Daten in der AWS-Cloud speichern und verwalten AWS-Storage – Grundlagen, Speichertypen und Einsatzgebiete

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Dr. Jürgen Ehneß

Amazon bietet auf seiner Cloud-Plattform AWS verschiedene Storage-Typen an, die für verschiedene Einsatzgebiete optimiert sind. In diesem Beitrag geben wir einen Überblick über die Einsatzgebiete von AWS-Storage.

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Welcher AWS-Storage darf’s denn sein? Amazon bietet unterschiedliche Cloud-Speichertypen an.
Welcher AWS-Storage darf’s denn sein? Amazon bietet unterschiedliche Cloud-Speichertypen an.
(Bild: © Syda Productions - stock.adobe.com)

Unternehmen, die Daten in der Cloud speichern, haben beim Einsatz von AWS die Auswahl zwischen verschiedenen Storage-Typen. In diesem Beitrag zeigen wir die Möglichkeiten der Storage-Typen in AWS.

Was ist AWS-Storage? Amazon S3 und Co.

Bei AWS-Storage handelt es sich um den Überbegriff der verschiedenen Storage-Typen in Amazon Web Services (AWS), der Cloud-Plattform von Amazon. Amazon stellt in AWS Objektspeicher (S3), Ressourcen zur Dateispeicherung (Elastic File System und FSx), Blockspeicher (Elastic Block Store), Datensicherung (AWS Backup) und Ressourcen für die Datenübertragung (Storage Gateway, DataSync, Transfer Familiy, Snow-Family) zur Verfügung.

Welcher Storage zum jeweiligen Einsatzgebiet passt, müssen Verantwortliche im Unternehmen auf Basis der unterstützten Funktionen genau planen. Die verschiedenen Speicherdienste in AWS sind auf der Übersichtsseite von AWS zum Thema Storage zu finden.

Welche Storage-Typen gibt es in AWS?

In AWS gibt es verschiedene Storage-Typen. Dazu gehören Objektspeicher (Object Storage), Dateispeichersysteme und Blockspeicher (Block Storage).

Amazon S3: der Objektspeicher in AWS

Amazon bietet in AWS verschiedene Storage-Typen für die unterschiedlichen Einsatzgebiete an. Der bekannteste Speicher in AWS ist sicherlich Amazon Simple Storage Service (S3). Dabei handelt es sich um einen Objektspeicher, der nahezu unbegrenzt Daten speichern kann. Wie die anderen Speicherdienste auch steht der Speicher über Webdienstschnittstellen bereit. Diesen Speicher nutzt Amazon auch für seine eigene Online-Dienste.

S3 ist skalierbar und ermöglicht Kunden von AWS die Menge an Speicher zu buchen, die benötigt werden. Dabei ist keine eigene Hardware notwendig. Das gilt auch für die anderen Speichertypen.

Elastic File System und FSx: Dateispeicherung und Dateiserver in AWS

Neben dem Objektspeicher gibt es in AWS auch Dienste zur Datenspeicherung. Das sind vor allem:

  • Amazon Elastic File System,
  • Amazon FSx for Windows File Server,
  • Amazon FSx for Lustre.

Elastic File SystemNFS in der Amazon-Cloud nutzen

Das Elastic File System (EFS) ist ein serverloses Dateisystem in der AWS-Cloud. Das System ermöglicht das Bereitstellen von gemeinsam genutztem Speicher für Dateien. Dazu ist es nicht notwendig, eine eigene Infrastruktur für den Storage aufbauen zu müssen. Der Speicher kann mit anderen Diensten in AWS genauso zusammenarbeiten wie mit Ressourcen im lokalen Rechenzentrum. Als Dateisystem nutzt der Datenspeicher NFS.

Amazon FSx – der Windows-Dateiserver in der Cloud

Bei Amazon FSx for Windows File Server handelt es sich um einen vollständig verwalteten Datenspeicher, auf den Anwender und andere Dienste mit dem Server-Message-Block-Protokoll (SMB) zugreifen können. Der Speicher basiert auf Windows Server und bietet auch Funktionen, die für Windows-Dateiserver bekannt sind. Dazu gehören Benutzerkontingente, Dateiwiederherstellung für Anwender und Integration in Microsoft Active Directory.

Für den Dienst gibt es SSD- und HDD-Speicheroptionen. Wie die anderen Speichertypen auch kann der Dienst leicht skaliert werden. Amazon FSx kann von Windows-, Linux- und macOS-Computern in der Cloud und im lokalen Rechenzentrum genutzt werden.

Amazon FSx for Lustre – Storage für KI/ML und HPC

Bei Amazon FSx for Lustre handelt es sich ebenfalls um einen verwalteten Dienst. Auch hier ist keine eigene Infrastruktur notwendig, sondern der Dienst kann in der Weboberfläche gebucht und verwaltet werden. Der Speicher ist vor allem für Workloads wie Machine Learning, Hochleistungsdatenverarbeitung (HPC), Video-Rendering sowie Finanzsimulationen optimiert, da er eine hohe Leistung bietet.

