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Flash für alle Zwecke COVID-19 pusht die Digitalisierung – mit Folgen für das Storage-Business

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Dr. Jürgen Ehneß

Erst vor kurzem wurde Güner Aksoy zum Vice President für Deutschland und Österreich von Pure Storage ernannt. Im Gespräch mit Storage-Insider berichtet er, wie sich das „Coronavirus“ auf die Branche weltweit, aber auch speziell in Mitteleuropa auswirkt. Er ist überzeugt: Die Krise beschleunigt die Digitalisierung in Deutschland erheblich – mit Folgen für das Storage-Business.

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Abgesehen von den furchtbaren Folgen, wird durch die COVID-19-Pandemie auch die Digitalisierung vorangetrieben.
Abgesehen von den furchtbaren Folgen, wird durch die COVID-19-Pandemie auch die Digitalisierung vorangetrieben.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Vor einem Jahrzehnt wurde Pure Storage gegründet. Ziel der zu 100 Prozent auf Flash ausgerichteten Strategie war es, für eine steigende Zahl von Anwendungsfällen die konventionelle Festplattentechnologie abzulösen. Mit Erfolg. Vor kurzem nun ist Güner Aksoy zum Vice President Deutschland und Österreich ernannt worden. Vier Jahre war er vorher schon im Unternehmen, davor rund zehn Jahre bei EMC beziehungsweise VCE. Sein besonderes Augenmerk liegt auf dem Wohl seines Teams, das er ausschließlich lobend erwähnt. Im Zuge des aktuellen Krisenmanagements arbeitet diese mehr denn je vom Home-Office aus.

Und damit sind wir schon mittendrin im Gespräch. Der Virus ist für Aksoy – unabhängig von seinen zweifelsohne betroffen machenden Auswirkungen – ein „Beschleuniger für die Digitalisierung. Wer weiß, wie lange wir gesellschaftsweit sonst dafür gebraucht hätten.“ Mit immer mehr Angestellten im Home-Office haben sich auch die entsprechenden Lösungen dafür enorm verbreitet. „Aber Virtual Desktop Infrastructure (VDI) benötigt eine entsprechende Infrastruktur, und die liefert keiner besser als wir, und das bereits seit zehn Jahren“, zeigt sich der Geschäftsführer überzeugt.

„So speichert unsere hochleistungsfähige Inline-Deduplizierung nur eindeutige Datenblöcke auf Flash, sodass auch die Duplikate entfernt werden, die in Architekturen mit festen Blockgrößen keine Berücksichtigung finden. Bei der Deduplizierung können wir bei VDI-Anwendungen eine Dedup-Rate von nicht selten bis zu 25:1 vorweisen. Auch bei anderen Workloads bietet die Deduplizierung große Einsparpotentiale“ – dadurch lohne sich der Einsatz der Flash-Arrays so richtig. „Beim Schreiben von Daten auf ein Flash-Array werden ausschließlich Metadaten genutzt. Unsere Lösung ‚Purity‘ nutzt eine Datenreduktions-Engine und kann daher sofort vorab deduplizierte Datenkopien für Snapshots, Klone, Replikationen und xCopy-Befehle bereitstellen.“

Evergreen blüht auf

Neben der stetig steigenden Nachfrage nach dieser Basistechnologie bemerkt Aksoy in jüngster Zeit einen deutlichen Trend hin zu Operational-Expenditures-Modellen (OpEx) und ein Abrücken vom CapEx: „Evergreen Storage ist eine Kombination aus einer unterbrechungsfreien Produktarchitektur und einem abonnementbasierten Erwerbsmodell nach dem Storage-as-a-Service-Prinzip. Wir erleben, dass unser ,Evergreen Storage Service‘ beziehungsweise ,Pure-as-a-Service‘ als nutzungsabhängiges Modell für betriebskostenorientierte Anwender immer mehr nachgefragt wird. Dafür bieten wir auch kurzfristige Verträge mit 12 Monaten Laufzeit, und die sind aktuell sehr beliebt.“

Güner Aksoy, Vice President Germany & Austria bei Pure Storage.
Güner Aksoy, Vice President Germany & Austria bei Pure Storage.
(Bild: Pure Storage)

Das Evergreen-Abonnement umfasst sowohl neue Software als auch neue Hardware, „und das zu fairen Subscription-Gebühren“, so Aksoy. „Tatsächlich haben wir festgestellt, dass Evergreen die Bereitschaft bestehender Kunden erhöht, in mehr Kapazität und höhere Performance der bestehenden Konfigurationen zu investieren, da die Kunden wissen, dass es zu keinen Unterbrechungen bei Updates und Änderungen kommt. Die Kunden wünschen sich immer mehr diese Kombination aus Flexibilität und Planungssicherheit.“

