Suchen

Veeam Data Protection Trends Report 2020 Backup-Daten werden zu Produktivdaten

| Autor: Stefan Riedl

Während das Schlagwort „Datenflut“ nahelegt, dass das quantitative Wachstum von Daten ein Problem ist, weisen Kennzahlen wie RTO und RPO darauf hin, wie wertvoll Daten sind. Veeam wagt mit einer jährlichen Studie einen Rundumschlag zum Thema und eruiert die Trends.

Firmen zum Thema

Backup-Daten liegen immer seltener einfach nur gespeichert herum.
Backup-Daten liegen immer seltener einfach nur gespeichert herum.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Bei Studien sind es vor allem die unerwarteten Ergebnisse, die hohe Wellen schlagen. Der jährliche „Veeam Data Protection Trends Report 2020“ ergab neben Selbstverständlichkeiten und bestätigten Allgemeinplätzen auch das eine oder andere überraschende Ergebnis. Dafür wurden weltweit 1.550 Unternehmen zu den Themen Datenschutz und -management befragt.

Danny Allan, CTO bei Veeam, bezeichnete bei seiner Einordnung der Studie den „Schutz und das Management von Daten in der Hybrid Cloud“ als Achillesferse. Veraltete Legacy-Lösungen sollten laut Allan hinter sich gelassen werden, um „Bedürfnisse antizipieren zu können und den fortschreitenden Anforderungen gerecht zu werden“.

Applikationen wiederherstellen

Thomas Sandner, Director Technical Sales CEMEA bei Veeam, hob im Gespräch hervor, dass 68 Prozent der Befragten im Raum DACH angaben, dass sie nicht in der ­gewünschten Zeit Applikationen wiederherstellen können. Global betrachtet, planen mehr als 43 Prozent der Unternehmen, innerhalb der kommenden zwei Jahre Cloud-basierte Backups zu nutzen, die von einem BaaS-­Anbieter verwaltet werden. In DACH-Unternehmen sind es mit 37 Prozent deutlich weniger. Ein Trend im Ländervergleich zeige aber zudem, dass die ­Anzahl der cloud-hosted VMs im deutschsprachigen Raum stark ansteigt.

Unsicherheiten

Die Angst geht um, und zwar neben den branchenüblichen Bedrohungen durch ­Cyberkriminelle vor allem auch vor den (geo-)politischen ­Unsicherheiten. „Als für dieses Jahr erwartete Herausforderung in der IT hat sich im deutschsprachigen Raum auf Platz eins das Thema Cyberthreads herauskristallisiert, das von 32 Prozent der Befragten angegeben wurde“, so Sandner.

„Auf Platz zwei liegt hierzulande das Thema ‚geopolitische Unsicherheit‘ mit 30 Prozent, während weltweit der ‚Fachkräftemangel‘ auf dem zweiten Platz liegt. Den dritten Platz im DACH-Raum teilen sich die Herausforderungen ‚ökonomische und wirtschaftliche Unsicherheiten‘ sowie ‚­regulatorische Themen‘ mit jeweils 29 Prozent.“

Data Re-Use

Wirklich überraschend war das Ergebnis zum Thema „Data Re-Use“. Hier kam heraus, dass bei über 50 Prozent aller Befragten Backup-Daten bereits für andere Zwecke genutzt werden. Darunter fällt beispielsweise, dass Auditoren Zugriff auf die Daten gewährt wird, Sandbox-Tests gefahren werden, Datamining oder DevOps betrieben werden oder die Daten für forensische Zwecke in Hinblick auf Cyberangriffe verwendet werden.

Die drei Hauptgründe der Befragten, eine neue Backup-Lösung einzuführen, waren in dieser Reihenfolge die Einflussfaktoren „Zuverlässigkeit erhöhen“, „RTO/RPO verbessern“ und „ROI/TCO verbessern“. Die Kennzahl „Recovery Point Objective“ (RPO) spiegelt wider, wie viel Datenverlust in Kauf genommen werden kann. Es liegt in der Natur der Backup-Technologie, dass das RPO letztlich der Zeitraum ist, der zwischen zwei Datensicherungen liegen darf. Die Kennzahl „Recovery Time ­Objective“ (RTO) beschäftigt sich mit der Frage, wie viel Zeit ab dem Ausfall der Systeme bis zu ihrer Wiederinbetriebnahme vergehen darf.

Fehlende Visibilität

Das größte Problem im Tagesgeschäft von Backup-Verantwortlichen ist laut Studie die fehlende Visibilität im operativen Betrieb, sprich, es fehlte das Feedback des Systems, inwieweit die Backups erfolgreich waren und ob die SLAs eingehalten werden. „Auf Platz zwei und drei waren hierzulande fehlendes Budget und fehlendes Personal“, so Sandner.

(ID:46649154)