Durch die Unterstützung des Hochleistungsdateisystems Lustre kann dieses System direkt in der Amazon-Cloud eingebunden werden. Amazon FSx for Lustre bietet mehrere Bereitstellungsoptionen und Speichertypen, die sich für den Einsatz des jeweiligen KI- oder HPC-Projektes anpassen lassen.

Es ist außerdem möglich, FSx for Lustre mit Amazon-S3-Buckets zu verknüpfen. Das ermöglicht die einfache Datenübertragung von Daten aus Amazon S3 zur Weiterverarbeitung in KI- und HPC-Workloads.

Blockspeicher in AWS: Amazon Elastic Block Store

Mit Amazon Elastic Block Store (EBS) stellt Amazon in AWS auch Block Storage zur Verfügung. EBS kommt zum Beispiel zum Einsatz, um virtuelle Server in AWS mit dem Dienst EC2 mit Storage zu versorgen. Auch relationale und nicht-relationale Datenbanken, Unternehmensanwendungen, containerisierte Anwendungen, Big-Data-Analyse-Engines, Dateisysteme und Medien-Workflows können mit EBS genutzt werden. Auch SAP HANA kann EBS verwenden, zum Beispiel wenn SAP in der AWS-Cloud zum Einsatz kommt. EBS-Volumes ermöglichen auch das Erstellen von Snapshots zur Datensicherung und deren Speicherung in Amazon S3.

Datensicherung in der Amazon-Cloud: AWS Backup

Bei AWS Backup handelt es sich um einen Dienst zur Datensicherung in der AWS-Cloud. Der Dienst kann das Backup verschiedener Dienste innerhalb von AWS zentralisieren und auch automatisieren. Der Dienst ist verwaltet, es ist keine eigene Infrastruktur notwendig.

AWS Backup kann auch zur Sicherung von Amazon-Elastic-Compute-Cloud-VMs (Amazon EC2) genutzt werden, genauso wie für Volumes in Amazon EBS und Amazon Relational Database Service Datenbanken (RDS). Auch Amazon-DynamoDB-Tabellen, Daten in Amazon Elastic File System (EFS), Amazon FSx for Lustre, Amazon FSx for Windows File Server und AWS Storage Gateway-Volumes können mit AWS Backup gesichert werden.

Datenübertragung zu AWS

Amazon stellt in AWS auch verschiedene Dienste zur Verfügung, mit denen Daten in die AWS-Cloud synchronisiert werden können.

AWS Storage Gateway: Cloud-Storage aus AWS im lokalen Rechenzentrum nutzen

Beim AWS Storage Gateway handelt es sich um einen Hybrid-Cloud-Speicherservice, der lokalen Zugriff auf Cloud-Speicher ermöglicht. Mit dem Gateway können Cloud-Speicher in AWS mit lokalen Rechenzentren verbunden werden. Dabei kann es sich um Sicherungen in die Cloud und lokale Dateifreigaben handeln. Auch die Einbindung von Daten, die in AWS-Storage gespeichert sind, ist mit dem Gateway im lokalen Rechenzentrum möglich.

Amazon bietet dazu das Amazon S3 File Gateway, Amazon FSx File Gateway, Tape Gateway und Volume Gateway. Die Daten lassen sich im lokalen Rechenzentrum für einen schnelleren Zugriff auch zwischenspeichern. Standardspeicherprotokolle wie NFS, SMB und iSCSI ermöglichen die Anbindung der Cloud-Speicher in lokale Rechenzentren. Das Gateway verbindet sich mit Diensten wie Amazon S3, Amazon FSx für Windows File Server, Amazon EBS und AWS Backup.

AWS DataSync – Synchronisierung von lokalen Speichern und Cloud-Storage mit AWS

AWS DataSync ermöglicht das Synchronisieren von Daten zwischen lokalen Rechenzentren und den verschiedenen Storage-Typen in AWS. Auch das Synchronisieren von Daten zwischen AWS-Storage-Typen ist mit dem Dienst möglich. DataSync kann Daten zwischen NFS-Freigaben, SMB-Freigaben Objektspeichern, Amazon S3, Amazon EFS und Amazon FSx for Windows File Server synchronisieren.

AWS Transfer – Dateiübertragung zu Amazon S3 und Amazon EFS mit SFTP, FTPS und FTP

Die AWS Transfer Family ermöglicht Dateiübertragungen zu oder aus Amazon S3 und Amazon EFS. Für die Übertragung können SFTP, FTPS und FTP genutzt werden. Wie bei den anderen Speicherdiensten ist auch hier keine eigene Infrastruktur notwendig. Alle Funktionen sind vollständig verwaltet und unterstützen Standardformate- und Schnittstellen.

AWS Snow – Datenübertragung für Internet of Things

Die AWS Snow ist für Datenübertragungen optimiert, bei denen es keine konsistente Netzwerkverbindung gibt. Solche Szenarien kommen vor allem in Internet-of-Things-Infrastrukturen zum Einsatz. Die bekanntesten Ressourcen sind in diesem Bereich AWS Snowcone, AWS Snowball und AWS Snowmobile. Die Dienste können auch große Datenmengen von IoT-Geräten schnell übermitteln.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist