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Microsofts relationales Datenbankmanagementsystem auf Ubuntu, CentOS 8 und RHEL 8 installieren SQL Server 2019 mit Linux betreiben

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Dr. Jürgen Ehneß

In Linux-Netzwerken kann Microsoft SQL Server 2019 auch auf Linux-Servern betrieben werden. Wir zeigen in diesem Beitrag, wie die Installation durchgeführt wird. Die Verwaltung des Servers kann natürlich ebenfalls mit dem SQL Server Management Studio durchgeführt werden.

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Microsoft SQL Server 2019 läuft auch auf Linux-Servern.
Microsoft SQL Server 2019 läuft auch auf Linux-Servern.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Microsoft SQL Server 2019 kann problemlos auch auf Linux installiert werden, zum Beispiel auf Ubuntu, CentOS oder RHEL. Alle Editionen stehen für Linux zur Verfügung, auch die kostenlosen Editionen Developer und Express.

Die Installation von SQL Server 2019 kann über den Download der Installationsdateien und der damit notwendigen Konfigurationsdateien auf dem Server erfolgen. Generell sind also zunächst keine Installationsdateien lokal notwendig. Auch die kostenlosen Editionen Developer und Express lassen sich auf Linux installieren.

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Die Installation kann natürlich auch auf virtuellen Servern erfolgen. Die Auswahl der Edition erfolgt nach der Installation im Rahmen der Konfiguration. Wir gehen nachfolgend auf die Installation auf Servern mit Ubuntu, CentOS und RHEL ein. Die Installation kann lokal auf dem Server oder über SSH installiert werden. Eine grafische Oberfläche wie bei der Installation auf Windows-Servern gibt es auf Linux nicht.

Linux-Installation vorbereiten und durchführen

Um SQL Server 2019 auf einem Server mit CentOS 8 oder RHEL 8 zu installieren, werden zunächst Dateien heruntergeladen:

sudo curl -o /etc/yum.repos.d/mssql-server.repo https://packages.microsoft.com/config/rhel/8/mssql-server-2019.repo

Für die Installation auf Ubuntu werden die notwendigen GPG-Keys heruntergeladen und danach die Paketquelle auf dem Server registriert:

wget -qO- https://packages.microsoft.com/keys/microsoft.asc | sudo apt-key add -sudo add-apt-repository "$(wget -qO- https://packages.microsoft.com/config/ubuntu/16.04/mssql-server-2019.list)"

Sobald die Installationsquellen auf der jeweiligen Distribution zur Verfügung stehen, kann die Installation gestartet werden. Auf CentOS und RHEL wird die Installation mit dem folgenden Befehl gestartet:

sudo yum install -y mssql-server

Zur Installation auf Ubuntu sollte zunächst eine Aktualisierung der Quellen durchgeführt werden. Danach kann SQL Server installiert werden:

sudo apt-get updatesudo apt-get install -y mssql-server

Die Installationsroutine installiert alle notwendigen und unterstützten Komponenten. Nach der Installation wird im Terminal der Status angezeigt, und SQL Server 2019 steht zunächst zur Verfügung. Nach der Installation muss der Server noch konfiguriert werden. Dazu blendet der Installationsassistent am Ende eine Information ein und zeigt den Befehl an, mit dem die Konfiguration gestartet wird.

SQL Server 2019 konfigurieren

Nach der Installation wird über den Konfigurationsassistenten noch ausgewählt, welche Edition auf dem Linux-Server betrieben werden soll. Außerdem wird an dieser Stelle das Kennwort für den Datenbankadministrator „sa“ festgelegt. Die Konfiguration wird auf Ubuntu, RHEL und CentOS mit dem folgenden Befehl gestartet. Auch hier ist es möglich, über das Netzwerk mit SSH zu arbeiten, zum Beispiel mit Putty:

sudo /opt/mssql/bin/mssql-conf setup

Auch die kostenlosen Editionen Express und Developer können auf diesem Weg aktiviert werden. Mit dem Einrichtungsassistenten wird auch die Sprache des Servers festgelegt. Außerdem muss den Lizenzbedingungen zugestimmt werden. Sobald alle Eingaben vorgenommen worden sind, wird die Einrichtung abgeschlossen. Nach dem Vorgang werden die Dienste von Microsoft SQL Server neu gestartet.