Boomt: Backup auf Flash

Als weitere Auswirkung der sich beschleunigenden Digitalisierung – Stichworte VDI, Home-Office und Remote Workforce – nimmt Aksoy eine immer weitere Verbreitung von Backups auf Flash wahr. „Hier erleben wir eine extreme Nachfrage im Bereich bestimmter Anwendungen, etwa wenn es darum geht, einen Restore möglichst in Echtzeit durchzuführen. Etwa beim Wiederherstellen einer Datenbank, egal ob von Oracle oder SAP oder sonst wem, zählt jede Sekunde“, berichtet der Manager aus der Praxis. „Wichtig hier ist zu erwähnen, dass dies auch unsere Partner den Kunden anbieten. Generell spielen unsere Partner eine große Rolle für uns.“

Auch im Falle der immer weiter um sich greifenden Ransomware-Attacken hilft ein blitzartiges Backup. Die noch oft oder wieder verstärkt eingesetzten Bandlaufwerke seien viel zu komplex und langsam, um eine rasche Wiederherstellung zu gewährleisten. Eine vollständig auf Flash basierende Datei- und Objektspeicherplattform sei hier die viel sicherere Lösung, auch seien darauf abgelegte Daten unveränderlich: „Das verhindert, dass Backups vom Angreifer kompromittiert werden.“

Boomt: KI-gestützte Fernwartung

Partner können auch KI-gestützte, prädiktive Maintenance remote anbieten. „Mit Deep Learning schreiben sich Programme aus sorgfältig gepflegten Datensätzen selbst“, so Aksoy. „Der daraus resultierende, hochentwickelte arbiträre Musterabgleich ist ein leistungsstarkes neues Werkzeug im Toolkit für vorausschauende Analysen. Solche neuronalen Netzwerke finden Fehler in der Software und verbessern die Diagnose – das hilft ungemein bei unserer ‚Zero-Touch‘-Installation und -Wartung, die unabhängig vom Anwender über ein VPN durchgeführt werden kann.“

Pure FlashBlade unterstützt einige der größten KI-Infrastrukturen der Welt, oft in Partnerschaft mit Nvidia. „Bei Pure sind wir selbst tief mit dem maschinellen Lernen mit Pure1 META, der künstlichen Intelligenz, die unsere automatisierte Cloud-Managementplattform Pure1 antreibt, verwurzelt“, erläutert Aksoy.

Boomt: Disaggregation von Compute und Storage

„Schließlich nehmen wir wahr, dass die Disaggregation von Compute und Storage voranschreitet – dadurch rückt eine Anwendung näher an die CPU; zudem können alle Elemente einzeln skaliert und aktualisiert werden“, berichtet der Manager. „Mit ihrer sich ständig weiterentwickelnden Mischung aus traditioneller CPU [für Modellausführung, Datenaufnahme/-ausgang und Transformation] und hochparalleler Verarbeitung [GPU oder gleichwertig für Modelltraining] ist die künstliche Intelligenz zum Vorzeigeobjekt der Disaggregation geworden.“

Ausblick

„Ein modernes Datenerlebnis beginnt mit einem Storage-as-a-Service-Ansatz, wie er von uns offeriert wird und durch den die Anwender mehr aus ihren Daten herausziehen können. Gleichzeitig verringern sich so die Komplexität und der Aufwand für die Verwaltung der Infrastruktur. Unsere Lösungen sind einfach zu verwalten, lassen sich auch ohne Zutun des Kunden anpassen und erstellen nahtlose Service-Levels und Protokolle – und zwar auch in einer Multi-Cloud-Umgebung“, fasst der erfahrene Manager zusammen.

„Heute bin ich davon überzeugt, dass Pure sowohl die innovativste als auch die sicherste Wahl im Bereich des Enterprise-Storage ist. Würden Sie auf eine bewährte Datenplattform setzen, deren beste Jahre noch bevorstehen, oder auf eine, deren beste Jahre weit zurückliegen?“, fragt Aksoy.

Zum Abschluss dann die eigentlich bedeutende Botschaft in Zeiten von Corona: „Das wichtigste aber ist: Bleiben Sie gesund!“

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Über den Autor

Dr. Dietmar Müller

Dr. Dietmar Müller

Journalist