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Cloud und Storage als Einheit Effizient mit NAS-Diensten

| Autor / Redakteur: Oliver Krause* / Dr. Jürgen Ehneß

Das vereinfachte Modell „Compute in der Cloud, Daten On-Prem“ hat sich im Umfang einer Cloud-Migration nicht bewährt. Denn viele Workloads laufen erst dann optimal, wenn geteilte Filesysteme auf sie zugreifen. Doch Kopiervorgänge zwischen On-Premises und Cloud fressen viel Zeit. Abhilfe versprechen adäquate NAS-Dienste. Doch worauf gilt es dabei zu achten?

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Kopiervorgänge von Daten in die Cloud sind Zeitfresser – NAS-Dienste versprechen eine deutliche Zeitersparnis.
Kopiervorgänge von Daten in die Cloud sind Zeitfresser – NAS-Dienste versprechen eine deutliche Zeitersparnis.
(Bild: © Asawin - stock.adobe.com)

Eine Cloud-Migration stellt sich für die IT-Abteilung oftmals von Beginn an als organisatorische Mammutaufgabe heraus. Denn wer eine effiziente Cloud-Nutzung garantieren will und die Migration in Geschäftserfolge ummünzen möchte, sollte zunächst seine Workloads identifizieren und kategorisieren. Dabei müssen sowohl die Compliance als auch die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) von Anfang an mitgedacht werden.

Zeitfresser Kopiervorgang

Doch Buchhaltungssystem, Office, Kalender, E-Mail, Fachanwendungen und vieles mehr summieren sich schnell zu hunderten Workloads, die bei großen Unternehmen rasch die Tausendergrenze überschreiten. Dennoch ist die Kategorisierung ein notwendiger Schritt, der Zeit und Ressourcen verschlingt.

Eine weitere Herausforderung: Viele Unternehmen kämpfen besonders mit Spezialanwendungen, die einen Shared Storage benötigen. Bei diesen Workloads ist es immer wieder nötig, einzelne Daten von On-Premises in die Cloud zu kopieren. Oftmals ist das zeitaufwendig und ineffizient. Open-Source-Tools kämpfen damit, dass sie mit einem immer größeren Datensatz immer langsamer werden und nur sequenziell kopieren können. Beim Kopieren über WAN (Wide Area Network) wird zudem die Leitung nicht voll. Hohe Latenzen sind die Folge, und der Kopiervorgang frisst so wertvolle Zeit.

Die Alternative: NAS-Dienste

Die Alternative sind sogenannte NAS-Services (Network Attached Storage). Diese Dienste parallelisieren den Kopiervorgang, indem sie zwischen einem NAS als eigenständigem Fileserver ohne feste Server-Bindung und einem Objektspeicher hin und her kopieren. Protokolltypen wie NFS (Network File System), Microsofts SMB (Server Message Block), CIFS (Common Internet File System), HTTP (Hypertext Transfer Protocol) und FTP (File Transfer Protocol) regeln dabei den Zugriff. Das Ergebnis ist eine beeindruckende Zeitersparnis, die sich auch mathematisch niederschlägt: Für effiziente NAS-Services gilt die Formel: „Datensatzgröße geteilt durch Bandbreite ergibt die Zeit, die das Kopieren benötigt“.

Doch auch im alltäglichen Datenbankbetrieb spielen NAS-Dienste ihre Vorteile aus, besonders in Kombination mit weiteren Tools. So lassen sich mit den richtigen NAS-Services in Sekundenschnelle Backups erzeugen, der Nutzer kann direkt auf Snapshots zugreifen, und das RTO (Recovery Time Objective) ist deutlich verkürzt. Bei mehreren Datenbanken fungiert der NAS außerdem als Umschlagplatz für Daten. Denn hier können extrahierte Daten aus verschiedenen Quellen abgelegt und problemlos getauscht werden.

NAS in der Cloud

So weit die Vorteile On-Premises. Doch wie gestalten sich die Verhältnisse in der Cloud? Die drei großen Cloud-Provider Amazon Web Services, Google Cloud Platform und Microsoft Azure bieten bereits NAS-Dienste an, allerdings mit einigen Unterschieden. Nachteile muss der Anwender allerdings in jedem Fall in Kauf nehmen: Läuft Amazons EFS (Elastic File System) beispielsweise über NFS, kämpft das System mit höheren Latenzen, die sich gerade bei kleineren Datenmengen niederschlagen. Der Zugriff via SMB erfordert im Umkehrschluss die Provision eines Windows-Servers. Google bietet dagegen gar keine SMB-Variante an. Die Qualität, die der Nutzer in Sachen NAS-Services von virtuellen Umgebungen gewohnt ist, kann damit bisher keiner der drei großen Hyperscaler gewährleisten.

Abhilfe schaffen Cloud-Provider-unabhängige NAS-Services wie beispielsweise NetApp Cloud Volumes Ontap und NetApp Cloud Volumes Service. Diese erleichtern den Zugang zu NAS-Diensten in der Cloud. Sie haben den Vorteil, auch die Daten im Rechenzentrum im Blick zu behalten und einen möglichst reibungslosen Kopiervorgang von On-Premises in die Cloud zu garantieren. Cloud und Storage bilden so eine Einheit. Außerdem bleibt der Nutzer jederzeit unabhängig vom Angebot des Cloud-Providers, weil diese NAS-Services mit unterschiedlichen Clouds kompatibel sind.

Weiterhin liefern NAS-Dienste, die nicht an Hyperscaler gebunden sind, nicht nur das technische Grundgerüst für die jeweilige Cloud. Sie verknüpfen vielmehr NAS und Datenmanagement. Ergänzende Tools und Technologien wie Datenreplikation und -reduktion sowie Cloning und Cloud Sync ermöglichen es, das Datenmanagement so weit wie möglich zu vereinfachen und zu automatisieren. Die Administration einer Cloud-Datenbank wird so noch einmal wesentlich effizienter gestaltet.

Fazit

Shared Storage und Cloud sind kein naturgegebener Widerspruch. Allerdings sollten Verantwortliche Anwendungen, die ein geteiltes Filesystem benötigen, bei einer Cloud-Migration möglichst früh identifizieren. Dafür gilt es immer wieder zu fragen, welche Erwartungen die Workloads an das System stellen.

Oliver Krause, Cloud Solution Architect bei NetApp.
Oliver Krause, Cloud Solution Architect bei NetApp.
(Bild: NetApp)

Entscheiden sich Unternehmen schließlich für NAS-Dienste, sollten sie den Service- und Bedarfsgedanken in den Mittelpunkt stellen: Bisher kann noch kein Cloud-Provider die Nutzerqualität bieten, die die Verantwortlichen aus ihren virtuellen Umgebungen gewohnt sind. Diese Lücke schließen allerdings vom Hyperscaler unabhängige NAS-Dienste. Sie verbinden Storage, Cloud sowie Datenmanagement und ermöglichen es so auch Anwendergruppen, denen profundes Speicherwissen fehlt, eine effiziente Cloud-Migration voranzutreiben.

*Der Autor: Oliver Krause, Cloud Solution Architect bei NetApp (Quelle: NetApp)

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