All-Flash-Systeme könnten eine neue IT-Ära begründen

90 Prozent der Storage-Infrastruktur sind nach aktuellen Schätzungen veraltet

| Autor / Redakteur: Güner Aksoy* / Tina Billo

Güner Aksoy ist Sales Director Central Europe bei Pure Storage.
Güner Aksoy ist Sales Director Central Europe bei Pure Storage. (Bild: Pure Storage)

Normalerweise sind die Betriebssysteme respektive Serversysteme vom Mainframe über Minicomputer, Unix, Windows und Linux kennzeichnend für Wachablösungen in der IT. Bei Pure Storage glaubt man nun eine weitere Stufe in dieser IT-Evolution mittels All-Flash-Speichersystemen einläuten zu können.

Ein Blick auf jüngst von IDC veröffentlichte Zahlen sagt schon einiges aus:

  • Externe HDD-Speichersysteme verkauften sich in der EMEA-Region im vierten Quartal 2016 erneut eher schleppend. Gegenüber dem Vorjahresquartal gingen 10,6 Prozent weniger Systeme über den Ladentisch.
  • Noch bescheidener fiel die Bilanz für festplattenbasierte Lösungen aus, hier mussten die Hersteller einen Rückgang von satten 37,9 Prozent hinnehmen.
  • Auch hybride Modelle, die HDDs und Flash kombinieren, scheinen nicht mehr ganz so hoch im Kurs zu stehen (minus 4,7 Prozent).

Das Client-Server-Modell schwächelt

Ganz anders schaut es hingegen bei All-Flash-Arrays aus, deren Absatz den in diesem Segment aktiven Anbietern ein Umsatzplus von sage und schreibe 53,6 Prozent bescherte. Doch worauf begründet sich der wachsende Appetit auf die schnellen Lösungen? Güner Aksoy, Sales Director Central Europe bei Pure Storage, führt dies unter anderem darauf zurück, dass sich durch den Übergang ins Cloud-Zeitalter die Ära von Mainframes oder des Client-Server-Modells langsam dem Ende zuneigt.

Im Storage-Umfeld wird die Trennlinie zwischen der bisherigen „Legacy“-Ära und der neuen Cloud-Ära immer deutlicher, wie die folgenden Gegenüberstellung zeigt:

Das sind nach Meinung von Pure Storage die Gründe für den Erfolg von All-Falsh-Arrays
Das sind nach Meinung von Pure Storage die Gründe für den Erfolg von All-Falsh-Arrays (Bild: Pure Storage)

IDC zufolge, wird die Welt bis 2025 voraussichtlich 180 Zettabytes Daten – gegenüber 44 ZByte im Jahr 2020 und 10 ZByte im Jahr 2015 – angehäuft haben. Immer größere Datensätze sind für die heutige prädiktive Analytik erforderlich, einschließlich des maschinellen Lernens.

Hier entsteht ein massives Missverhältnis zwischen Datenwachstum (33 Prozent) und Internetbandbreite (20 Prozent). Das hat zur Folge, dass die meisten neuen Daten notwendigerweise in Edge-Rechenzentren und nicht in zentralisierten öffentlichen Clouds gespeichert werden.

Weltweiter Umstieg auf Flash-Speicher

IDC schätzt, dass bis 2019 mindestens 40 Prozent der IoT-Daten nah oder am Rande des Netzwerks erstellt, gespeichert, verarbeitet, analysiert und gehandhabt werden. Cisco schätzt, dass im Jahr 2020 die Mehrheit der geschäftlichen Arbeitslasten wie Datenbanken, Analytik, Big Data, Business Intelligence, ERP etc. in privaten Rechenzentren abgewickelt werden. Diese Workloads sind ideal für rein Flash-basierte Datenplattformen.

Schon heute ist ersichtlich, dass diese Daten nicht mehr auf Festplatten gelagert werden können, da der Konsolidierungsfaktor Festplatte zu Flash bei etwa 200:1 Höheneinheiten liegt.

Eine solche drastische Konsolidierung ist auf Speichersoftware angewiesen, die für Silizium und nicht für mechanische Festplatten entwickelt wurde. Schätzungen gehen davon aus, dass 90 Prozent des unvermeidlichen Umstiegs von Festplatten auf Solid-State-Speicher noch vor uns liegen.

35 Milliarden US-Dollar Marktpotenzial

Der gesamte für All-Flash-Lösungen adressierbare Markt beläuft sich auf 35 Milliarden US-Dollar. Laut Pacific Crest Securities, werden die großen drei öffentlichen Cloud-Anbieter AWS, Azure und Google Cloud bis 2020 auf einen Anteil von etwa 15 Prozent des gesamten IT-Markts anwachsen. Der Löwenanteil des Markts bleibt damit erschließbar für All-Flash- und Cloud-fähigen Speicher.

Bei Pure Storage konzentriert man sich deshalt auf drei Schlüsselbereiche: Datenbanken/Geschäftsanwendungen (Oracle, Microsoft SQL Server, SAP); Virtualisierung (VMware, HyperV, OpenStack); und VDI (VMware View und Citrix). Für dieses Jahr sieht das Unternehmen eine massive Wachstumschance in der Analytik, sowohl bei klassischen als auch bei Ansätzen der nächsten Generation.

Die Kombination von Produkten wie Flashblade und Flasharray beschleunigt sowohl herkömmliche Analysen mit Oracle OLAP, SAP Hana und SAS als auch Next-Gen-Plattformen wie Splunk und Apache Spark. Im Bereich Analytik erwartet Pure deshalb von einem Infrastrukturmarkt mit einem Volumen von 130 Milliarden US-Dollar partizipieren zu können.

* Güner Aksoy ist Sales Director Central Europe bei Pure Storage

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