Es ist generell sinnvoll, nach der Installation und Einrichtung von Microsoft SQL Server den kompletten Linux-Server neu zu starten. In den meisten Fällen ist ein Neustart natürlich nicht notwendig, er schadet aber auch nicht.

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Nach Fertigstellung der Installation sollte überprüft werden, ob SQL-Server auf dem Linux-Computer gestartet wurde. Dazu wird im Terminal der folgende Befehl eingegeben:

systemctl status mssql-server

Firewall-Einstellungen überprüfen

Damit über das Netzwerk auf den Server zugegriffen werden kann, zum Beispiel für die Verwaltung mit dem SQL Server Management Studio, muss die Firewall noch angepasst werden. Hier sind die gleichen Ports notwendig wie beim Einsatz von Microsoft SQL Server auf einem Linux-Server. Die Konfiguration kann zum Beispiel mit den folgenden Befehlen erfolgen:

sudo firewall-cmd --zone=public --add-port=1433/tcp --permanentsudo firewall-cmd --reload

Ob der Verbindungsaufbau funktioniert, kann mit dem SQL Server Management Studio auf einem anderen Computer überprüft werden, auch von Windows aus. Zur Anmeldung können hier zum Beispiel „sa“ und das Kennwort verwendet werden, das beim Einrichten des Servers festgelegt wurde.

Azure Data Studio auf Linux nutzen

Das SQL Server Management Studio kann auf Windows-Rechnern zur Verwaltung von SQL-Servern auf Linux genutzt werden. Allerdings kann das SQL Server Management Studio nicht auf Linux-Servern installiert werden. Hier bietet Microsoft aber das Azure Data Studio an, das auf Windows, Linux und macOS installiert werden kann. Hierüber können in der grafischen Oberfläche Verwaltungsaufgaben für SQL-Server unter Linux durchgeführt werden.

Für die Installation werden auf Ubuntu-Servern zunächst Voraussetzungen benötigt und installiert:

sudo apt-get install libxss1 libgconf-2-4 libunwind8

Danach kann die Installationsdatei von Azure Data Studio heruntergeladen werden. Die aktuelle Version steht jeweils auf der Seite „Download and install Azure Data Studio“ zur Verfügung. Nach dem Download wird die Installation gestartet:

cd ~sudo dpkg -i ./Downloads/azuredatastudio-linux-1.22.1.deb

Bei der Eingabe des Installationsbefehls muss natürlich die jeweilig verwendete Version angegeben werden.

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Nach der erfolgreichen Installation wird Azure Data Studio zum Beispiel über das Terminal durch Eingabe von „azuredatastudio“ gestartet. Nach dem Start werden die Verbindungsdaten zur SQL-Datenbank angegeben.

Nach dem Verbindungsaufbau kann auf den Server zugegriffen werden.

Lokale SQL-Server-Tools auf Linux installieren

Auch lokal können auf Linux die Verwaltungswerkzeuge von Microsoft SQL Server installiert werden, allerdings nicht das SQL Server Management Studio, sondern die Tools für das Terminal (sqlcmd). Die Installation auf CentOS und RHEL erfolgt mit:

sudo curl -o /etc/yum.repos.d/msprod.repo https://packages.microsoft.com/config/rhel/8/prod.reposudo yum install -y mssql-tools unixODBC-devel

Für die Installation auf Ubuntu-Servern sind folgende Befehl möglich:

curl https://packages.microsoft.com/keys/microsoft.asc | sudo apt-key add -curl https://packages.microsoft.com/config/ubuntu/16.04/prod.list | sudo tee /etc/apt/sources.list.d/msprod.listsudo apt-get update sudo apt-get install mssql-tools unixodbc-dev

Auf Ubuntu-Servern können die Tools anschließend aktualisiert werden:

sudo apt-get update sudo apt-get install mssql-tools

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist