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Pure Storage übernimmt Portworx Investition in einen Wachstumsmarkt

Autor / Redakteur: Michael Matzer / Dr. Jürgen Ehneß

Mit der Übernahme des Kubernetes-Spezialisten Portworx begibt sich Pure Storage auf den Markt für Cloud-native Stateful-Container-Apps und Multi-Cloud-Architekturen. Diese sollen ebenfalls gespeichert und geschützt werden. Die Portworx-Software „Portworx Enterprise“ wird bereits bei T-Mobile, Lufthansa Systems und Carrefour eingesetzt.

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Ähnlich wie Veeam positioniert sich Pure Storage mit Hilfe einer Übernahme im Containermarkt.
Ähnlich wie Veeam positioniert sich Pure Storage mit Hilfe einer Übernahme im Containermarkt.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Diese großen Kunden nutzen die auf Kubernetes basierenden Datendienste von Portworx bereits, um persistenten Speicherplatz, Hochverfügbarkeit, Datenschutz und -sicherheit sowie Cloud Mobility für Container in hybriden Architekturen zu realisieren. Pure Storage will durch die Kombination seines Portfolios mit den Portworx-Lösungen eine umfassende Suite an Datendiensten bieten, die sich in der Hybrid- und Multi-Cloud, auf Bare-Metal- oder auf Enterprise-Arrays bereitstellen und nativ per Kubernetes orchestrieren lassen.

Enrico Signoretti, Analyst bei GigaOm, sieht die Notwendigkeit für persistente und zuverlässige Daten- und Speicherverwaltung sowie Datensicherheit, wenn es darum geht, Kubernetes-Installationen in modernen Unternehmensumgebungen zu evaluieren: „Das Ziel sollte darin bestehen, eine gemeinsame Datenspeicherschicht bereitzustellen, die von physischen und Cloud-Ressourcen abstrahiert ist und über eine Reihe von Standardfunktionen, Services, Schutz, Datensicherheit sowie Verwaltung verfügt.“

Neue Geschäftseinheit

Mittlerweile hat Pure Storage zwecks Portworx-Integration eine Cloud-Native-Geschäftseinheit gegründet, die vom ehemaligen Portworx-CEO Murli Thirumale geleitet wird. Portworx soll auf eine weltweite Aktivitätsebene gehoben werden. Die Portworx-Software wird zunächst einmal durch Pure Storages globale Vertriebskanäle und die Subskriptionsangebote verfügbar gemacht werden. Pure wird die Reichweite des Portworx-Supports ebenfalls auf die ganze Welt ausweiten.

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Die Software Portworx Enterprise ergänzt Pures Produktportfolio und wird für ein offenes Ökosystem von Partnern optimiert. Schon jetzt lässt sich Portworx On-Premises, Bare Metal, auf VMs, auf SAN und DAS bereitstellen, um den vorhandenen Speicherplatz in einen Cluster-weiten Speicherpool für alle Applikationen zu verwandeln. Dass nun auch FlashArray-basierter Speicher hinzukommt, dürfte auf der Hand liegen. Der bedeutendste Unterschied zu vielen Storage-, Backup- und DR-Lösungen liegt in der Unterstützung von Stateful-Anwendungen, wie sie etwa im ERP- und CRM-Umfeld zu finden sind: Eine Anwendung muss einen bestimmten Zustand erreichen, ändern und zurückmelden können. Das Gegenteil davon sind etwa Streaming-Anwendungen.

Zunehmend werden die großen ERP-Boliden wie etwa SAP in flexible und agile Microservices zerlegt, die in Docker-Containern und Kubernetes verwaltet und automatisiert verschoben werden können. Das wirft das Problem auf, wie die Daten in diesen Containern sicher und geschützt im Speicher abgelegt werden sollen, der für sie optimal ist.

Der Pure Service Orchestrator

Diesen Trick beherrscht offenbar Portworx Enterprise mit all seinen Komponenten. Kubernetes und der Pure Service Orchestrator (PSO) sollen für die transparente Verwaltung der Speichereinheiten und -Services sorgen. Mit der Kombination aus Portworx-Software, Pure Storage All-Flash Arrays und PSO will Pure Storage die umfassendste Plattform für Kubernetes-Datendienste zum Erstellen, Automatisieren, Schützen und Sichern von Cloud-nativen Anwendungen bieten. Die jüngste PSO-Version 6.0 setzt bereits die Anforderung an Statefulness. Wo frühere Versionen völlig zustandslos waren, kann Pure Service Orchestrator Version 6.0 diesen Zustand beibehalten, da PSO CockroachDB nutzt, eine Cloud-native SQL-Datenbank, die für skalierbare, Cloud-basierte Dienste entwickelt wurde, die katastrophentolerant sind.

Apropos Schutz: SafeMode-Snaphots

„Pure Storage bietet den Portworx-Kunden Schutz vor Ransomware und ähnlicher Schad-Software“, sagte Alex McMullan, CTO EMEA bei Pure Storage. SafeMode-Snapshots seien eine integrierte Funktion von Pure FlashBlade, mit der sich schreibgeschützte Snapshots von Backup-Daten und zugehörigen Metadatenkatalogen erstellen lassen, nachdem die Backups durchgeführt wurden. SafeMode-Snapshots werden automatisch erstellt und verwaltet, unabhängig von der Kontrolle durch den Administrator. Unternehmen können Primär- oder Backup-Daten direkt aus diesen Snapshots wiederherstellen und sich so vor Ransomware-Angriffen, aber auch bösartigen Insideraktivitäten und versehentlichem Löschen von Daten schützen.

Ransomware kann SafeMode-Snapshots nicht löschen, ändern oder verschlüsseln. Zudem kann nur ein autorisierter Benutzer direkt mit dem technischen Support von Pure zusammenarbeiten, um die Funktion zu konfigurieren, die Richtlinie zu ändern oder Snapshots manuell zu löschen. Die Einrichtung von SafeMode soll einfach sein und keinen täglichen Betriebsaufwand für die Wartung erfordern.

Der Markt für Container-Management-Software

Pure Storage investiert mit dem Portworx-Kauf in einen Wachstumsmarkt. Nach Schätzung der Gartner Group wächst der Markt für Container-Management-Software von 465,8 Millionen US-Dollar in den Jahren 2020 bis 2024 auf 944 Millionen Dollar, also auf etwa die doppelte Größe. „95 Prozent aller neuen Applikationen verwenden Container“, sagt William Fellows, Gründer und Sr. Vice President bei 451 Research. „Kubernetes ist fünf Jahre alt geworden und hat inzwischen gehen gelernt.“

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