Storage-Start-ups: Igneous

Datenmanagement als Service gegen die File-Flut

| Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Dr. Jürgen Ehneß

Igneous will Unternehmen dabei unterstützen, die Datenflut einzudämmen.
Igneous will Unternehmen dabei unterstützen, die Datenflut einzudämmen. (Bild: ©Photobank - stock.adobe.com)

Seit dem letzten Besuch bei Igneous vor einem Jahr hat die Firma insbesondere an der engeren Verzahnung mit den großen Public-Cloud-Anbietern AWS, Microsoft Azure und Google Cloud Platform gearbeitet. An der Strategie, Services für das Management unstrukturierter Daten anzubieten, hat sich nichts geändert. Allerdings beansprucht man die Führungsrolle in diesem Bereich, was die Größe und Anzahl der zu verwaltenden Files und Datenmengen angeht.

Die 2013 in Seattle gegründete Firma Igneous hat ihre Programme anfangs als Komplettlösung mit einer skalierbaren Hardware-Appliance angeboten. Nach der Umstellung auf Software-as-a-Service (SaaS) – oder wie Igneous es nennt: „Unstructured Data Management as a Service (UDMaaS)“ – reicht für die Visualisierung-Software „Datadiscover“ eine virtuelle Maschine auf herkömmlicher Hardware. Sie hält die Verbindung zum Datadiscover-Cloud-Service, wo die Metadaten verarbeitet und in einer kundenspezifischen Instanz aufbewahrt werden. Die virtuelle Maschine komprimiert und verschlüsselt die Metadaten für den Transfer. Datadiscover ist in den USA ab 2.000 Dollar im Monat – auch auf dem AWS-Marktplatz – zu haben.

Die Lösung „Dataprotect“ für Backup und Archivierung von Netapp, Pure Storage, Isilon und Qumulo wird über ein API in die NAS-Filer integriert. Andere Filer werden über das NFS- oder SMB-Protokoll bedient. Die Backup- oder Archivdaten lassen sich danach entweder im eigenen Data Center oder in einer Public Cloud ablegen. Auch hier werden die Daten beim Transfer komprimiert und verschlüsselt und die Metadaten in einer eigenen Instanz gespeichert. Sollen die Backup- oder Archivdaten in einer Public Cloud abgelegt werden, kann zwischen AWS Simple Storage Service (S3), Microsoft Azure Blob Service oder Google Cloud Storage gewählt werden.

Jeden Tag Milliarden Files

„Wir scannen Milliarden Files am Tag“, sagt Christian Smith, laut seiner Visitenkarte Vicepresident Product, Solutions, Content, Marketing and Customer Success bei Igneous. In einem Pressegespräch im Silicon Valley grenzte er seine Firma erst einmal von der Konkurrenz ab. Seiner Meinung nach gibt es bei der Verwaltung unstrukturierter Daten drei Kapazitätsschwellen: 300 Terabyte (TB), 1 Petabyte (PB), 10 PB.

Danach tummeln sich bis 300 TB beim Backup viele Anbieter wie Rubrik, Cohesity, Commvault und Veritas. Beim File-Management konkurriert Igneous in diesem Speicherbereich mit Komprise, Starfish, Dell EMC, Varonis und Stealthbits. Steigt die Datenmenge von 300 TB auf 1 PB, können beim Backup Rubrik und beim File-Management Stealthbits nicht mehr mithalten. Bei gespeicherten 1 bis 10 PB müssen seiner Meinung nach Cohesity beim Backup und Komprise und Varonis beim File-Management die Segel streichen. Liegt die Speichermenge der Files über 10 PB und unter 100 PB, hätten auch Veritas und Commvault Probleme beim Backup und Dell EMC und Starfish beim File-Management. Einzig Igneous könne in dieser Größenordnung Backup und File-Management bewerkstelligen.

Christian Smith, Vicepresident Product, Solutions, Content, Marketing and Customer Success bei Igneous, sieht die Verwaltungs-Software seiner Firma bezüglich der Menge und des Umfangs der gespeicherten Files als führend an.
Christian Smith, Vicepresident Product, Solutions, Content, Marketing and Customer Success bei Igneous, sieht die Verwaltungs-Software seiner Firma bezüglich der Menge und des Umfangs der gespeicherten Files als führend an. (Bild: Igneous)

Möglich ist das laut Smith deshalb, weil „wir unsere eigenen Scanner – „Adaptivescan“ – geschrieben haben, der auch keine Kernel-Unterbrechungen verursacht“. Während des Betriebs werden die Threads dynamisch reallokiert, und der Prozess verläuft extrem „multi-threaded“, was bedeutet, dass viele Threads gleichzeitig ausgeführt werden. Gesteuert wird dieser Vorgang extern von Igneous. Das Ergebnis ist ein durchsuchbarer Index – „Infiniteindex“, der Milliarden von File-Einträgen enthält. Laut Smith kann der Index bei einem Scan von 10 PB bis zu 40 GB komprimierte Daten enthalten.

Für die Verlagerung von Daten auf kostengünstigere Speicher sorgt bei Igneous die „Intellimove“-Software. Sie verschiebt die File-Daten per NFS- oder SMB-Protokoll und arbeitet auch hier mit parallelen Datenströmen. „Wobei wir hier auch auf die Latency achten: Wenn Lasten entdeckt werden, reduzieren wir die Geschwindigkeit, damit Anwender und Applikation nichts von der Verlagerung bemerken“, beschreibt Smith die Vorgehensweise.

Fazit

Bei Igneous, in Seattle beheimatet, arbeiten derzeit rund 75 Mitarbeiter, knapp die Hälfte davon im Engineering. Laut Smith konnte die Firma rund 50 Kunden für seine Lösungen begeistern. Bei den meisten davon handelt es sich um sehr große Unternehmen. Finanziert wird Igneous von den Investoren Madrona Venture Group, West River Group, Vulcan Capital, Redpoint und NEA. Erst im März 2019 konnte sich die Firma weitere 25 Millionen US-Dollar im C-Funding-Prozess sichern. Ein Jahr zuvor flossen im B-Funding 15 Millionen und zum Start 2014 im A-Funding 23,6 Millionen nach Seattle.

Als Technologiepartner konnte Igneous Netapp, Pure Storage und Qumulo gewinnen, als Cloud-Partner die großen drei: Amazon Web Services, Microsoft Azure and Google Cloud Service. Für 2020 ist ein Reseller-Programm für Europa geplant; Details waren nicht zu erfahren. Branchenkenner schätzen Igneous’ Stellung im Markt derzeit als sehr gut ein – zumindest solange die Konkurrenz ihre Lösungen nicht höher skaliert.

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