Einführung in die Datensicherung, Teil 2

Backup-Infrastruktur im Überblick

13.07.2011 | Autor / Redakteur: Marcus Schneider / Nico Litzel

Der Autor: Marcus Schneider ist SNIA Europe Board Member und Director Product Segment Data Protection bei Fujitsu.
Der Autor: Marcus Schneider ist SNIA Europe Board Member und Director Product Segment Data Protection bei Fujitsu.

Der Aufbau einer Backup-Infrastruktur ergibt sich aus der zu schützenden IT-Struktur. Ein Buchführungsserver etwa arbeitet mit strukturierten Daten und nutzt als Software-Komponente der Backup-Anwendung einen sogenannten Agenten. Dieser sammelt Daten und Metadaten für den Backupserver.

Auf einer SAP-Anwendung zum Beispiel weiß der Agent genau, wie SAP-Daten aussehen und wie er die SAP-Applikation im Ernstfall vorübergehend in den Ruhemodus fährt: Hierdurch führt er einen konsistenten Zustand herbei, den die Daten für ihr Backup benötigen.

Der Backupserver verwaltet zentral die Backupsoftware und speichert den Katalog, also ein Verzeichnis aller stattgefundenen Backups. Ein Medienserver oder Speicherknoten übernimmt die eigentliche Datenbewegung – er liest die Daten des Agenten und schreibt sie in das Backupziel oder den Speicherknoten. Agent, Medien- und Backupserver zählen allesamt zur Backup-Anwendung. Das Backup-Ziel kann Band- oder Disk-basiert sein. Im letzten Fall optimal inklusive Funktionen für Deduplizierung.

Verschiedene Backup-Ansätze

Die erwähnten Backupkomponenten lassen sich vielseitig zum Aufbau einer Backup-Infrastruktur kombinieren, deren Ausgestaltung vom Budget und den Leistungsanforderungen abhängt. Einige Hauptansätze zum Backup seien hier kurz vorgestellt.

Beispiel 1: Beim lokalen Backup ist das Ziel direkt zum Applikationsserver verbunden – dort laufen sowohl Agent wie Medienserver. Per LAN ist der Applikationsserver auch zum Backupserver verbunden, wenn auch nur für Meta- bzw. Katalogdaten. Physische Backupdaten werden lokal auf das Ziel geschrieben: Solange also das Backup läuft, trägt der Applikationsserver eine erhebliche Datenlast.

Beispiel 2: Liegen Medien- wie Backupserver auf derselben Maschine mit Anbindung an das Backupziel, kann der Agent vom Applikationsserver physische Daten per LAN zum Medienserver und von dort zum Backupziel schreiben. Dafür eignet sich eine breite Palette an Technologien und Netzwerkprotokollen, wie etwa Common Internet File System (CIFS), Network File System (NFS), internet Small Computer System Interface (iSCSI) oder Network Data Management Protocol (NDMP). Auch hier ist jedoch zu bedenken, dass jedes Backup und Restore die Leistung des Applikationsservers und LAN strapaziert.

Beispiel 3: In Erweiterung des vorherigen Beispiels hängt das Backupziel am Medienserver. Dann kann das Applikationsserver-Archiv direkt ins Medienserver-Archiv replizieren, und das zum Backupserver geschaltete LAN braucht nur Metadaten transportieren. Da nun das Backup aus replizierten Daten, statt aus dem Applikationsserver heraus erfolgt, wird letzterer nicht überlastet.

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