Umfrage zu künftigen Speicherarchitekturen, Teil 2

Sind Public Clouds die Zukunft?

| Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Tina Billo

Laut Ralf Colbus, Leading Solution Sales Professional Storage bei IBM Deutschland, ist das Einbeziehen von Public Cloud- oder Multi-Cloud-Services und -Ressourcen eine der kernstrategischen Storage Directions für die IBM.
Laut Ralf Colbus, Leading Solution Sales Professional Storage bei IBM Deutschland, ist das Einbeziehen von Public Cloud- oder Multi-Cloud-Services und -Ressourcen eine der kernstrategischen Storage Directions für die IBM. (Bild: IBM)

Junge Speicherunternehmen in den USA entwickeln ihre Systeme und Lösungen immer unter Einbeziehung einer Anbindung an Public Clouds. Verlagern deutsche Unternehmen ihre Daten ebenfalls – zumindest zum Teil – in eine Public Cloud? Falls ja, auf was ist dabei zu achten?, lautete unsere nächste an Hersteller und Analysten gestellte Frage.

Markforscher Henkes von isg hat beobachtet, dass deutsche Firmen insbesondere Daten der internen und externen Zusammenarbeit, also Office-Daten, sowie Archiv- und Backup-Systeme in die Cloud verschieben. "Die Cloud wird auch als Notfall-Rechenzentrum genutzt sowie für das Testing und Prototyping von Apps beziehungsweise Services."

Er mahnt, dass man auch auf die reine Entfernung der Cloud zum eigenen Rechenzentrum achten müsse, da sonst Latenzzeiten zu groß und eine Echtzeitreplikation nicht möglich sei. Auch Standards und Schnittstellen spielen eine Rolle, um Daten schneller migrieren zu können und zudem sei auf den Netzwerkverkehr zu achten, der teilweise beim erneuten Download die Einsparungen einer Cloud zunichte mache. Seine Empfehlung: Das Datenaufkommen vorher genau prüfen.

Dell/EMC-Manager Winterfeldt ergänzt: "Während es meistens relativ günstig ist, Daten in die Cloud zu verschieben oder Applikationen dort zu betreiben, ist es ungemein schwierig und teuer, diesen Prozess rückgängig zu machen und Daten und Applikationen zurückzuholen."

Hybride Umgebungen werden zur Norm

"Deutsche Unternehmen geben ihre Daten ungern an Public-Cloud-Anbieter mit Rechenzentren im Ausland", hat HPE-Manager Stimberg festgestellt. Zusätzliche Regelungen wie DSGVO tragen dazu ebenso bei. Deshalb würden erste Daten bereits wieder zurück ins eigene Datacenter oder zu lokalen Anbietern verlagert. Oft habe sich die ursprüngliche Kostenersparnis nicht realisiert oder es hapert an Verfügbarkeit oder Sicherheit der Daten. "Generell erwarten wir, dass in Zukunft hybride Umgebungen die Norm sein werden."

Für die IBM ist "das Einbeziehen von Public Cloud oder Multi-Cloud-Services und -Ressourcen eine der kernstrategischen Storage Directions der IBM", sagt Ralf Colbus. Das Ziel sei es, Storage, Hypervisor oder die Applikation nahtlos in die Geschäftsprozesse des Anwenders zu integrieren, sicher zu machen und zu überwachen/managen. Das betrifft insbesondere Backup, Archivierung, DR-Vorsorge, Tiering oder auch Analytics/KI oder DEvOps.

Der Schutz von Daten ist zentral

"In Deutschland bestehen Bedenken in Bezug auf Spionage und Datendiebstahl“, weiß Roland Rosenau von Rubrik. Firmen nutzen deshalb noch immer das Backup auf Band, um sich vor Ransomware zu schützen. Allerdings stelle sich die Frage, wie lange es dauert, eine Wiederherstellung vom Tape aus durchzuführen. Rubrik hat dafür Lösungen gefunden: "Daten, die von Rubrik verwaltet werden, sind unveränderlich und können nachträglich nicht verschlüsselt werden. Zudem ist – im Produkt - eine rollenbasierte Zugriffskontrolle integriert."

Einfacher, übergreifender Zugriff auf Speicherressourcen

Pure Storage verfolgt laut Markus Grau den Ansatz, "dass Speicherressourcen vor Ort genauso einfach und flexibel wie ihr Pendant in der Public Cloud konsumierbar sein müssen". Dazu bietet der Hersteller mit "Pure Cloudsnap" einen neuen Datenservice an, der es ermöglicht, Volumes von einem Flash-Array zum Simple Storage Service (S3) von AWS und zu NFS-Zielen zu kopieren. Dort lassen sich die Daten in ein natives AWS-EBS-Format formatieren. "Somit gibt es keine Herstellerbindung", freut sich der Manager.

* Kriemhilde Klippstätter ist freie Autorin und Systemischer Coach (SE) in München.

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