Am 9. Juli dieses Jahres ist der Extended-Support für SQL Server 2014 ausgelaufen. Diese Version wird keine Sicherheits-Updates mehr erhalten. In zwei Jahren läuft der Extended Support von SQL 2016 aus, der Mainstream-Support ist bereits beendet. Der Artikel zeigt, was Unternehmen jetzt tun können.
Seit Anfang Juli gibt es für SQL Server 2014 keine Updates mehr. Für SQL Server 2016/2017 ist der Mainstream-Support bereits ausgelaufen, und für SQL Server 2019 endet der Mainstream-Support Ende Februar 2025.
Unternehmen, die noch SQL Server 2014 oder vielleicht sogar älter einsetzen, sollten dringend aktiv werden. Seit Anfang Juli 2024 gibt es für diese Version keinerlei Updates mehr. Malware und Cyberkriminelle können daher Lücken ohne Schutz ausnehmen. Das ist auch dann eine Gefahr, wenn ein Server nicht mit dem Internet verbunden ist, da Angreifer über Phishing und die Ausnutzung von Sicherheitslücken anderer Produkte auch über das Netzwerk Server angreifen können. Gelingt es einem Angreifer, auf Grund einer veralteten Version an Daten eines SQL-Servers zu kommen, drohen Unternehmen Vertrauens- und damit Kunden- und Auftragsverlust, unter Umständen Strafen auf Grund der DSGVO und andere Probleme.
Knapp ein Drittel aller eingesetzten Microsoft SQL Server wird nicht mehr unterstützt
Es ist daher in keinem Szenario sinnvoll, Software einzusetzen, für die es keine Sicherheits-Updates mehr gibt. Dennoch setzen laut einer Studie von Lansweeper und dem Magazin „The Register“ knapp 20 Prozent auf eine veraltete SQL-Server-Version vor SQL Server 2014. Auf SQL Server 2014 setzen laut Lansweeper noch 12 Prozent. Da nun auch diese Version aus dem Support gefallen ist, läuft knapp ein Drittel aller auf Microsoft SQL Server basierenden Datenbankserver auf einer veralteten Version. Diese große Anzahl macht es nicht unwahrscheinlich, dass Hacker versuchen werden, Schwachstellen in den Datenbankservern zu finden und auszunutzen. Hinzu kommt der große Wert, den Daten aus Datenbanken für Cyberkriminelle haben können.
Statistiken zeigen einen signifikanten Anstieg von Cyberangriffen auf Microsoft SQL Server. Einem Bericht von Kaspersky zufolge stiegen die Angriffe im September 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 56 Prozent. In diesem Monat wurden mehr als 3.000 Microsoft SQL Server kompromittiert. Bei diesen Angriffen handelte es sich häufig um Brute-Force-Attacken auf offene TCP-Port-1433-Endpunkte, bei denen die Angreifer schwache Passwörter knacken und sich Zugang zu den Servern verschaffen konnten. Besonders auffällig war die Verwendung von PowerShell-Skripten und die Tarnung von Malware als .png-Dateien.
Im Jahr 2023 stieg die Anzahl der Cyberangriffe auf Microsoft SQL Server weiter deutlich an. In der ersten Jahreshälfte 2023 wurden weltweit mehr als 300 Millionen Ransomware-Angriffe registriert, wobei Nordamerika mit 43 Prozent den größten Anteil hatte. Die Zahl der SQL-Server-Angriffe blieb hoch, und Unternehmen wurden zunehmend durch bösartige PowerShell-Skripte bedroht, die in SQL-Server-Jobs eingebettet waren. Bis 2024 werden sich diese Trends fortsetzen und die Kosten der Cyberkriminalität weltweit auf 10,5 Billionen US-Dollar ansteigen.
Diese Entwicklung unterstreicht die Bedeutung robuster Sicherheitsmaßnahmen und kontinuierlicher Überwachung, insbesondere für weit verbreitete Software wie Microsoft SQL Server. Unternehmen sollten sicherstellen, dass ihre SQL-Server immer auf dem neuesten Stand sind und regelmäßig Patches für bekannte Sicherheitslücken installiert werden, um solche Angriffe zu verhindern. Server, die nicht mehr unterstützt werden, stellen eine große Gefahr dar.
Mainstream-Support sollte auch für Unternehmen relevant sein
Neben dem Ende des Extended-Supports sollte für Unternehmen auch eine Rolle spielen, dass sich ein Produkt nicht mehr im Mainstream-Support befindet. Dieser ist für SQL Server 2016/2017 bereits vor einiger Zeit ausgelaufen. Für SQL Server 2019 endet der Mainstream-Support Ende Februar 2025. Das bedeutet, dass Microsoft ab diesem Zeitpunkt keine Produktverbesserungen mehr veröffentlicht, das Produkt nicht mehr an neue und aktualisierte Software- und Cloud-Lösungen anpasst, wie zum Beispiel Windows Server 2025, und das ausgelaufene Produkt nicht mehr weiterentwickelt.
Nach dem Ende des Mainstream-Supports stellt Microsoft nur noch Sicherheits-Updates zur Verfügung, bis auch der Extended-Support ausläuft. Microsoft empfiehlt daher, in produktiven Umgebungen Lösungen einzusetzen, die sich im Mainstream-Support befinden. In diesem Fall ist das SQL Server 2022. Nur diese Version wird voraussichtlich mit Windows Server 2025 kompatibel sein.
Extended-Security-Updates für SQL Server
Unternehmen, die nicht auf eine aktuelle Version von SQL Server umsteigen können, weil die Datenbankstruktur veraltet ist oder die Client-Anwendungen nicht mit der neuen Version kompatibel sind, können zumindest Extended-Security-Updates (ESU) erwerben. Damit kann der Support für SQL Server 2014 dreimal auf insgesamt bis zu 3 Jahre verlängert werden. Danach ist keine Verlängerung mehr möglich.
Microsoft lässt sich ESU teuer bezahlen. Unternehmen, die ihre Server in die Cloud oder auf Azure Stack HCI migrieren, können ESU kostenlos nutzen. Hier ist die Nutzung mit der Lizenzierung von SQL Server in Azure oder Azure SQL abgegolten.
Stand: 08.12.2025
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Unternehmen, die nicht in die Cloud wechseln möchten, sollten auf SQL Server 2022 migrieren, da hier aktuell der längste Supportzeitraum besteht. Ein Wechsel zu SQL Server 2019 ist nicht empfehlenswert, da hier der Mainstream-Support bereits Anfang nächsten Jahres ausläuft. Der Mainstream-Support für SQL Server 2022 läuft noch bis zum 11. Januar 2028. Daher ist diese Version derzeit der empfohlene Weg, um SQL Server einzusetzen.
Welche Alternativen gibt es zu Microsoft SQL Server in Unternehmen?
Natürlich können Unternehmen jederzeit auf eine andere Lösung umsteigen. Prominente Beispiele sind Oracle oder IBM Db2, im Open-Source-Bereich sind MySQL/MariaDB bekannte Lösungen, und auch Datenbanksysteme wie PostgreSQL, MongoDB, SQLite oder Redis werden häufig eingesetzt. Hier stellt sich natürlich die Herausforderung, die Datenbanken auf ein anderes System zu migrieren.
Fazit
Unternehmen, die auf SQL Server 2014 setzen, haben mehrere Möglichkeiten. Neben der kostenpflichtigen Buchung von ESU ist eine Migration zu Azure SQL oder Azure Stack HCI möglich. Eine Aktualisierung zu einer neueren Version ist natürlich immer eine Lösung. Hier sollte aber besser gleich zur aktuellen Version SQL Server 2022 gewechselt werden, um auch den noch laufenden Mainstream-Support mitzunehmen. Wer sich von den Microsoft-Fesseln lösen will, kann auf MySQL oder andere Open-Source-Alternativen wechseln, muss aber vermutlich einiges in die Weiterentwicklung und Migration investieren.
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