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Mit der „High-Performance Analytic Appliance“ (HANA) präsentierte SAP die Techniken, die in Zukunft die Grundlage der SAP-Infrastruktur bilden sollen. Das unter dem Codenamen „Orange“ laufende Projekt zur Erneuerung des Softwareportfolios soll bereits im kommenden Jahr abgeschlossen werden. Dann soll es möglich sein, die bestehende Datenbank für das Business Information Warehouse durch HANA zu ersetzen.
HANA besteht aus einer auf Sybase-Technik basierenden Datenbank, die besonders für Abfrage- und Analyseaufgaben optimiert ist. Darauf packt SAP neuartige Applikationen und Services, die Zug um Zug entwickelt werden. Die Hardware für die HANA-Appliance wird von unterschiedlichen Herstellern angeboten, allen voran IBM, Fujitsu, Dell, HP, Cisco und Lenovo. Die Server sind meist unspektakuläre x86-Maschinen, allerdings mit einem extrem großen RAM-Speicher und selbstverständlich mit 64-Bit-Architektur.
Neue Cache-Struktur verkleinert Datenbank durch geringere Latenz
Laut SAP lässt sich mit HANA der „Datenfußabdruck“ der relationalen Datenbank um 80 Prozent verringern. Verantwortlich dafür ist die schnelle In-Memory-Technik, die vorausberechnete Indizes und aggregierte Datensummen überflüssig macht. Dazu kommt, dass allein schon die Lese- und Schreibprozesse beschleunigt werden, weil die Daten nicht erst auf der langsamen Festplatte gesucht beziehungsweise gespeichert werden müssen.
Ein weiterer Geschwindigkeitsvorteil von In-Memory Database Systems (IMDS) liegt laut IDC darin begründet, dass die Daten näher am internen CPU-Cache gespeichert lagern und sich so I/O-Verwaltungsaufwand und Latency im Vergleich zu herkömmlichen Cache-basierenden Techniken verringern lassen.
Insbesondere bei NetWeaver Business Warehouse (BW) Queries sollen sich die Leistungssteigerungen zeigen, wenn HANA als Datenbank eingesetzt wird. Bereits bestehende Analyseinhalte – BW Cubes und Metadaten – sollen unverändert übernommen werden können.
Kein Strom, keine Daten
Mit einer Schwierigkeit muss eine HANA-Appliance jedoch fertig werden. Das ist die Tatsache, dass der Hauptspeicher mit seinem Random Accesss Memory (RAM) volatil ist, sprich, die gespeicherten Informationen verliert, wenn kein Strom zugeführt wird.
HANA-Geräte benötigen also einen Mechanismus, der diesen Makel ausgleicht. Meist nutzen die Hardwarehersteller Solid State Drives (SSDs) als First-Level-Speicher. Im ersten Jahr überraschend erfolgreich Nach einer Umfrage, die TNS Infratest im Auftrag von T-Systems in neun Ländern und unterschiedlichen Branchen durchführte, war SAP-HANA bereits ein Jahr nach dem Roll-out 63 Prozent der Befragten bekannt und 19 Prozent erwarteten, dass das System zur Standard-Datenbank für die SAP-Infrastruktur werden wird.
Umsatzerwartungen übertroffen
Die Verkaufserfolge der Waldorfer sind sogar besser als geplant. Prognostiziert war für das erste Jahr ein Umsatz in Höhe von 100 Millionen Euro, erreicht wurden 160 Millionen Euro. Bislang (Stand 2012) konnten über 64.000 Anwender in 354 Unternehmen für HANA gewonnen werden, wobei nur knapp die Hälfte damit SAP-Daten auswertet.
Damit der Erfolg weiter anhält, hat SAP zum ersten Geburtstag den „HANA Real-Tune Fund“ ins Leben gerufen und mit 155 Millionen Dollar ausgestattet. Davon profitieren sollen Startup-Unternehmen, die Echtzeitanwendungen auf Basis der neuen Datenbank entwickeln. Weitere 337 Millionen Dollar steckt SAP in das „SAP HANA Adoption Program“, mit dem Kunden zum Umstieg von traditionellen Datenbanken wie Oracle 11g oder IBM DB2 auf die neuen SAP-Applikationen bewegt werden sollen.
Dieser Artikel stammt aus dem Kompendium „Next Generation Storage“ von SearchStorage.de. Hier können Sie das vollständige Kompendium als PDF-Datei herunterladen. Hier finden Sie alle bisher erschienenen Kompendien in chonologischer Reihenfolge.
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