Das Server-Message-Block-Protokoll steht vor seiner Hochzeit

Wenn der File-Share keinen Vergleich mit der lokalen Festplatte scheuen muss

| Autor / Redakteur: Jakob Jung / Rainer Graefen

Die SMB-Entwickler haben sich das Säbelzahneichhörnchen als Maskottchen ausgesucht.
Die SMB-Entwickler haben sich das Säbelzahneichhörnchen als Maskottchen ausgesucht. (Bild: National Geographic)

Unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit ist eine kleine Storage-Revolution im Gange. Microsofts SMB-Protokoll stößt in seiner neuesten Version auf uneingeschränkte Gegenliebe bei Unix- und Linux-Protokollexperten. Es scheint eine Art Burgfrieden aufzuziehen, der dem heterogenen Speichererlebnis einen neuen Kick verleihen wird.

Die Zukunft des Storage liegt im SMB-3.0-Protokoll (Server Message Block) . Diese Aussage von EMC zeigt die Bedeutung des Netzwerk-Protokolls, dass das Beste aus NAS (Network Attached Storage) und SAN (Storage Attached Network) ohne Kompromisse verbinden soll.

Bereits im Herbst 2013 hatte EMC seine VNX-Speichersysteme für SMB 3.0 geöffnet. In London kündigte nun Jeremy Burton, President Products EMC, auf der Redefine! Possible! am 8. Juli in London an, dass auch die Smart Flash Plattform das SMB-Multichannel-Protokoll nutzen wird.

Höchste Zeit sich mit den neuen Eigenschaften zu beschäftigen und die alten Eigenheiten Revue passieren zu lassen.

Das SMB (Server Message Block) Protokoll dient zur Kommunikation von Diensten im Netzwerk. Es erlaubt den Austausch und das Teilen von Datei- und Druck-Ressourcen zwischen Maschinen. Dabei stellen Clients eine Verbindung mit einem Server her, erstellen einen authentifizierten Kontext zu dieser Verbindung und geben verschiedene Anforderungen für den Zugriff auf Dateien, Drucker und Named Pipes für die prozessübergreifende Kommunikation aus.

Vorgestellt wurde SMB bereits 1983 von einem IBM-Mitarbeiter. Im Laufe der Zeit ist aber Microsoft der Hauptnutzer des SMB-Protokolls geworden. Außerdem haben IBM, SCO und das Samba-Team sowie andere Beiträge zu SMB geliefert.

SMB ist die Basis der Netzwerkdienste von Microsofts LAN Manager, der Windows-Produktfamilie sowie des LAN Servers von IBM. Aktuelle Windows-Versionen nutzen SMB direkt auf dem TCP-Port 445.

Zudem wird es von den Softwareprojekten Samba und Samba-TNG verwendet, um Windows-Systemen den Zugriff auf Ressourcen von Unix-basierten Systemen zu ermöglichen und umgekehrt.

Die I/O-Verbindungsstrecke wird flexibler

Aktuell werden die Versionen SMB 2.1 von Windows 7 und Windows Server 2008 R2 verwendet. Mit Windows 8 und dem Windows Server 2012 wurde SMB 3.0 eingeführt. Mit dem Erscheinungstermin für Windows 8.1 und dem Windows Server 2012 R2 erhöht sich der Versionsstand auf SMB 3.02.

SMB 3.02 bringt die folgenden Verbesserungen: Es erlaubt einem Client,

  • ohne Buffer Schreib- und Lese-Operationen zu starten sowie die Fern-Aufhebung über I/O mit RDMA.
  • Der Client kann asymetrische Shares über einen Verbindungsbaum erkennen und damit die Verbindung zum Server optimieren.

Der große Fortschritt von SMB 3 war es, dass den Nutzern von Microsofts Virtualisierungslösung Hyper-V der Zugriff auf Enterprise Storage Systeme eröffnet wurde.

Aktuell hat David Goulden, CEO von EMC angekündigt, dass die Smart Flash Plattform SMB Multichannel nutzen wird. Auch wenn das SMB-Protokoll zeitgleich mit aktuellen Windows Versionen aktualisiert wird, ist es kein proprietärer Microsoft-Standard, sondern "offen".

Zufriedenheit im Linux-Lager

Aktuell ist das Wappentier des SMB-Projektes das Säbelzahneichhörnchen (Cronopio dentiacutus). Die Macher des Films „Ice Age“ haben dem Nagetier zu Ruhm verholfen. Steve French, Senior Engineer SMB3 Architect - IBM Storage, stellt die Bedeutung von SMB 3.02 für Linux heraus. SMB 3.02 arbeite gut mit den Stärken von Linux/Samba auf High-End-Hardware. Es sei gut für Cluster geeignet, adressiere höhere I/O-Größen und sei besser skalierbar.

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