die aus der Branche Logistik und Verkehr hervorgehen.

Mit jeweils 12 Prozent sind Unternehmen aus den Branchen Industrie, IT, Telco, Media sowie Konsumgüter und Handel abgebildet. Die verbleibenden 20 Prozent der Entscheider stammen aus den Branchen Professionelle Dienstleistungen (7 Prozent), Automobil und Automobilzulieferer (6 Prozent), Pharma und Gesundheitswesen (4 Prozent) sowie Versorger und Energiewirtschaft (3 Prozent).

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Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern wurden in der Studie nicht berücksichtigt. Der Anteil von Befragten aus Unternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern fiel mit 25 Prozent relativ hoch aus.

Unter den verantwortlichen Unternehmensbereichen ist die am stärksten vertretene Position mit 25 Prozent der Stichprobe die der IT-Leitung. Dicht gefolgt mit 22 Prozent der Verantwortlichen aus dem Bereich Finanzen/Controlling und Einkauf. Storage-Verantwortliche oder Manager sind mit 17 Prozent innerhalb der Stichprobe repräsentiert. Weitere 12 Prozent der Befragten sind als Geschäftsführung oder Vorstand in den Unternehmen tätig

Ergebnisse

Die Digitalisierung läuft auf Hochtouren – Unternehmen stecken mitten in Umsetzung der digitalen Transformation (62 Prozent). Schon jedes fünfte Unternehmen (18 Prozent) befindet sich in der Wachstums- und Skalierungsphase seiner digitalen Geschäftsmodelle – moderne, flexible IT-Infrastrukturen sind die Grundlage eines erfolgreichen Digital-Business. Die stärksten Treiber des Datenwachstums in deutschen Unternehmen sind neue digitale Geschäftsmodelle, IoT und das digitale Marketing.

Leider sehen sich rund 40 Prozent der Unternehmen technologisch wie organisatorisch noch nicht gut genug aufgestellt, um in der digitalen Welt erfolgreich zu sein. Es gibt eindeutigen Nachholbedarf in vielen Handlungsbereichen der Digitalisierung sowie bei der Modernisierung der IT-Infrastruktur. Dabei gilt – egal, ob in der Cloud oder im eigenen Rechenzentrum: Sicherheit, Datenschutz und Ausfallsicherheit sind immer noch die obersten Designkriterien für die Ausgestaltung der zukünftigen IT-Infrastruktur.

Daten gelten als das neue Gold – sind aber auch eine große Herausforderung. Gut zwei Drittel der befragten Unternehmen in Deutschland sehen das Speichern, Managen und den Schutz der Unternehmensdaten primär als große Herausforderung. Um dieser Herausforderung zu begegnen, investiert die Hälfte der Unternehmen in ein ganzheitliches Datenmanagement auf Basis von neuen Storage-Systemen und -Technologien (46 Prozent) sowie in Datenschutz- und Governance-Trainings für Mitarbeiter (52 Prozent).

Storage im Enterprise

Trotz des Cloud-Booms verfolgen 44 Prozent der befragten Unternehmen eine Storage-Strategie, bei der die Unternehmensdaten mehrheitlich oder sogar vollkommen auf eigenen und eigens kontrollierten IT- und Storage-Infrastrukturen gespeichert und gemanaged werden. Denn für die Storage-Strategie der Zukunft ist vor allem die Kontrolle über die Datenströme, Datenzugriffe und Datenspeicherung notwendig. Ebenso wichtig ist eine hohe Datenverfügbarkeit und Performance, um unternehmenskritische Anwendungen und digitale Plattformen im 24/7-Modus zu betreiben.

Die befragten Unternehmen planen den Budget-Anteil für Storage-Innovationen gegenüber Betrieb und Konsolidierung von Bestandssystemen von derzeit 25 Prozent auf zukünftig 28 Prozent zu erhöhen. Ein Großteil der befragten Unternehmen gab an, sich gerade in der Phase der Evaluierung und Einführung von Flash-basierten Storage-Systemen zu befinden (rund 70 Prozent).

Strategische Empfehlungen

Für die Ausgestaltung einer eigenen erfolgreichen Storage- und Datenstrategie im digitalen Zeitalter geben Fujitsu und Crisp Research folgende Handlungsempfehlungen mit auf den Weg:

Awareness im Management

Es geht nicht nur darum, ein enormes Datenvolumen zu managen, sondern auch darum, ein enormes Datengeschäft zu ermöglichen. Den klaren Wertbeitrag und die Funktion von Storage als Enabler datenbasierter und digitaler Geschäftsmodelle muss dem Senior-Management klar und kontinuierlich kommuniziert werden.

Shift Budget

Derzeit werden noch rund drei Viertel der Budgets in den Betrieb von Bestandssystemen und deren Konsolidierung investiert. Dabei wollen Storage- und IT-Infrastrukturverantwortliche mehr in Investitionen wie zum Beispiel All-Flash, HCI oder Object Storage investieren. Hier gilt es, anhand von passenden Use-Cases und PoCs Überzeugungsarbeit und TCO-Vorteile herauszuarbeiten, um den Budge-Shift einzuleiten und Freiräume für Innovationen zu schaffen.

Storage-Architektur

Die richtige Storage-Strategie und -Architektur ist vor dem Hintergrund des steigenden Datenvolumens und der vielfältigen Anforderungen die Grundlage einer jeden erfolgreichen Digitalisierungsstrategie. Flash-Storage, Hyper-converged-Infrastructures, Hybrid-Storage und der neue NVMe sind wesentliche Bausteine für eine flexible, effiziente und skalierungsfähige Storage-Architektur.

Datenhoheit und Datensicherheit

Im Zeitalter datenbasierter Geschäftsmodelle und digitaler Ökosysteme verlassen immer mehr Daten den sicheren Hafen des eigenen Firmennetzwerks. So müssen Storage- und Datenverantwortliche gemeinsam für die Gewährleistung der Datenhoheit auch in komplexen Netzwerktopologien und hybriden Storage-Architekturen sorgen. Gleichzeitig müssen Datenschutz und Sicherheit oberste Priorität bei der Planung und Ausgestaltung neuer Storage-Systeme haben – auch hier gilt zukünftig das neue Mantra „Security by Design“.

Download

Die Studie „Storage-Strategien für das Rechenzentrum der Zukunft“ soll als konkrete Entscheidungshilfe dienen. Sie unterstützt essentielle strategische Entscheidungen in Bezug auf die digitale Infrastruktur sowie Storage-Strategien für das Rechenzentrum der Zukunft. Hier geht es zum Download.

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