Western Digital Flash Perspective Flash vom Endanwender bis zum Enterprise-DC

Autor / Redakteur: lic.rer.publ. Ariane Rüdiger / Dr. Jürgen Ehneß

Eine Perspektive auf seine Flash-Strategien und -Produkte gab Western Digital anlässlich der virtuellen Tagung „Flash Perspective“. Neuerungen gab es für alle Märkte, die der Hersteller bedient.

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Der Videobereich ist ein Paradebeispiel für speicherhungrige Märkte.
Der Videobereich ist ein Paradebeispiel für speicherhungrige Märkte.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

„Wer es schafft, die massenweise entstehenden Daten zu ernten und sinnvoll einzusetzen, ist auf den Märkten der Zukunft der Sieger“, zeigte sich Western-Digital-CEO David Goeckler während seiner Rede zur Eröffnung der Online-Tagung „Flash Perspective“ überzeugt. Dabei sieht er wenig überraschend Western Digital in einer zentralen Rolle: „Wir sind überall da, wo Daten gespeichert werden.“

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Tatsächlich sind Zahlen rund um Western Digital beeindruckend. So werden derzeit 40 Prozent aller Bits auf WD-Medien gespeichert. Der Hersteller ist auf allen Feldern – von der Flash-Zelle bis zum Kapazitäts- oder Leistungs-HDD-Laufwerk fürs Rechenzentrum – präsent und entwickelt auch auf allen Gebieten neue Technologien.

Dabei habe sich inzwischen das Verhältnis zwischen Flash und HDD umgedreht, wie anschließend Robert W. Soderbery erklärte. Er ist bei WD als Executive Vice President und General Manager fürs Flash-Business zuständig. Flash wachse mittlerweile mit 30 Prozent jährlich, Hard Disks wüchsen mit 25 Prozent.

Der Storage-Markt braucht neue Technologien

Nachfrage nach Speicher gebe es überreichlich. Denn die Wachstumsrate der Speicherverbraucher ist teils atemberaubend. Soderbery nannte für Edge eine Wachstumsrate von 64 Prozent, für Streaming 29 Prozent, für Social Media 46 Prozent und für Big Data 43 Prozent.

Dem steigenden Bedarf begegne WD mit massiven Investitionen in Forschung und Entwicklung, die zu erheblichen Fortschritten führten. Als Beispiel nannte Soderbery die Flash-Variante Gen 6 BiCS, bei der sich auf einem Wafer 70 Prozent mehr Bauelemente unterbringen lassen. Die laterale Skalierung verbesserte sich um zehn Prozent, die Chips selbst sind 40 Prozent kleiner als bei der Vorgeneration.

Die Technologie wurde von Kioxia und WD gemeinsam Anfang 2021 angekündigt. Kioxia hat BiCS-Flash als dreidimensionale Flash-Technologie in der vergangenen Dekade entwickelt, um höhere Dichten zu ermöglichen. Seit Generation 6 gibt es Designs mit 162 Schichten. Eine weitere dreidimensional stapelnde Flash-Technologie ist Intels 3DXpoint.

Hardware-Brand und Produkte für Content-Industrien

Anschließend berichtete Soderbery, mit welchen aktuellen Flash-Produkten WD seine Kernmärkte Content, Datacenter, Auto/Mobile/Embedded und Client-Computing adressiert. So kündigt WD für den Content-Markt, zu dem im Profibereich beispielsweise die Film- und die Audioproduktion gehören, eine vollkommen neue Marke und Produktstrategie an.

Unter der Marke SanDisk Professional bietet WD eine Produktserie aus 16 Einzelprodukten an, die laut Soderbery darauf zugeschnitten sind, die Arbeitsprozesse in den Medienindustrien zu vereinfachen. Die Produkte basieren auf den G-Technology-Lösungen von WD. Entsprechende Lösungen würden weiter unterstützt, mittelfristig aber würden sie in das SanDisk-Portfolio integriert, wie Soderbery erklärte.

Zum neuen SanDisk-Professional-Portfolio gehört die Karte Pro-Cinema CFexpress VPG400 für Videografen mit einer Leistung von 400 MB/s bei Videoaufzeichnungen. Die Pro-Reader-Serie mit vier Einzelprodukten bietet eine USB-CTM-Schnittstelle mit 10-Gbit/s-USB und den neuesten Speicherkartenstandards. Die Dockingstation Pro-Dock 4 hat vier Einschübe für Lesegeräte und eine Offload-Lösung für bis zu vier gleichzeitige Karten-Offloads. Neu ist auch eine 4-TB-Armorlock-G-Drive-SSD, die Inhalte verschlüsselt.

