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Tipp: Object-Storage, WebDAV und Online-Office unter einer Oberfläche Dateiverwaltung im Eigenbetrieb mit Cloudreve

Von Thomas Joos 3 min Lesedauer

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Cloudreve bündelt lokale Datenträger, Object-Storage und Cloud-Dienste in einem selbst gehosteten Filesystem. Die Plattform liefert Freigaben, Volltextsuche und Online-Office über eine Weboberfläche und richtet sich an Administratoren, die eine Alternative zu Google Drive oder Dropbox unter eigener Kontrolle suchen.

Mit Cloudreve lassen sich Dateien aus unterschiedlichen Speicherquellen verwalten und freigeben.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Mit Cloudreve lassen sich Dateien aus unterschiedlichen Speicherquellen verwalten und freigeben.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Cloudreve setzt auf einen einzelnen Go-Binary mit Gin-Framework und ent als objektrelationalem Mapper, davor läuft eine React-Oberfläche mit Material-UI. Der Server hört im Standard auf Port 5212 und legt Metadaten in MySQL, PostgreSQL oder SQLite ab, Redis übernimmt das Caching. Damit reicht für den Testbetrieb eine Maschine mit zwei vCPUs und vier Gigabyte RAM; ein Produktiv-Set-up kombiniert den Container über Docker Compose mit PostgreSQL 17 und Redis.

Ein Backend verbindet lokale Datenträger und Object-Storage

Die Anbindung reicht von lokalen Verzeichnissen über S3-kompatible Endpunkte bis zu proprietären Clouds, darunter OneDrive, Aliyun OSS und Tencent COS. Über S3 docken auch MinIO, Cloudflare R2, Backblaze B2 und Google Cloud Storage an, Remote-Slave-Nodes verteilen Last und Speicher auf weitere Server. Administratoren ordnen einzelnen Benutzergruppen unterschiedliche Backends zu, womit ein Mandant auf günstigen Object-Storage und ein anderer auf lokale NVMe-Datenträger schreibt. Der Transfer läuft direkt zwischen Client und Storage-Provider; der Cloudreve-Server bleibt damit von großen Uploads entlastet.

Die Plattform bedient Freigaben, Suche und Online-Office

Native WebDAV-Unterstützung bindet die Ablage als Netzlaufwerk in Windows Explorer, macOS Finder oder Sync-Tools ein. Für die Bearbeitung von Office-Dokumenten koppelt Cloudreve über das Web Application Open Platform Interface (WOPI) externe Editoren an, darunter OnlyOffice, Collabora Online und Office Online Server. Die Einrichtung erfolgt im Adminbereich über „Settings“ -> „Filesystem“ -> „File applications“ -> „Add an application“ -> „WOPI Application“. Aria2 und qBittorrent holen Downloads im Hintergrund, mehrere Download-Nodes teilen sich die Last. Die Volltextsuche stützt sich auf Apache Tika und Meilisearch, eine semantische Suche bezieht Embeddings von OpenAI, Hugging Face oder AWS Bedrock.

Aus Mediendateien zieht der Server Metadaten, darunter EXIF-Daten von Bildern, Album- und Interpretenangaben aus Musik sowie Kapitelmarken aus Videos, und macht sie durchsuchbar. Freigabelinks erhalten ein Ablaufdatum und feingranulare Rechte je Benutzer, Gruppe und anonymem Besucher, in Verzeichnisfreigaben sogar pro Datei. Ein Eventlog protokolliert Systemänderungen und Dateioperationen; Nutzer mit Schreibrecht sehen die Aktivitätshistorie eines Objekts.

Community-Edition frei, Pro-Version mit Lizenzbindung

Die Community-Edition steht unter der GNU General Public License v3.0 und deckt den Großteil der Funktionen für Heim- und Teambetrieb ab. Die Pro-Edition ergänzt Single Sign-on per OpenID Connect (OIDC), Desktop-Sync, kostenpflichtige Freigaben über Stripe und ein Audit-Log. Pro bindet die Installation an einen Lizenzschlüssel; die Kosten richten sich nach Anzahl der Domains und Deployment-Größe (Herstellerangabe). Läuft der Schlüssel ab, schaltet die Instanz in einen Nur-Lesen-Modus und blockiert ändernde Operationen – ein Detail mit Folgen für die Betriebsplanung.

Fazit

Cloudreve 4 positioniert sich zwischen Nextcloud, Seafile und FileBrowser als schlanke Go-Anwendung mit breiter Storage-Anbindung und granularen Freigaben. Der kleine Footprint und die Backend-Zuordnung pro Benutzergruppe eignen sich für mandantenfähige Set-ups, die GPL-Community-Edition senkt die Einstiegshürde gegenüber lizenzpflichtigen Alternativen.

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