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Best-of-Breed-Portfolio und Zukunftstechnologien Fujitsu rückt Services und Anwendungsorientierung in den Fokus

Autor: Elke Witmer-Goßner

„ActivateNow“ ist ein neuer Name für ein bekanntes Format. Das Fujitsu Forum, ebenfalls von Corona gebeutelt, findet dieses Jahr nicht nur zum ersten Mal ausschließlich virtuell, sondern ab sofort und in Zukunft unter der neuen Bezeichnung statt.

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„Fujitsu ActivateNow Digital Experience“, das neue globale digitale Flagship-Event von Fujitsu, löst die etablierte Kunden- und Partnerkonferenz Fujitsu Forum ab.
„Fujitsu ActivateNow Digital Experience“, das neue globale digitale Flagship-Event von Fujitsu, löst die etablierte Kunden- und Partnerkonferenz Fujitsu Forum ab.
(Bild: Fujitsu)

Die Pandemie habe die Herausforderungen, die Unternehmen ebenso wie den Anbieter Fujitsu selbst, verändert, sagte Fujitsus CEE-Chef Rupert Lehner im Vorfeld der Veranstaltung. Auf diese neuen Anforderungen und die Konsequenzen daraus habe man schnell reagieren müssen, beispielsweise auf gestiegene Anfragen von Banken oder der öffentlichen Verwaltung, ebenso wie gerade am Anfang der Schul- und Universitätsschließungen auch der Bildungseinrichtungen. Ebenso hätten Produktionsunternehmen ihre Lieferketten neu überdenken und flexibel einrichten müssen.

Hoher Bedarf an flexibleren Servicekonzepten

Die weltweiten Einschränkungen hätten deutlich gemacht, wie wichtig die „digitale Globalisierung“ sei, erklärte Lehner. In der Krise habe sich gezeigt, dass Fujitsus strategischer Weg, Themen wie Standardisierung, Modernisierung und Automatisierung voranzutreiben sowie den Unternehmenskunden anwendungsorientierte Lösungen zur Verfügung zu stellen, genau der richtige gewesen sei. Investitionen in wichtige Partnerschaften wie mit Microsoft, SAP oder Servicenow, aber auch die interne Optimierung vor allem durch die Neubesetzung von insgesamt 700 Stellen in der Vertriebsregion Zentral- und Osteuropa waren wichtige Voraussetzungen, um sofort und effektiv auf die durch die Pandemie vorgegebenen neuen Herausforderungen reagieren zu können.

Bestimmend für das Geschäft Fujitsus sind die Services. Und hier insbesondere Cloud-Services. Man habe aber erkennen müssen: Der Trend zu Hybrid IT habe zwangsläufig zu einer deutlich erhöhten Komplexität bei der Orchestrierung der verschiedenen (Cloud) Services geführt. Hinzu kämen bei individuell angepassten Systemen und Applikationen Bereitstellungszeiten von teils mehreren Monaten. Diese Herausforderungen adressiert Fujitsu mit dem neuartigen Service Hub, einer angeblich im Markt einzigartigen Plattform. Die neue Serviceplattform, die zentral betreut wird, stellt Managed Services aus einer Hand zur Verfügung. Sie orchestriert zahlreiche Angebote und soll die flexible Nutzung von Multi-Cloud und hybrider IT ermöglichen.

Rupert Lehner, Head of Central and Eastern Europe & Products Europe bei Fujitsu.
Rupert Lehner, Head of Central and Eastern Europe & Products Europe bei Fujitsu.
(Bild: © Christoph Vohler Munich Germany)

Über den Fujitsu Service Hub erhalten Unternehmen gebündelt Zugriff auf ein breites Portfolio von Services, das sowohl Managed Services von Fujitsu als auch Dienste von Software-as-a-Service-Anbietern sowie Cloud-Hyperscalern umfasst. Maximale Modularisierung, Standardisierung und Automatisierung würden für die deutlich schnellere Verfügbarkeit auch komplexer Dienste sorgen. Während es üblicherweise Monate dauern könne, bis Kunden auf individuell konfigurierte SAP-Umgebungen zugreifen könnten, sei dies künftig in rund einer Woche umgesetzt. Einzelne Dienste oder neue Konfigurationen könnten zudem in etwa einem Tag bereitgestellt werden und nicht wie bislang branchenüblich erst nach mehreren Wochen.

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Vielschichtige Technik im Hintergrund

Grundlage der Fujtsu-Service-Hub-Plattform ist eine Fujitsu Hyperconverged Infrastructure, die durch Cisco ACI und VMware zu einem Software-Defined Datacenter wird. Darauf läuft die Managed-Cloud-Plattform Morpheus, die es erlaubt, Templates für Managed Services zu erstellen, die mit geringem Aufwand einsetzbar sind – On-Premises, bei Fujitsu oder in einer Cloud. Zur Überwachung der Systeme, der Vorhersage möglicher und der raschen Behebung tatsächlich auftretender Störungen kommt künstliche Intelligenz zum Einsatz (AIOps = Artificial Intelligence for IT Operations). Über eine Benutzeroberfläche des Fujitsu-Partners ServiceNow können Kunden einfach und komfortabel Services aus einem Katalog buchen, Änderungen vornehmen oder beantragen, den Status von Anfragen und Änderungen verfolgen und auf Reportings zugreifen.

