Rsnapshot ist ein in Perl geschriebenes Tool zur Sicherung von Dateisystemen, das auf rsync basiert und Hardlinks nutzt. Damit lassen sich in kurzen Intervallen Snapshots lokaler oder entfernter Systeme über SSH anlegen. Die Konfiguration gelingt in wenigen Minuten; danach laufen die Sicherungen automatisiert ohne Benutzereingriff. Anwender können ihre Daten selbst aus dem Snapshot-Bestand zurückkopieren, ohne dass Root-Rechte erforderlich sind.
Mit rsnapshot lassen sich inkrementelle Backups in den gewünschten Intervallen anfertigen.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
Die Software rsnapshot unterstützt verschiedene Backup-Intervalle wie stündlich, täglich, wöchentlich oder monatlich, wobei immer die aktuelleren Snapshots auf den jüngeren Intervallen liegen. Durch die feste Begrenzung der Snapshot-Anzahl wächst der Speicherbedarf nicht endlos. Dateien, die sich nicht geändert haben, werden per Hardlink eingebunden. Dadurch sehen mehrere Snapshots auf den ersten Blick gleich groß aus, belegen aber tatsächlich nur den Platz für die Unterschiede. Das lässt sich mit dem Werkzeug „rsnapshot-diff“ oder einem konsistenten Aufruf von „du“ überprüfen. Der Quellcode steht unter der GNU General Public License.
Wiederherstellung und Zugriff
Dateien lassen sich direkt aus dem Snapshot-Root wiederherstellen, zum Beispiel aus „/.snapshots/daily.0/server/directory/file“. Oft richten Administratoren auch eine Read-only-Kopie über NFS oder Samba ein, um den Zugriff abzusichern. Das erhöht die Stabilität und minimiert das Risiko, versehentlich Veränderungen im Snapshot-Bereich vorzunehmen.
Windows-Integration
Sicherungen von Windows-Systemen lassen sich über cwRsync oder den nativen OpenSSH-Server ab Windows 10 in Verbindung mit WSL2 umsetzen. CwRsync kann wahlweise über SSH oder rsyncd angesprochen werden, wobei rsyncd unverschlüsselt arbeitet und daher nur in vertrauenswürdigen Netzen sinnvoll ist.
Mit WSL2 lässt sich rsync direkt aus der Linux-Umgebung heraus starten, indem in der Konfiguration „rsync_long_args='--rsync-path=wsl rsync'“ gesetzt wird. Ein typischer Backup-Befehl lautet:
Hierbei ist die richtige Platzierung der Anführungszeichen entscheidend, um Parsing-Fehler zu vermeiden.
Betrieb und Performance
Beim erstmaligen Start führt rsnapshot noch keine Rotation durch, sondern legt nur ein Backup an. Erst mit vollständigen Zyklen beginnen die höheren Intervalle wie „daily“ oder „weekly“ ihre Arbeit. Die Last auf Quellmaschinen entsteht in erster Linie durch rsync. Um die Prozessorlast zu senken, empfiehlt sich die Verwendung von „nice“- und „ionice“-Parametern, die in vielen Distributionen in der Datei „/etc/default/rsync“ hinterlegt werden können.
Für den Betrieb mit externen USB- oder Firewire-Laufwerken sollte die Option „no_create_root“ gesetzt sein. Andernfalls schreibt rsnapshot Backups in das Mount-Verzeichnis, falls das Laufwerk nicht verfügbar ist.
Erweiterte Nutzung und Skripte
Ein direkter Snapshot-Root auf einem entfernten Server über SSH wird nicht unterstützt. Über NFS-Mounts lässt sich dieses Szenario dennoch abbilden. Alternativ kann rsnapshot direkt auf dem Zielsystem betrieben werden, das zuvor per rsync als Staging-Bereich beschrieben wird. Über ein kleines Hilfsskript wie „rsync-and-kick-rsnapshot“ oder die „post-xfer exec“-Option eines rsync-Daemons lässt sich der Snapshot-Vorgang automatisch anstoßen. Für mehrere Quellsysteme wird empfohlen, separate Konfigurationsdateien mit eigenen Snapshot-Verzeichnissen zu pflegen.
Distributionen und Installation
Alle großen Linux-Distributionen führen rsnapshot in ihren Paketquellen. Pakete stehen für Arch Linux, Debian, Fedora, Gentoo, Ubuntu sowie für FreeBSD, NetBSD und OpenBSD bereit. Für manuelle Installationen kann das Repository mit „git clone git://github.com/rsnapshot/rsnapshot.git“ geklont werden. Details zur Installation enthält die Datei „INSTALL.md“.
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