Einführung von ASG-Mobius bei der Postbank

„200 Terabyte an wichtigen Geschäfts- und Kundendaten“

| Redakteur: Dr. Jürgen Ehneß

Elektronische Archive statt Aktenordnern: Bei der Postbank unverzichtbar.
Elektronische Archive statt Aktenordnern: Bei der Postbank unverzichtbar. (Bild: © thodonal - stock.adobe.com)

Mitarbeiter der Postbank müssen in Sekundenschnelle auf Daten aus dem SAP-Kernbankensystem zugreifen können. Im Interview erläutert Thomas Vießmann, Senior Sales Executive Solution Sales bei ASG Technologies, wie bei der Postbank die Content-Service-Plattform ASG-Mobius eingeführt wurde.

Storage-Insider: Herr Vießmann, ASG arbeitet seit vielen Jahren mit der Postbank zusammen. In welchen Bereichen unterstützen Sie die Bank?

Thomas Vießmann, ASG Technologies: Seit 2003 arbeiten wir eng mit der Postbank im Bereich Content-Services zusammen. Die Bank benötigte damals eine Lösung, um ihr altes Legacy-System abzulösen und gleichzeitig das Geschäftswachstum zu unterstützen. Seit 2006 setzt die Postbank daher auf unsere Content-Service-Plattform ASG-Mobius.

Wie kam die Zusammenarbeit zustande? Vor welchen besonderen Herausforderungen stand die Postbank in Sachen Archivierung?

Vießmann: Als einer der größten und bekanntesten Finanzdienstleister Deutschlands betreut die Postbank rund 300.000 Unternehmen und 13 Millionen Privatkunden. Dementsprechend riesig ist auch die Menge an Kunden- und Transaktionsdaten – insgesamt über 200 Terabyte. Auf diese Daten müssen die etwa 6.000 Mitarbeiter innerhalb von Sekunden zugreifen können. Seit 1998 nutzt die Postbank SAP als Kernbankensystem. Die Daten, die aus dieser und anderen Anwendungen entstanden, speicherte die Bank auf einer Legacy-Plattform. Seit 2003 erzielte diese aber nur noch einen unzureichenden Datendurchsatz und näherte sich dem Ende ihres Lebenszyklus. Das hieß, sie musste zeitnah abgelöst werden.

Gleichzeitig plante die Postbank, neben dem eigenen operativen Geschäft auch Archivierungsdienstleistungen für andere Finanzinstitute anzubieten. Um das Geschäftswachstum weiter verfolgen zu können, brauchte das Unternehmen eine skalierbare Archivierungslösung, in die sie auch Repositorys anderer Unternehmen integrieren konnte.

Welche konkreten Anforderungen stellte die Postbank an die Archivierungslösung?

Vießmann: Das waren primär drei Punkte: Zum einen war die Skalierbarkeit enorm wichtig. Die Lösung musste in der Lage sein, die immer größer werdenden Datenmengen zu verarbeiten, sie zu verwalten, zu archivieren und zu recherchieren. Zum anderen musste sie auch das Insourcing-Geschäft unterstützen, indem sie Daten aus verschiedenen Quellen aufnimmt und auf verschiedene Client-Systeme verteilt, um so für sichere Zugriffsrechte zu sorgen. Hinzu kommt drittens, dass sich das regulatorische Umfeld in der Finanzwelt ständig ändert. Ein wichtiger Punkt war deshalb, dass die Lösung flexibel ist, damit sie nicht nur die aktuellen, sondern auch zukünftige, noch nicht bekannte regulatorische Anforderungen erfüllt. Bei der Einführung 2006 war beispielsweise noch lange nicht die Rede von der DSGVO, die 2018 geltendes Recht wurde.

Der Gesprächspartner: Thomas Vießmann, Senior Sales Executive Solution Sales bei ASG Technologies.
Der Gesprächspartner: Thomas Vießmann, Senior Sales Executive Solution Sales bei ASG Technologies. (Bild: Thomas Vießmann/ASG Technologies)

Wie gestaltete sich der Auswahlprozess bei der Postbank?

Vießmann: In einem ersten Schritt hat die Postbank das Feld aus zwölf möglichen Anbietern auf drei eingegrenzt: auf den Anbieter ihrer alten Legacy-Plattform, auf ASG Technologies und auf ein weiteres bekanntes Unternehmen. Anschließend bewertete die Bank die Angebote nach Präsentationen und insgesamt 150 Kriterien. ASG-Mobius hat sich am Ende durchgesetzt.

