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Kommentar zu IT-Budgetkürzungen

Zweimal nachdenken, bevor man einmal schneidet

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Jeder Softerror senkt Datendurchsatz

Durch die Korrelation der Lese-/Schreibfehler mit den Bandlaufwerken und den Bändern kann der Storage Administrator die defekten Laufwerke erkennen. Anhand von Soft Errors (d. h. Fehlern im Speichermedium, die sich mit Hilfe erweiterter Fehler-Korrektur-Algorithmen beheben lassen) ist es möglich, die defekten Laufwerke und/oder Bandmedien zu erkennen und zu entfernen, bevor sie schwerwiegendere Probleme im Recovery-Fall verursachen können.

Außerdem wird bei einem Laufwerk, das Probleme beim Schreiben der Daten hat (und wiederholt Soft Errors verursacht), die Datenübertragung deutlich verlangsamt. Zur Verlangsamung der Datenübertragung kommt es, weil das Laufwerk [häufig] zurückspulen und neu schreiben muss, um unter der minimal erlaubten Fehlerrate beim Schreiben von Daten bleiben zu können.

Das geschilderte Problem bliebe ohne eine Monitoring-Lösung von den IT-Administratoren gänzlich unerkannt – sie würden lediglich feststellen, dass der Backup-Vorgang in der dafür vorgesehenen Zeitspanne nicht abgeschlossen werden konnte, oder dass er wesentlich länger gedauert hat als erwartet.

Genau das ist einer Bank hier in der Region passiert. Die Bank ging davon aus, dass ihr Datenvolumen für das Backup-Fenster zu groß geworden sei und kaufte eine neue Library und neue, leistungsfähigere Bandlaufwerke.

Nachdem jedoch eine Monitoring-Lösung implementiert worden war, stellte die Bank fest, dass defekte Laufwerke die Ursache für ihre schwerwiegenden Performance-Schwierigkeiten waren, die wiederum zu den Problemen mit dem Backup-Fenster geführt haben. Wie die Bank erkennen musste, hätte sie noch viele Jahre keine neuen Laufwerke und keine neue Library benötigt, wenn das tatsächliche Problem beseitigt worden wäre.

Unzureichende Wartungszyklen

Ein weiterer Bereich mit erheblichem Potenzial ist der Nutzungsgrad der vorhandenen Bandlaufwerke. Dabei ist es schwierig, jedes Laufwerk immer optimal zu nutzen, da das Datensicherungssystem auf die maximal zu übertragende Datenmenge ausgelegt sein muss.

Normalerweise ist die durchschnittlich zu übertragende Datenmenge deutlich geringer, was zur Folge hat, dass Teile des Backup-Systems ungenutzt bleiben. Vielleicht war das Bandsystem ja anfangs optimal eingestellt, doch wahrscheinlich ist die Nutzung der Bandlaufwerke nach den zahlreichen Änderungen, die es in jedem Rechenzentrum gibt, mittlerweile nicht mehr effizient.

So wie ein neues Auto nach einer Weile einer Inspektion unterzogen werden muss, so muss auch die Nutzung von Bandlaufwerken einer Inspektion unterzogen werden. In vielen Umgebungen ist es nämlich so, dass Bandlaufwerke anscheinend verloren gehen und monatelang nicht mehr genutzt werden.

Bei einem großen Telekommunikationsunternehmen wurden in einem fünfmonatigen Überwachungszeitraum bei sechs (von 47) Laufwerken keine I/O-(Schreib- bzw. Lese-) Prozesse festgestellt. Das bedeutet entweder Einsparmöglichkeiten bei Wartung, Energieverbrauch und Kühlungsbedarf oder bietet die Möglichkeit, das Backup-Fenster den Gegebenheiten neu anzupassen und zu minimieren.

weiter mit: Dauerbelastung darf nicht überlasten

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