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Mit Datei-Virtualisierung die Datensicherung optimieren Was tun, wenn das Backup-Zeitfenster zu klein für die Datenmenge ist?

Autor / Redakteur: Stefan Pickert, F5 Networks / Nico Litzel

Wenn sich die Gefahr abzeichnet, dass die Backup-Läufe die zugewiesenen Zeitfenster überschreiten, sehen sich viele IT-Abteilungen vor die problematische Entscheidung gestellt, entweder die vorgegebenen Service Level Agreements zu verletzen oder – noch schlimmer – Abstriche bei der ordnungsgemäßen Datensicherung zu machen. Dabei liegt die Lösung nahe: Man muss schlicht die Datenmenge verringern. Dieser Beitrag enthält vier Tipps, wie man das Zeitproblem angehen kann.

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Die Zeitfenster fürs Backup werden immer kleiner. Dateivirtualisierung kann Abhilfe schaffen.
Die Zeitfenster fürs Backup werden immer kleiner. Dateivirtualisierung kann Abhilfe schaffen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Tipp Nummer 1 – den Zusammenhang zwischen Datei und Speicherort auflösen

Datei-Virtualisierung (File-Virtualization) bewirkt eine Entkopplung des Client-seitigen Zugriffs auf eine Datei von dem Ort, an dem diese Datei tatsächlich abgelegt ist. Die Clients müssen somit nicht mehr genau wissen, wo sich die nachgefragte Datei tatsächlich befindet. Ebenso bleibt es den Clients verborgen, wenn Daten zwischen verschiedenen Massenspeicher-Ebenen verlagert werden, und ihr Zugriff auf die Daten wird zu keiner Zeit unterbrochen.

Dateivirtualisierungslösungen klassifizieren Daten anhand flexibler Kriterien (zum Beispiel Alter oder Typ), legen sie daraufhin in der passenden Ebene ab und automatisieren mithilfe eines Regelwerks die Verlagerung während ihres gesamten Lebenszyklus. Mithilfe der Datei-Virtualisierung kann man von der Möglichkeit profitieren, eine zweite Speicher-Schicht zu implementieren, die deutlich kostengünstiger ist als die erste. In der obersten, primären Schicht werden alle häufig benötigten und aktuellen Daten platziert, die täglich gesichert werden. Dagegen verlagert man ältere, nur selten geänderte Daten in die zweite Schicht, die in größeren Zeitabständen gesichert wird. Der Umfang der jeden Tag zu sichernden Daten verringert sich durch diese Art der Segmentierung.

Tipp Nummer 2 – einen Archiv-Topf einrichten

Wird das Backup-Zeitfenster zu klein, so ist das nicht selten ein Indiz dafür, dass man sich zu sehr auf eine nicht gestaffelte Massenspeicher-Lösung eines einzigen Anbieters stützt. In Anbetracht der wachsenden Datenmengen geht man den scheinbar einfachen Weg und stockt die Kapazität des vorhandenen Massenspeichers immer weiter auf, anstatt nach Möglichkeiten zu suchen, die Handhabbarkeit des vorhandenen Backup-Fensters für das Unternehmen zu verbessern. Bei vielen Mitarbeitern sollte man beispielsweise Outlook-PST-Dateien in eine Archiv-Schicht verlagern, damit große Teile des Datenbestands aus der täglichen inkrementellen Datensicherung herausgenommen werden können.

Tipp Nummer 3 – mehr Personal und mehr Technik vergrößern nur die Probleme

Eine gängige Reaktion auf eine expandierende Massenspeicher-Umgebung ist, mehr Server zu installieren, mehr Techniker einzusetzen und zusätzliche Netzwerk-Komponenten zu ihrer Unterstützung vorzusehen. Bei der Aufstockung des Personal- oder Hardwarebestandes bleibt die Frage, wie sich die Daten besser managen lassen, vollkommen außen vor. Man ist in der Defensive und reagiert nur noch auf die jeweilige Situation.

Tipp Nummer 4 – keine Angst vor Daten-Umstrukturierungen

Dem Bestreben, den Umfang der wöchentlichen Backups zu reduzieren, steht häufig die Befürchtung entgegen, dass die dazu nötige Umorganisation der Datenbestände zu Betriebsunterbrechungen führen könnte, die in vielen Branchen unter allen Umständen vermieden werden müssen. Abhilfe kann die Datei-Virtualisierung schaffen, die den Client von den Massenspeicher-Ressourcen entkoppelt. Die IT-Abteilung hat dann die Möglichkeit, Daten bei Änderungen an der Infrastruktur einfach zu verlagern, da statische Zuordnungen keine Rolle mehr spielen.

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