Prognose für 2018 von Scality: der Datentransport kennt nur noch eine Richtung

6 Thesen für die IT- und Storage-Entwicklung im nächsten Jahr

| Autor / Redakteur: Giorgio Regni, CTO, Scality / Rainer Graefen

CTO Giorgio Regni von Scality hat ins nächste Jahr geblickt.
CTO Giorgio Regni von Scality hat ins nächste Jahr geblickt. (Bild: ©Elnur--stock.ado.jpg)

Privat, Public, Multi- oder Hybrid? Wahrscheinlich werden wir die Cloud in Kürze nur noch ganzheitlich berücksichtigen dürfen und müssen dann erkennen, dass wir mit unseren Bedürfnissen auch nur ein Bestandteil der "IT-Natur" sind. Mit SDS, Metadaten und selbstanalysierenden Speicherobjekten macht Giorgio Regni allerdings nur kleine Trippelschritte in die absehbar geräteautonome Zukunft mit ganz vielen Wegwerfdaten.

Jetzt, da 2017 sich zum Ende neigt und 2018 nicht mehr weit ist, haben wir wie jedes Jahr in die Kristallkugel gesehen und eine Liste mit Trends erstellt, die nächstes Jahr wahrscheinlich eine Rolle in der Datenspeicherung spielen werden.

1. Multi-Cloud-Storage wird durch unabhängige Clouds, Preisvorteile und die bessere Datensicherung über mehrere Clouds hinweg Fahrt aufnehmen

Die IT-Organisationen sind im Wandel begriffen. Sie werden zu Multi-Cloud-Dienstleistern, die ihre Geschäfte mit privaten und öffentlichen Clouds beschleunigen. Daten sind ein kritisches Asset und die Unternehmen müssen jederzeit die Kontrolle darüber behalten.

Multi-CloudMit der zunehmenden Dominanz der Multi-Cloud müssen die Unternehmen ihre umfassende Kontrolle über das Daten- und Benutzermanagement in allen Clouds erhalten. Daher wird ein neues Data Control Layer entstehen, mit dem für die Daten großer Unternehmen Governance- und Sicherungsrichtlinien umgesetzt werden können. Das stellt die sichere Verschlüsselung, Zugangskontrolle und reichhaltige Metadaten-Services über mehrere Clouds hinweg sicher.

2. Vormarsch der Metadaten

Bisher haben Unternehmen ihre Daten auf Network Attached Storage (NAS) oder Storage Area Network (SAN) Arrays gespeichert. Diese Technologien wurden jedoch noch für Systeme entwickelt, in denen Anwendungen und Daten eng miteinander verwoben waren und sich typischerweise im selben Rack befanden.

Im nächsten Jahr werden wir den Vormarsch der Metadaten erleben – auf den Speicherarrays werden dann sowohl die eigentlichen Daten als auch die zugehörigen relevanten Metadaten gespeichert. Beispielsweise sollen Healthcare Electronic Medical Records (EMR-Systeme - Gesundheitsdaten) gemeinsam mit personenbezogenen Patientendaten wie Name, Adresse, demografischen Informationen etc. gespeichert werden.

Und das wird durch Metadaten möglich. In Bereichen wie Medizin, Finanzen, Medien/Unterhaltung wird das Datenmanagement über Metadaten erheblich zunehmen. Dafür werdend die Metadaten indexiert und damit als Teil der Speicherschicht durchsuchbar gemacht.

3. Software-defined Storage wird mehr Speicherkapazität liefern als traditionelle Storage Appliances

In den letzten Jahren sind Software-definierte Speicher schneller gewachsen als traditionelle auf Appliances beruhende Speichersysteme. 2018 wird die Waage endgültig kippen: In Software-definierten Speichern wird mehr Kapazität als in traditionellem Speichern verwaltet werden.

Es gibt einige Hauptfaktoren, die diese Entwicklung vorantreiben, beispielsweise der Bedarf an immer verfügbaren Systemen, flexibler Skalierbarkeit, Standardhardware und Kosteneinsparungen. Die Unternehmen werden ihre neue Freiheit und Flexibilität nutzen, um die Hardware aus unterschiedlichen Generationen und von verschiedenen Anbietern zu mischen, um so Anschaffungskosten zu sparen.

4. Das Ende des Speicheradministrators – Anwendungen übernehmen seine Aufgaben

DevOps sind Alltag geworden und immer mehr Unternehmen entwickeln Anwendungen mit der Fähigkeit, die Infrastruktur zu steuern. Das bedeutet aber auch, dass die Rolle des klassischen Speicheradministrators verschwinden wird.

Cloud Storage (privat und öffentlich) verfügt über API-fähige Steuerelemente, die die Datenverwaltung durch Anwendungen möglich machen; denken Sie nur an die äußerst beliebte Amazon S3 API. Durch diese Möglichkeiten werden viele Aufgaben, die bisher von Speicheradministratoren übernommen wurden, bald automatisiert.

5. Konvergenz von Object Storage und Analytik

Heutzutage wird die Objektspeicherung für Speicherkapazitäten im Petabyte-Bereich verwendet. Es ist aber absolut ineffizient, diese Daten aus der Speicherinfrastruktur abzurufen, um sie dann zu analysieren. Stattdessen werden die Analyseverfahren schon bald in die Speichertechnologien eingebettet werden. In diesem Bereich werden die Anbieter von Objektspeichern eine Vorreiterrolle spielen.

6. Datenschutzrichtlinien wie die DSGVO erfordern 100prozentige Verfügbarkeit von Daten – der Todesstoß für Offline-Magnetbänder.

Die DSGVO fordert, dass Daten jederzeit schnell zugänglich und einfach indizierbar sein müssen. Mit traditionellen Offline-Magnetbändern ist das nicht zu leisten, weshalb davon auszugehen ist, dass das klassische Bulk-Backup über Magnetbänder endgültig verschwinden wird.

Wie immer bin ich gespannt darauf, ob unsere Vorhersagen sich bewahrheiten werden. Aber eins können wir mit Sicherheit sagen – die Datenspeicherindustrie wird sich noch weiter entwickeln und auch 2018 zweifelsohne einige faszinierende Innovationen hervorbringen.

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