Business-Anwendungen und SSD-Storage eng verzahnt

Im Bereich SSD-Festplatten für Rechenzentren will Western Digital zukünftig Optimierungen für einzelne Anwendungen forcieren. Erstes Beispiel dafür ist eine Variante der Ultrastar ZNS40. ZNS steht für „Zoned Namespaces“. Hier arbeitet Western Digital mit Percona, dem Anbieter eines Softwareservices für MySQL, zusammen.

Die Festplatte erlaubt dem Percona-Service einen tieferen Zugriff auf die Mechanismen der SSD als üblich. Das resultiert in einer dreifachen Beschleunigung des Datenbankdienstes. Die Speicherdichte ist bei den ZNS-SSDs um ein Viertel höher, und sie überstehen das 3,5-malige Beschreiben innerhalb eines Tages.

Computational Storage „logischer nächster Schritt“

„Wir arbeiten an weiteren Lösungen, die Applikationen enger mit dem Flash-Speichermedium verzahnen“, kündigte Sonderbery an. Das passt auch gut zur Haltung bezüglich Computational Storage. Sonderbery: „Das ist der nächste logische Schritt.“ ZNS sei ein erster Schritt in diese Richtung.

Derzeit müsse Flash sich nach außen verhalten, als handele es sich um eine rotierende Festplatte, und Applikationen würden Flash so nutzen, als handele es sich um eine klassische SSD. Dadurch entstehe ein erheblicher Overhead, den es zu beseitigen gelte. „Wir brauchen einen neuen, auf Flash angepassten I/O-Stack“, forderte Soderbery. An dem arbeite WD.

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UFS-3.1-Lösung für die Embedded-Märkte

Im Markt für Automotive, Mobile und Embedded-Lösungen ist WD stärker als anderswo auf funktionierende Kooperationen wie etwa die mit dem Automobilzulieferer Garmin angewiesen. Beispielsweise arbeitet Garmin derzeit mit BMW an einer neuen Computing-Plattform, die auch eine neue Flash-Schnittstelle besitzen soll.

Western Digital hat auch seinen Partnern in den oben genannten Märkten mit einer JEDEC-UFS-3.1-Lösung etwas Neues zu bieten. Geeignet ist sie beispielsweise für die Zusammenarbeite mit Mobile-, Automotive-, IoT-, AR/VR- und Drohnen-Applikationen. Die UFS-3.1-Module sind klein, leicht und dünn. Firmware, Controller, Software und Treiber werden eng mit den Applikationen integriert.

Neue Gaming-SSDs

Schließlich erweitert WD auch noch sein Gaming-Portfolio. Dieser Markt stellt extrem hohe grafische und Latenzansprüche. „Wir nutzen hier Enterprise-Technologien, die wir mit Software an Gaming anpassen“, berichtet Sonderbery. Außerdem hat der Hersteller ein umfassendes Netzwerk aus Konsolen- und PC-Herstellern, Gamern und Influencern aufgebaut.

Neu im WD_Black-Portfolio ist erstens die WD_Black SN750 SE NVMe SSD für PCs oder Laptops mit PCIe-Gen4-Technologie. Die wie alle WD_Black-Produkte DRAM-freie Lösung liest mit bis zu 3.600 MB/s und verbraucht ein Drittel weniger Strom als das Vorgängermodell. Es sind Kapazitäten von 250 und 500 GB sowie 1 TB erhältlich.

Gamer profitieren zweitens von kürzeren Spieleladezeiten mit der D_Black D30 Game Drive SSD. Sie liest mit maximal 900 MB/s und fasst 500 GB, 1 oder 2 TB. Die Spezialvariante der WD_Black D30 Game Drive SSD für Xbox ist für diese Microsoft-Hardware optimiert. Ältere Xbox-One-Spiele laufen direkt dort. Außerdem gehört bei dieser Variante einmonatiger „XBox Game Pass“ zum Lieferumfang.

Alle genannten Produkte sind entweder schon lieferbar oder sollen im Verlauf der kommenden Monate, spätestens bis Ende des Jahres, auf den Markt kommen.

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