Echtem Software Defined Storage gehört die Zukunft

Wenn der Speicherfunktion die Server-Hardware wie ein Pool erscheint

| Autor / Redakteur: Hans Schramm / Rainer Graefen

Im Rückblick sieht das vergangene exponentielle Datenwachstum meistens sehr flach aus.
Im Rückblick sieht das vergangene exponentielle Datenwachstum meistens sehr flach aus. (Dell)

Viele gute Gründe sprechen dafür, Hardware-basierte Speicherkapazitäten und Software-basierte Storage-Funktionen voneinander logisch zu trennen. Was Software Defined Storage genau umfasst und welche Wege dahin führen, ist aber für Viele unklar.

Ein wichtiges Argument für Software Defined Storage (SDS) ist die immer aufwändigere Verwaltung bestehender hardwarebasierter Speicherstrukturen. Schon die Inflation strukturierter und unstrukturierter Daten aus unterschiedlichen Quellen erhöht den Aufwand des Datenmanagements.

Zudem verwalten IT-Administratoren immer mehr unterschiedliche Hardware und Technologien wie SAN, NAS, Flash-Lösungen oder auch Objektspeicherung – die zudem oft von verschiedenen Herstellern stammen.

Datenwachstum zehrt Einsparungen auf

Auch zunehmende komplexe Speicherlösungen sorgen für Mehrarbeit: sie bestehen mittlerweile oft aus einer Kombination von Arrays, Servern und beziehen sogar Arbeitsspeicher mit ein: Ein solcher Aufbau erfordert daher auch die Verwaltung der dazugehörigen Rechenleistung und Netzwerkkomponenten.

IT-Administratoren verfügen zur Bewältigung dieser wachsenden Aufgaben in der Regel über kein zusätzliches Budget und haben auch nicht mehr Zeit oder Personal zur Verfügung. Keine noch so stark sinkenden Hardwarekosten können ausreichende Mittel freimachen, um genügend zusätzliche Ressourcen bereitzustellen.

Allein schon der Mehraufwand durch die gestiegene Datenmenge braucht diese Einsparungen wieder auf. Nur eine erhöhte Automatisierung des Storage-Managements kann mit den bestehenden Ressourcen die zunehmenden Aufgaben erfüllen. Gerade hier spielen Software-definierte Lösungen ihre Vorteile aus, indem sie durch die Verwaltung auf Software-Ebene Speicherfunktionen über die verschiedensten Hardware-Umgebungen hinweg automatisieren.

Definitionssache

Doch was bieten software-gestützte Speicherstrukturen im engeren Sinne? Gemeinsame Klammer vieler SDS-Angebote am Markt ist oft nur die Grundidee, die Bereitstellung physischer Speichermedien von allen Speicherdiensten zu trennen.

Zu diesen Diensten gehören alle Verwaltungsfunktionen wie die Speicherung und Bereitstellung von Daten, der Schutz gegen Informationsverlust oder die intelligente Verteilung von Dateien durch dynamisches Tiering. Speichersysteme werden durch Hardware-unabhängige Funktionalitäten flexibler und lassen sich einfacher skalieren. Die Automatisierungsrate und damit die Effizienz der Verwaltung steigen.

Zahlreiche weitere Kriterien definieren echtes und effektives SDS. Ein solches SDS verlagert auch bisher Hardware-basierte Funktionen wie die Anlage von Snapshots, Deduplizierung, Reduplikation und Thin Provisioning auf die Software-Ebene. Dafür sind Speicherkapazität, Rechenleistung und Netzwerkkomponenten konvergent zu steuern, denn Speicherstrukturen funktionieren nicht mehr als eigener, von Serverrechenleistung und Netzwerkkomponenten isolierter Block in der Unternehmens-IT.

Echtes SDS geht bei der Vereinigung des Hardware-Ressourcen-Pools durch die Bereitstellung zahlreicher Tools wie zur Minimierung der Verwaltung, Automatisierung und Überwachung über die Angebote einer Virtualisierung hinaus. Es verbessert zudem die Lastenverteilung. Solche Software-definierte Lösungen laufen dabei auch auf Standard-Servern. Sie lassen sich einfach in andere IT-Umgebungen einfügen, ohne dass bestehende Infrastrukturen aufgebrochen oder ersetzt werden müssen.

Wege zur Umsetzung

Wer die Vorteile von SDS verwirklichen will, braucht geeignete Voraussetzungen. Auch wenn Software-Defined-Storage auf jedem beliebigen Standard-Server funktioniert, empfiehlt sich die Wahl von Enterprise-Servern mit einer angemessenen Hardwarekonfiguration.

Dabei verlangen IT-Administratoren richtigerweise nach vorab getesteten und zertifizierten Bundle-Lösungen von der Appliance bis hin zur End-to-End-Referenz-Architektur. Einen entsprechenden Support können in der Regel nur große, am besten international agierende Anbieter und ihre Partner anbieten.

Viele CIOs entscheiden sich für eine evolutionäre Erneuerung ihrer bestehenden Speicherstruktur hin zu mehr SDS. Sie wollen so schrittweise die Flexibilität, Automatisierung und Skalierbarkeit ihrer Speicherlandschaften erhöhen.

Weil Unternehmen hohe Entscheidungsfreiheit, Anpassungsfähigkeit und eine handhabbare Verwaltung zu einem günstigen Preis verlangen, gehört einem solchen echten Software Defined Storage die Zukunft.

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