Was hat Ihrer Meinung nach den Unterschied ausgemacht?

Vießmann: Entscheidend war, dass Mobius nahezu unendlich horizontal skalierbar ist und eine strukturierte Möglichkeit bietet, Änderungsanforderungen schnell und in hoher Qualität zu erfüllen. Das macht die Lösung besonders anpassungsfähig an sich ständig ändernde Geschäfts- und IT-Anforderungen. Als robustes Repository mit einem vollständig integrierten Enterprise-Content-Management-System bietet es gleichzeitig ein detailliertes Richtlinienmanagement und flexible Inhaltsdienste. Die von der Postbank genutzte Lösung beinhaltet zudem den Mobius Total Content Integrator. Dieser ermöglicht die Suche und den Zugriff über verschiedene Repositorys hinweg.

Wie hat sich die Lösung seit der Einführung entwickelt?

Vießmann: Als die Postbank 2003 auf uns zukam, ging es darum, ein Archivierungssystem für ihr SAP-Kernbankensystem zu ersetzen. Seitdem haben sich die Finanzbranche und die Anforderungen an die IT geändert. Die Postbank selbst ist in der Zwischenzeit gewachsen. Sie hat ihre Dienstleistungen ausgeweitet, sich mit dem Privatkundengeschäft der Deutschen Bank zusammengeschlossen und sich neuen regulatorischen Anforderungen gestellt. Mobius hat sich in allen Bereichen mitentwickelt. Das liegt vor allem an der engen Zusammenarbeit zwischen der Postbank und unseren Entwicklungs- und Supportabteilungen.

Die Postbank konfrontiert uns mit neuen Anforderungen. Wir erweitern die Funktionen der Lösung entsprechend und halten sie robust und anpassungsfähig. Das ist eine Win-win-Situation: Wir modernisieren unsere Lösung, sodass sie den aktuellsten Marktanforderungen gerecht wird, und die Postbank kann aktuelle Vorgaben schnell umsetzen.

Sie haben bereits die Einführung der DSGVO angesprochen. Wie haben ASG und die Postbank darauf reagiert? Wie musste die Lösung dazu modifiziert werden?

Vießmann: Mit der Durchsetzung der DSGVO ab Mai 2018 galten sehr strenge Vorgaben für granulare und ereignisbasierte Speicherung und Löschung. Die Postbank reagierte darauf, indem sie die Implementierung von SAP NetWeaver Information Lifecycle Management (ILM) für die regelbasierte Verwaltung von Live- und archivierten Daten vorantrieb. Wir haben dazu eigens einen Mobius-Adapter für die direkte Kommunikation mit ILM entwickelt. Dieser erfüllte die WebDAV-Schnittstellenstandards und erhielt daher die SAP-Zertifizierung. Als Teil dieser erweiterten Lösung ermöglicht Mobius Records Manager die gemeinsame Verwaltung elektronischer Aufzeichnungen über eine intuitive, webbasierte Oberfläche systemübergreifend, direkt und in ihren ursprünglichen Formaten.

Welches Fazit ziehen Sie?

Vießmann: Wir haben von der Postbank das Feedback bekommen, dass es richtig war, sich für ASG zu entscheiden. Dank der Skalierbarkeit ist es für Mobius kein Problem, die Daten aus den älteren Content-Management-Systemen der Deutschen Bank und anderer Banken ohne kostspielige Migrationen zu integrieren. Heute archiviert die Postbank 200 Terabyte an wichtigen Geschäfts- und Kundendaten – einschließlich Geldtransaktionen, Kontoauszügen, Kontodateien und Berichten aus verschiedenen Bankaktivitäten, und zwar völlig unabhängig von der ursprünglichen Anwendung.

Dazu zählen auch Milliarden Dokumente und SAP-Datensätze mit bis zu 150 Dokumenten- und Datentypen. Die Mitarbeiter können innerhalb von Sekunden sicher auf die Informationen zugreifen. Müssen Daten aus irgendeinem Grund wiederhergestellt werden, kann dies über die im Archiv gespeicherten Software-Pakete erfolgen. Das sorgt nicht nur für mehr Effizienz, sondern auch für guten Kundenservice. Wir sind zuversichtlich, dass wir auch zukünftigen Anforderungen gerecht werden, sollten Anforderungen gestellt werden, wie zum Beispiel ASG-Mobius in der Cloud betreiben zu wollen.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Vießmann!

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