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Definition Was ist On-Premises?

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Dr. Jürgen Ehneß

On-Premises beschreibt ein Software-Nutzungsmodell, bei dem der Lizenznehmer die Software auf eigenen oder gemieteten Servern betreibt. Der Lizenznehmer hat die vollständige Kontrolle über seine Daten. Ihm entstehen Aufwände für die Wartung und den Betrieb von Soft- und Hardware. Das Nutzungsmodell stellt das Gegenstück zum Cloud-Computing-Modell SaaS (Software-as-a-Service) dar.

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Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Ein oft synonym verwendeter Begriff für On-Premises, kurz On-Prem, ist „Inhouse“. On-Prem beschreibt ein Software-Nutzungsmodell, bei dem ein Lizenznehmer eine serverbasierte Software auf eigener oder gemieteter Hardware im eigenen Rechenzentrum (Inhouse) betreibt. Er hat die volle Verantwortung für den Betrieb der Software und ist für die Wartung verantwortlich. Ein wichtiger Vorteil dieses Nutzungsmodells ist, dass der Lizenznehmer die volle Kontrolle über all seine Daten und den Betrieb der Software behält.

Der Gegenentwurf zu On-Premises ist das Cloud-Computing-Modell Software-as-a-Service (SaaS), auch Off-Premises genannt. Bei diesem Modell stellt der Anbieter die Software für die Nutzung über die Cloud bereit und stellt alle notwendigen Hard- und Software-Ressourcen zur Verfügung. Zu Beginn der 2000er-Jahre war On-Premises das dominierende Nutzungsmodell für Software. Seit circa 2010 gewinnen Cloud Computing und Software-as-a-Service mehr und mehr an Bedeutung. Typische Nutzer des Inhouse-Modells sind Unternehmen und Organisationen, die sensible Daten erheben und verarbeiten, welche nicht in fremde Rechenzentren ausgelagert werden sollen oder dürfen.

Abgrenzung zum Cloud-Computing-Nutzungsmodell

Beim Cloud-Computing-Modell Software-as-a-Service bezieht der Anwender eine bestimmte Software als Dienstleistung aus der Cloud. Die komplette Verantwortung für den Betrieb der Software und für die hierfür benötigte IT-Infrastruktur liegt beim Anbieter der Dienstleistung. Der Anbieter sorgt für die Aktualisierung der Software und stellt die beauftragte Performance oder Kapazität bereit. Die Abrechnung der Leistungen erfolgt in der Regel in einem nutzungsabhängigen, oft zeitbezogenen Miet- oder Abomodell. Der Kunde hat die Möglichkeit, die Services in einem vorgegebenen Rahmen zu konfigurieren und zu skalieren. Gegenüber dem Inhouse-Nutzungsmodell sind diese Möglichkeiten jedoch stark eingeschränkt.

Vorteile des On-Premises-Nutzungsmodells

Das Inhouse-Nutzungsmodell bietet zahlreiche Vorteile. Der Lizenznehmer behält die volle Kontrolle über die Software und seine Daten. Die Software lässt sich im Bedarfsfall für kundenspezifische Anforderungen anpassen oder erweitern. Weitere Vorteile sind:

  • Kostenvorteile durch den einmaligen Kauf einer Lizenz gegenüber laufenden Kosten einer langjährigen Miete,
  • eigenverantwortliche Steuerung der Auslastung eigener Ressourcen,
  • vielfältige Integrationsmöglichkeiten in die eigene IT-Umgebung,
  • Unabhängigkeit von externen Dienstleistern,
  • von der Verfügbarkeit des Internets und der Cloud unabhängige Nutzung der Software.

Nachteile des On-Premises-Nutzungsmodells

Die Nachteile des Inhouse-Nutzungsmodells sind:

  • Mehraufwände für die Wartung und den Betrieb von Hard- und Software,
  • höhere Investitionskosten,
  • aufwendige Skalierung der Performance der Software,
  • eventuelles Auslaufen von Support und Weiterentwicklungsunterstützung durch den Software-Hersteller.

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