Wolfgang Oestreich, BlueArc, über die sieben Mythen des Network File System

NFS vereinfacht das Speicher-Provisioning in VMware-Umgebungen

07.07.2010 | Autor / Redakteur: Wolfgang Oestreich / Nico Litzel

Wolfgang Oestreich, Regional Manager DACH bei BlueArc
Wolfgang Oestreich, Regional Manager DACH bei BlueArc

In virtuellen Umgebungen können Speicher mit dem Virtual Machine File System (VMFS) betrieben werden – VMwares eigenem Dateisystem, das in einem FC-SAN oder einem iSCSI-Speicher-Array läuft. Daneben gibt es das Network File System (NFS), das auf einem NAS-System läuft. Speziell gegenüber NFS bestehen gewisse Vorurteile, die jedoch oft auf veralteten Tatsachen beruhen. Nachfolgend werden die Vorteile beider Ansätze aufgezeigt. Dabei werden auch die „NFS-Mythen“ näher betrachtet und gezeigt, warum diese einer ernsthaften Überprüfung nicht länger standhalten.

VMFS wurde von Grund auf für VMware-basierende Speicherumgebungen entwickelt und ist erwartungsgemäß robust und gut ausgereift. Das Dateisystem bietet bei einer gemeinsam genutzten Infrastruktur dem VMware-Administrator eine gewisse Unabhängigkeit vom Speicheradministrator. Allerdings hat VMFS einige bekannte Einschränkungen:

  • 1. Eine Skalierung erfordert beim Einsatz mehrerer virtueller Maschinen eine sorgfältige und intensive Planung.
  • 2. Die Behebung von I/O-Performance-Problemen ist bei VMFS wegen der fehlenden Automatisierung meist sehr zeitintensiv und mühsam.
  • 3. Wenn mit VMware virtualisierte IT-Landschaften wachsen, dann nehmen die in 1 und 2 beschriebenen Probleme überproportional zu. Ein VMFS-Speichersystem ist bei sehr vielen VMs (Hunderte bis Tausende VMs) sehr ineffizient.

Natürlich weisen auch die meisten NFS-Speicherlösungen einige Hürden auf, dennoch bieten sie insgesamt mehr Vorteile. So ist eine auf NFS basierende NAS-Speicherlösung viel einfacher aufgebaut und zudem stärker automatisiert, also insgesamt das bessere Speicher-Ökosystem für VMware-Datenspeicher. Leider gibt es einige Mythen rund um Virtualisierungsumgebungen und NFS, die viele VMware-Administratoren davon abhalten, eine solche Lösung überhaupt nur in Betracht zu ziehen.

In einigen Fällen basieren diese Mythen auf veralteten Tatsachen, die heute für VMware nicht mehr gelten. Andere Mythen enthalten zwar ein Körnchen Wahrheit, können aber nicht auf alle NFS-Speicherlösungen verallgemeinernd übertragen werden. Daher ist eine Klarstellung wichtig, sodass VMware-Administratoren die bestehenden Möglichkeiten unvoreingenommen miteinander vergleichen können.

Mythos 1. VMware unterstützt nicht alle erweiterten NFS-Funktionen

Falsch – alle vSphere- und ESX-Funktionen werden bei NFS-Datenspeichern unterstützt. NFS wird als Standardspeicher bereits seit ESX 3.0 von VMware unterstützt. Der Mythos ist wahrscheinlich durch den VMware-Entwicklungszyklus entstanden. VMware entwickelt und unterstützt zuerst neue erweiterte Funktionen bei VMFS-SAN-Datenspeichern. Die NFS-Unterstützung folgt üblicherweise innerhalb von ein oder zwei Quartalen. Manchmal, unter außergewöhnlichen Umständen, kann es auch länger dauern – zum Beispiel gab es bei Storage Vmotion und dem Site Recovery Manager (SRM) eine Verzögerung von fast einem Jahr aufgrund des Wechsels auf die neue Version vSphere 4.

Weiter mit: Mythos 2. VMware-Performance ist bei NFS-Datenspeichern viel langsamer

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