Objektspeicher-Software für den kleineren Bedarf Scality erschließt mit Artesca den Einstiegsmarkt für moderne Cloud-Apps

Autor / Redakteur: Michael Matzer / Dr. Jürgen Ehneß

Mit der neuen Software Artesca hat Scality eine Object-Storage-Lösung vorgestellt, die den Markt unterhalb seiner RING-Lösung abdecken soll, der bei 200 TB ansetzt. Die Cloud-App wendet sich an DevOps-Entwickler und Anwendungsbetreuer, besonders am Edge und in der Cloud. Entwickelt für Kubernetes-Umgebungen in der Multi-Cloud, wird Artesca in den ersten sechs Monaten exklusiv von Hewlett Packard Enterprise mit dessen Hardware vertrieben.

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Cloud-native Objektspeicher-Software: Scality Artesca.
Cloud-native Objektspeicher-Software: Scality Artesca.
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Der Name Artesca stehe für „Art of Scalability“, erklärt Christoph Storzum, seit Anfang Februar Scalitys neuer Regional Director für die DACH-Region. Diese Skalierbarkeit sei es, die Artesca so vielseitig einsetzbar mache. Die Einsatzbereiche reichten vom Edge über die Kernanwendungen wie ERP bis zur Multi-Cloud, besonders zu Cloud-nativen Apps, die auf Kubernetes laufen.

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Zu den Anwendungsfällen gehören Edge- und Machine-Learning-Installationen, Big-Data-Analytik und Cloud-native Apps, die in-memory ausgeführt werden. Artesca will DevOps-Nutzer mit einfachem Deployment und mit Multi-Cloud-Datenverwaltung unterstützen. Mit Zenko verfügt Scality schon seit Jahren über eine entsprechende Management-Software.

Niedriger Einstiegsbereich

„Diese Workloads nutzen alle AWS S3 als Object Storage und haben meist einen niedrigen Speicherbedarf zwischen 10 und 200 TB“, unterstreicht Storzum. „Bis 50 TB ist die Nutzung von Artesca kostenlos.“ Ebendiesen Bereich will Scality nun mit Artesca abdecken, allerdings müssten diese Anwendungen mit sehr schnellem Flash-Memory auf QLC-Medien versorgt werden, um niedrige Antwortzeiten realisieren zu können. Festplatten seien nicht mehr vorgesehen, denn die seien zu langsam.

„Die moderne Cloud-Umgebung erfordert Anpassbarkeit, Übertragbarkeit und Effizienz“, fasst Storzum die Voraussetzungen zusammen. Apropos Portabilität: Auch Daten aus bestehenden RING-Installationen sowie aus vorhandenen S3-Buckets lassen sich in Artesca-Namespaces importieren. AWS S3 dient als Speichersystem für Artesca, Zenko als Multi-Cloud-Datenmanager. Asynchrone Updates sorgen für die Konsistenz externer Daten.

Enterprise-Niveau

Durch Artescas Einfachheit brauchen Entwickler und Applikationsbetreuer keine Storage-Fachkenntnisse für persistente Storage-Infrastrukturen mehr. Zudem erfülle die Software die Ansprüche eines Unternehmens an Sicherheit, Mandantenfähigkeit und Verfügbarkeit. Auch seien keine Linux-Kenntnisse erforderlich, und die Software lasse sich nach dem Scale-Out-Prinzip auf einem einzelnen Commodity-Hardware-Server ebenso installieren wie in einem Cluster: von Bare-Metal-Servern über Edge-zu-Kern-/Kern-zu-Edge-Konfigurationen oder Private Cloud plus Public Cloud. Mehrere Kubernetes-Distributionen werden gleichzeitig unterstützt.