Der Service Hub hat den Anspruch, dass Anwender verschiedene Dienste über eine einheitliche Benutzeroberfläche unkompliziert auswählen, kombinieren und einkaufen könnten – wie in einem gewöhnlichen Online-Shop. Die integrierte, hochautomatisierte Plattform sei besonders benutzerfreundlich konzipiert und bilde damit auch ein zentrales Element des Kundendialogs von Fujitsu. Ob „traditionelle“ Anwendungen oder Cloud Native Applications: Die Bereitstellung erfolge nahtlos, die durchgängige Orchestrierung von Hybridszenarien sowie die sichere und Compliance-konforme Integration von Kundenumgebungen seien ebenso selbstverständlich wie eine kontinuierliche Weiterentwicklung durch die fortlaufende Einbindung neuer Technologien.

Zudem gibt es keinen Vendor-Lock-in, also keine Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter. Der Hub soll problemlos per API-Integration in die Development-Operations- beziehungsweise CI/CD-Konzepte (Continuous Integration/Continuous Delivery) des Kunden eingebunden werden. Kunden können darüber hinaus auswählen, welche Services in ihrem eigenen Rechenzentrum (On-Premises), bei Fujitsu oder einem Hyperscaler laufen sollen. Kunden von Fujitsu in Deutschland, Österreich und der Schweiz stehen die Funktionen des Service Hubs sukzessive ab November 2020 zur Verfügung.

Anwendung in allen Bereichen und Segmenten

Alles in allem könne man mit Recht heute behaupten, sagte Rupert Lehner: „Fujitsu ist neben einem IT-Anbieter jetzt auch ein IT-Dienstleister.“ Wie wichtig jetzt und in Zukunft „die industrielle Optimierung durch Digitalisierung“ sei, führte Dr. Joseph Reger, CTO für die Region Central Europe, aus. Es sei zwar gut und richtig, die Grundlagenforschung voranzutreiben. Doch das solle man nicht übertreiben, sondern die vorhandenen Entwicklungen bereits jetzt nutzen. „Die Anwendungen sind wichtiger“, betonte Reger. Dringend notwendig seien anwendungsorientierte Lösungen, die Unternehmen sofort zur Verfügung stünden – alles andere wie beispielsweise Quantentechnologie, die Fujitsu selbstverständlich auch vorantreibe, würden natürlich in Zukunft eine Rolle spielen. „Praktikabel nutzbares Quantencomputing“, so Reger, „ist noch in weiter Ferne, aber die entsprechende Hard- und Software zur Lösung komplexer kombinatorischer Aufgaben existiert bereits.“ Davon profitierten die Kunden auch heute schon.

Nach fester Überzeugung von Fujitsu gehöre aber die Kombinatorische Optimierung zu den wichtigsten Instrumenten, um die Einsatzmöglichkeiten von IT-Systemen massiv zu erweitern und ihre Grenzen zu verschieben. Daher arbeitet der Konzern schon heute mit Kunden in vielen Segmenten und Branchen in puncto Kombinatorische Optimierung eng zusammen und hat mit dem Digital Annealing eine sofort einsetzbare Brückentechnologie zum Quantencomputing im Portfolio. Gleichzeitig erarbeitet das kleine Team des im vergangenen Jahr angekündigten „Digital Incubator“ in München für die wichtigsten technischen Themenfelder KI, Blockchain und Quantencomputing Lösungen, die mit Hilfe gleichzeitig aufgebauter Communities „massentauglich“ weiterentwickelt in das Servicegeschäft übernommen werden können.

Der Kombinatorischen Optimierung in der Industrie will Fujitsu jetzt einen akademischen Schub geben und hat zusammen mit Dataport einen neuen Lehrstuhl an der TU Hamburg-Harburg gestiftet. Hier soll künftig mit einem interdisziplinären Ansatz der Frage nachgegangen werden, wie optimale Lösungen für Aufgaben in Produktion, Handel und Dienstleistung gefunden werden können – die entweder besonders komplex sind oder bei denen es um sehr große Datenmengen geht.

Die hohen Anforderungen an die IT bei der Lösung komplexer kombinatorischer Probleme scheinen eine völlig neue Hardware(-Qualität) erforderlich zu machen: den Quantencomputer. Fujitsu beschäftigt sich schon länger intensiv mit diesem Thema und hat den Digital Annealer als Brückentechnologie zum Quantencomputing entwickelt. Zwar basiert dieser auf verfügbarer Halbleitertechnik, verfügt aber über eine spezielle Architektur, die besonders effektiv Algorithmen implementieren kann, die vom Quantencomputing inspiriert sind. Damit kann das Digital Annealing in den verschiedensten Bereichen auch extrem anspruchsvolle kombinatorische Aufgaben mit Datenvolumina lösen, die bislang zu groß oder zu komplex waren, um sie in einem kurzen Zeitraum zu verarbeiten.

Fujitsu erwartet sich von der auf zehn Jahre finanzierten Professur, dass die geförderte Forschung neue Technologien hervorbringt, die Ressourcen schonen, die Effizienz im Business steigern und nicht zuletzt die Services kommerzieller Anbieter und der öffentlichen Hand kundenfreundlicher machen. CTO Dr. Reger ist überzeugt, dass der Lehrstuhl in Hamburg der Entwicklung einen wichtigen Schub geben werde, um die Welt insgesamt effizienter und auch nachhaltiger zu machen: „Auch wenn es außerhalb von Fachkreisen nur wenig bekannt ist: Kombinatorische Optimierung gehört zu den Schlüsselfeldern der Mathematik, was die Bedeutung für unser aller künftiges Leben betrifft. Sie hat das Potenzial, alle Abläufe und Systeme zu verbessern. Um es kurz zu sagen: das Leben leichter zu machen.“

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Über den Autor

 Elke Witmer-Goßner

Elke Witmer-Goßner

Redakteurin, CloudComputing-Insider.de