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Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium 1962 bis 1974 – die Epoche der Wechselplatten und die „Winchester-Zeit, Teil 1

| Autor / Redakteur: Kurt Gerecke und Klemens Poschke / Nico Litzel

Zwischen 1962 und 1974 stieg die Rechnerleistung stark an, sodass Innovationen auf der Speicherseite wie die Mikroprogramm-Steuerung oder Blockmultiplexing-Kanäle entwickelt werden mussten, um den steigenden Leistungsanforderungen gerecht zu werden. Bei den Festplatten selbst wurden kleinere Formfaktoren und geringere Flughöhen zwischen Kopf und Plattenoberfläche eingeführt, um die Leistung durch schnellere Drehgeschwindigkeiten und Datenraten sowie die kapazitiven Möglichkeiten zu verbessern.

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Das System IBM 1311 wurde im Oktober 1962 angekündigt. 1971 wurden alle Modelle zurückgezogen.
Das System IBM 1311 wurde im Oktober 1962 angekündigt. 1971 wurden alle Modelle zurückgezogen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die zwischen 1962 und 1964 eingeführten Magnetplattenspeicher IBM 1311, IBM 2311 und IBM 2314 zum Anschluss an die 360er-Systeme arbeiteten mit auswechselbaren Magnetplattenstapeln. Die neue Plattensteuereinheit IBM 2841 war erstmals Mikroprogramm-gesteuert. Dies war erforderlich, weil mehrere Speichertypen gesteuert werden mussten, einschließlich des neu verwendeten CKD-Formats.

IBM entwickelte das Aufzeichnungsformat CKD (Count, Key, Data, frei übersetzt: Sektorkennzeichnung, Schlüssel, Daten), das als optimierte Version ECKD über das Jahr 2000 hinaus gültig blieb und bis heute im Mainframe(z/OS)-Umfeld eingesetzt wird. Das „E“ steht für „Extended“, also zu deutsch „erweitert“. Wie ein Zugriff auf Daten nach dem CKD-Verfahren abläuft, ist mit dem Produkt der IBM 3330 beschrieben.

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Das erste Modell des Magnetplattenspeichers IBM 1311 mit Wechselplatten wurde im Oktober 1962 mit dem System IBM 1440 angekündigt. Der Wechselplattenstapel war aus sechs 14-Zoll-Platten aufgebaut, wog zehn Pfund und bildete eine Speicherkapazität von zwei Megabyte ab. Im Vergleich zur IBM 1301 verdoppelte sich die lineare Speicherdichte auf 1.025 Bits pro Inch. Dies wurde dadurch erreicht, dass der Abstand zwischen den Köpfen zu den Plattenoberflächen im Vergleich zur IBM 1301 um Faktor 2 auf 125 Micro-Inches reduziert wurde. Die Platten drehten mit 1.500 RPMs und boten eine durchschnittliche Zugriffszeit von 150 ms.

Weiter mit: 1963 – IBM 1302 mit fest eingebauten Platten

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