Die GUI

Der Admin erhält eine übersichtliche, aber sehr informative grafische Benutzeroberfläche, die es ihm erlaubt, Daten in einer Multi-Cloud zu kontrollieren. Hinzu kommen Workflow-Management, eine API, die S3-Metadaten-gestützte Suche sowie umfassende Speicherstatistiken. Im Hintergrund sorgt Zweischichten-Erasure-Coding mit minimalem Verwaltungsaufwand und quasi Selbstheilungskraft für Datensicherheit. Hinzu kommen Funktionen für Replikation und Backup/DR für den Schutz der Daten. Eine spezielle Funktion sorgt dafür, dass die Performance trotz wechselnder Workloads stets auf einem optimalen Level bleibt. „So werden beispielsweise auch Ablaufzeiten automatisch berücksichtigt und Daten spätestens nach 90 Tagen gelöscht“, erläutert Storzum. „Das entlastet das System.“

Flash-Memory mit QLC-Medien soll für schnellen Speicher mit sehr geringer Latenz und hohem Datendurchsatz (über 10 GBps) sorgen, wie sie etwa für Big Data Analytics und Machine Learning nötig sind. Durch die Programmierschnittstelle soll sich die Software vollständig automatisieren lassen. Sie berücksichtigt dabei die Mandantenfähigkeit und liefert in die Dashboard-GUI Metriken je nach Account, Nutzer und S3-Bucket-Ebene. Zu den Speicher-KPIs zählen Kapazität und Anzahl der Objekte. Zu den Leistungsmetriken gehören „Objekt und Bandbreite pro Zeiteinheit“. Mit Grafiken lässt sich die Planung visualisieren, Trends und Benachrichtigungen werden in der Benutzeroberfläche angezeigt.

Partner

Wie man schon an den Anwendungsfällen ablesen kann, hat Scality mit den einschlägigen Branchenführern Partnerverträge abgeschlossen. Veeam ist der erste Partner, der feststeht. Auf die Frage, welche Version von Veeam Backup unterstützt werde, antwortet Storzum, dass sowohl die neue Version 11, die Kasten.io integriere, als auch ältere Versionen unterstützt würden.

Die Partner Vertica (ehemals bei HPE), WEKA.io, Broadpeak und Ctera befänden sich im Zertifizierungsprozess. Ctera sei bereits für Artesca validiert. Diese bieten Backup, File Services, Video-Content-Software und Analyse-Software.

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Beteiligung von HPE

Scality bietet Artesca innerhalb eines Beschaffungsmodells an, das Subskriptionen über ein, drei oder fünf Jahre anbietet. Die Einstiegsgebühr liegt bei 3.800 US-Dollar pro Jahr und umfasst einen 24x7-Support. Artesca lässt sich während der ersten sechs Monate mit einem exklusiven HPE-Vertrag beziehen, entweder mit entsprechender HPE-Hardware oder als Cloud-Service via HPE GreenLake. Das HPE-Portfolio umfasst nach Angaben von Chris Powers, Vice President und General Manager, Collaborative Platforms und Big Data bei HPE, sechs dediziert konfigurierte HPE-Systeme. Schließlich war HPE an der Entwicklung von Artesca beteiligt.

Die HPE-Hardware

Für Single-Node-Niederlassungen eignet sich die HPE ProLiant DL380 mit maximal 180 TB. Für Cluster bietet HPE 7. Juni die Apollo N2600 XL220on mit 180 TB verfügbarer Speicherkapazität auf vier Nodes an. Die ProLiant DL325 AFA will HPE ab dem 4. Mai anbieten. Sie bietet einzeln 221 TB nutzbaren Speicher und im Dreierpack 487 TB nutzbaren Speicher an, ist also offenbar als Artesca-Cluster-Basis konzipiert.

Die HPE Apollo 4200 SFF (VRO-Flash) mit 294 TB Kapazität ist bereits erhältlich. Die drei Nodes können entweder Artesca oder Scality RING 8 bis 650 TB unterstützen. Die Apollo 4200 LFF ist ein Hybrid-System für Artesca oder RING 8, das auf drei Nodes bis zu 908 TB nutzbaren Speicher bietet. Das Topsystem ist die Apollo 4510 LFF, die zwischen 864 TB für Artesca oder 2.342 TB für drei Artesca- oder RING-8-Nodes bereithält.

Analystenstimme

„Scality hat einen Weg gefunden, die richtigen Attribute für Cloud-native Anwendungen in Artesca zu berücksichtigen: leichtgewichtiger, aber schneller Objektspeicher mit Enterprise-Fähigkeiten“, fasst Randy Kerns, Analyst bei der Evaluator Group, zusammen. „Wo es bei den neuen Workloads auf Leistung ankommt, ist Artesca optimal. Das Container-basierte Design versetzt Artesca in die Lage, sich in moderne Kubernetes-Ökosysteme einzufügen – das ist eine Anforderung für heutige Cloud-native Anwendungen.“

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