Einrichtung und Betrieb von FreeNAS

Open-Source-Netzwerkspeicher installieren und konfigurieren

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Dr. Jürgen Ehneß

Hochverfügbarer Netzwerkspeicher mit FreeNAS: So geht’s!
Hochverfügbarer Netzwerkspeicher mit FreeNAS: So geht’s! (Bild: © Сake78 (3D & photo) - stock.adobe.com)

Mit FreeNAS kann im Netzwerk auf Basis eigener Hardware ein hochverfügbarer Netzwerkspeicher zur Verfügung gestellt werden. Wir geben einen Einstieg in Installation und erste Einrichtung.

Um FreeNAS zu installieren, wird zunächst ein Server benötigt, der über genügend Festplattenplatz verfügt. Idealerweise sollten mehrere Festplatten im Server eingebaut werden, damit das Dateisystem ZFS auch hochverfügbar zur Verfügung gestellt werden kann. FreeNAS selbst kann über einen USB-Stick gestartet werden. Das hat den Vorteil, dass im Server alle Festplatten für das Speichern von Daten genutzt werden können. Das Betriebssystem selbst wird beim Starten in den Arbeitsspeicher geladen. Daher sollten im Server auch mindestens acht Gigabyte Arbeitsspeicher verbaut sein.

Installation durchführen

Zur Installation wird die ISO-Datei benötigt, auf deren Basis ein Installationsdatenträger erstellt werden kann. Die Installation wird textbasierend durchgeführt. Dazu müssen lediglich die wenigen Fenster bestätigt werden. Während der Installation weist der Installationsassistent auch darauf hin, dass die Installation am besten auf einem USB-Stick erfolgen solle. Nach der Installation steht die Konsole zur Verfügung.

Hier ist auch die IP-Adresse zu sehen, über die das Webinterface aufgerufen werden kann. Nach der ersten Installation findet die Einrichtung über das Webinterface statt. Während der Installation sollten die Festplatten des Servers nicht ausgewählt werden. Die Anbindung des Storage-Systems erfolgt später in der grafischen Oberfläche von FreeNAS.

Nach der Installation startet automatisch die moderne Oberfläche von FreeNAS. Die ältere Oberfläche steht noch immer zur Verfügung und wird über die URL http://<Servername>/legacy erreicht. Ohne die Erweiterung „legacy“ öffnet sich die neue Oberfläche. Der bekannte Einrichtungsassistent von FreeNAS startet beim Aufrufen der alten Oberfläche automatisch.

Erste Einrichtung durchführen

Nach der Installation und der Konfiguration besteht der erste Schritt darin, die Benutzeroberfläche aufzurufen. Standardmäßig wird für die Anmeldung das HTTP-Protokoll verwendet. Um SSL zu verwenden, muss über System\Certificates zunächst ein Zertifikat installiert werden. Danach kann über General das HTTPS-Protokoll aktiviert werden. Der Anmeldenamen ist „root“, das Kennwort wird bei der Installation festgelegt. Öffnet sich die grafische Oberfläche, kann FreeNAS eingerichtet werden.

Im Bereich System\General sollten zunächst die wichtigsten Einstellungen vorgenommen werden. Dazu gehören Sprache, Tastaturlayout und Zeitzone. Die anderen Einstellungen können jederzeit angepasst werden.

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Storage konfigurieren

Natürlich stellt die Konfiguration des Speichers in FreeNAS eine besonders wichtige Konfiguration dar. Hier wird schlussendlich festgelegt, wie und wo die Daten gespeichert werden, die Anwender auf dem NAS ablegen. Die Konfiguration dazu findet über den Bereich Storage statt. Bei Pools werden die physischen Festplatten auf dem Server zu einem gemeinsamen Datenspeicher zusammengefasst.

Hier kann auch mit der Option Encryption die Verschlüsselung der Daten auf dem System festgelegt werden. Allerdings sollte diese Option nicht leichtfertig verwendet werden. Zuvor sollte die Dokumentation von FreeNAS ausführlich konsultiert werden.

Beim Erstellen des Tools kann festgelegt werden, wie die Hochverfügbarkeit konfiguriert werden soll. Hier stehen die Optionen Stripe (Datenträger werden ausgedehnt auf den maximalen Speicherplatz, daher wenig Hochverfügbarkeit), Mirror (Daten werden gespiegelt) und Raid-z (entspricht in etwa RAID 5, Daten werden also hochverfügbar verteilt) zur Auswahl. Abhängig von den zur Verfügung stehenden Festplatten lassen sich weitere Konfigurationen vornehmen. Die Optionen werden in der Dokumentation ausführlich behandelt. In den meisten Fällen reicht Raid-z aus. Erweiterte Optionen wie Raid-z2 bedeuten einen deutlichen Speicherplatzverlust, da der Speicherplatz für die Hochverfügbarkeit des Speichers genutzt wird.

Im Bereich Storage sind bei Disks die Datenträger sowie deren Zuordnung zu den einzelnen Pools zu sehen. Bei Pools sind wiederum die erstellen Pools zu sehen. Hier kann über das Zahnradsymbol eine Erweiterung erfolgen und über das Menü mit den drei Punkten eine Anpassung des Pools. Hier wird zum Beispiel festgelegt, welche Clients hauptsächlich auf den Pool und die darin gespeicherten Freigaben zugreifen.

Freigaben erstellen

Über Sharing lassen sich wiederum Freigaben erstellen, die auf den erstellten Pools abgelegt werden. Dazu wird ausgewählt, welche Art der Freigabe erstellt werden soll, also Apple (AFP), Unix (NFS) oder Windows (SMB). Über Add wird die Freigabe erstellt. Durch Klicken auf den Ordner kann der Pool ausgewählt werden, auf den die Freigabe gespeichert werden soll. Hier stehen auch verschiedene erweiterte Optionen zur Verfügung, die weitgehend selbsterklärend sind.

Wenn der entsprechende Systemdienst für NFS, SMB oder AFP noch nicht gestartet wurde, schlägt der Assistent den Start vor. Erst dann stehen Freigaben zur Verfügung. Die Konfiguration und Aktivierung der einzelnen Dienste in FreeNAS sind über den Menüpunkt Services verfügbar. Die Entwickler stellen in der Dokumentation ausführliche Anleitungen zur Verfügung, wie Freigaben optimal erstellt werden.

Gruppen und Benutzer anlegen

Damit Anwender über das Netzwerk Zugriff auf die Freigaben erhalten, müssen zuvor die Benutzerkonten auf dem NAS angelegt oder FreeNAS mit dem Active Directory verbunden werden. Die Verwaltung der Gruppen erfolgt über Accounts\Groups, Benutzer werden über Users angelegt. Beim Anlegen der Benutzer sollte die ID notiert werden. Die Mitgliedschaft von Benutzern kann über diese ID erfolgen.

Über die Gruppen-ID können Benutzerkonten als Mitglied zu Gruppen hinzugefügt werden. Anschließend kann die Anmeldung am NAS erfolgen. Die Freigabe wird danach angezeigt.

FreeNAS an Active Directory anbinden

FreeNAS kann auch Benutzer und Gruppen aus Active Directory für die Steuerung der Rechte nutzen. Die Anbindung dazu erfolgt über Directory Services\Active Directory. Vor der Anbindung an Active Directory sollten die Netzwerkeinstellungen in der Konsole überprüft werden.

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Bei Network können Gateway und DNS-Server für FreeNAS festgelegt werden. Wurde hier ein DNS-Server in Active Directory eingebunden, kann über Shell und nslookup überprüft werden, ob Domänencontroller aufgelöst werden können. Wenn die Auflösung funktioniert, kann über Directory Services\Active Directory eine Anbindung an die Active-Directory-Domäne erfolgen.

FreeNAS erweitern – Virenschutz und Backup

Über den Menüpunkt Plugins können Erweiterungen in FreeNAS eingebunden werden. Hier stehen Virenscanner und Backup-Lösungen zur Verfügung, die dabei helfen, direkt auf dem FreeNAS-Server Daten nach Malware zu untersuchen und zu sichern.

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