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A3-Technology-Live-Konferenz: Neuheiten von Hammerspace, Stormagic, Fadu und zu SAS/SATA und NVMe Datenspeicher sollen schneller werden

Von Michael Matzer 8 min Lesedauer

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Auf der jüngsten Technology-Live-Konferenz der A3-Agentur stellten die Storage-Anbieter Hammerspace, Stormagic und der koreanische Flash-SSD-Hersteller Fadu ihre Neuheiten vor. Ein Vertreter der SCSI Trade Association (STA), einem Teil des SNIA Forums, präsentierte die aktualisierten Roadmap für die Schnittstellen SAS/SATA und NVM Express. Die rund 20 Pressevertreter verließen die Veranstaltung mit interessanten Informationen und Antworten.

Auf der jüngsten „Technology Live“ von A3 Communications standen die Themen Storage-Geschwindigkeit, Hochverfügbarkeit und bessere Speichernutzung  im Fokus.(Bild:  ©SweetBunFactory, Getty Images via Canva.com)
Auf der jüngsten „Technology Live“ von A3 Communications standen die Themen Storage-Geschwindigkeit, Hochverfügbarkeit und bessere Speichernutzung im Fokus.
(Bild: ©SweetBunFactory, Getty Images via Canva.com)

In der jüngsten Runde von Präsentationen innovativer Storage-Hersteller befand sich das Publikum an der vordersten Front der technischen Entwicklung, und zwar so weit vorne, dass ein Teil der Stormagic-Ankündigungen noch bis gestern einer Sperrfrist unterlag. Die innovativste Technik kam diesmal aus Südkorea und betraf neueste und kommende SSD-Laufwerke mit NVMe-Unterstützung. Was sich beim NVMe-Standard tut, berichtete ein Vertreter des SNIA-Forums, der neben SAS/SATA auch für das Marketing von NVMe zuständig ist.

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Stormagic

Der US-Hersteller Stormagic hat sich auf Storage und Hochverfügbarkeit am Edge sowie auf den KMU-Markt spezialisiert, der stets nach kostensparenden Speicherlösungen sucht. Durch den Wechsel von VMware zu Broadcom ist im Markt einiges in Bewegung geraten, und Stormagic bietet den KMU-Nutzern eine reelle Alternative.

Hochverfügbar

Das Basisprodukt für Hochverfügbarkeit ist SvSAN, das als Software-Schicht für den Technologiestapel von Stormagic fungiert. Mit seinem Witness-Client stellt es sicher, dass zwischen zwei gespiegelten Netzwerkknoten (Servern) stets der gleiche Stand vorliegt. Doch wenn eine oder mehrere Komponenten eines Servers ausfallen sollte, sorgt der Witness-Client dafür, dass der jeweils andere Server die nötigen Aufgaben übernimmt. Mit einer maximalen Latenzzeit von 3.000 Millisekunden ist der Client auch für leistungsschwache Netzwerke geeignet und unterstützt bis zu 1.000 Cluster. Mithilfe der Stormagic-Cloud lässt sich Witness auch as-a-Service betreiben.

Der nächste Schritt besteht in der ebenfalls Cloud-basierten Lösung Edge Control. Wie der Name schon nahelegt, dient sie der Überwachung und Steuerung virtualisierter Infrastrukturen am Edge, auch mit Fleet-Management. Neu ist seit August 2024 das Produkt SvHCI, die „kostengünstigste HCI-Lösung für den Edge“, so Chief Marketing und Product Manager Bruce Kornfeld. Die Komponenten sind flexibel je nach Kundenwunsch anpassbar.

Sicherheit

Da SvHCI bereits SvSAN umfasst, ist die Hochverfügbarkeit gesichert, auch zwischen VMs. Der Failover zwischen VMS erfolge binnen 30 ms, so Kornfeld. Backups von VMs erfolgen mit der Software von Veeam, Acronis oder Commvault. Die Lösung stellt zudem sichere FIPS-140-2-konforme Verschlüsselungstechnologie und Air-Gapping bereit. Sie soll um 85 Prozent kostengünstiger als der Mitbewerb sein. Durch die prädiktive Storage-Pufferung erhöhe sich die Lese-/Schreibleistung.

Kostenvorteile

Großer Pluspunkt ist nach Kornfelds Worten der Kostenvorteil gegenüber anderen HCI-Angeboten wie etwa von Nutanix oder VMware vSAN, aber auch dem Azure HCI Stack. Der Preis für den vollen HA-Stapel mit 2 TB Kapazität inklusive SvSAN liegt laut Kornfeld bei 2.049 US-Dollar (ein Node für ein Jahr), bei 2 Nodes sind das 4.098 US-Dollar – immer noch 21 Prozent weniger als bei der gleichwertigen Lösung von VMware. Bei einer Laufzeit von fünf Jahren pro Abo für die maximale Kapazität von 48 TB auf mindestens zwei Knoten beträgt der Preis 46.656 US-Dollar; das seien 62 Prozent weniger als bei dem gleichwertigen Angebot von VMware (122.400 US-Dollar). Einer der Hauptgründe für diese Unterschiede: VMware rechnet pro CPU-Core ab, Stormagic pro Knoten.

SvHCI steht für Windows- und Linux-Betriebssysteme bereit. Die x86-Server können von HPE (Stormagic ist seit Jahren präferierter HPE-Partner im Channel), Supermicro, Lenovo und Dell kommen. Der Vertrieb erfolge ausschließlich über den Channel. „Einer unserer deutschen Kunden im Manufacturing-Bereich hat SvHCI schon in der Beta-Phase bestellt“, berichtet Kornfeld erfreut.

Nun hat Stormagic weitere Neuerungen für SvHCI vorgestellt. Dazu gehören Snapshots von VMs, was deren Sicherheit erheblich erhöht. Bis zu 16 Snapshots können von einer VM angefertigt werden, sei sie nun in einer HA-Konfiguration vorhanden oder nicht. Zudem sollen sich künftig VMs automatisiert und kostengünstig nach SvHCI migrieren lassen. Für den Import stellt Stormagic einen Wizard bereit.

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Da sich das Edge auf zahlreichen Endgeräten und Maschinen realisieren lässt, ist ein Fleet-Management ein Werkzeug, das viele Aufgaben automatisieren kann. Dieses Werkzeug, das Tausende von Edge-Sites verwaltet, wird in Edge Control unternehmensweit implementierbar sein, so Bruce Kornfeld, und sowohl eine Systemsicht als auch ein Dashboard bereitstellen. Es sei kompatibel mit den Hypervisoren Hyper-V, SvHCI, KVM und vSphere.

Künftig soll SvHCI auch Cluster in „Metro“-Umfang unterstützen, also ein Gebäude, einen Uni-Campus oder auch eine ganze Stadt. Virtualisierung wird ein Schwerpunkt sein: virtuelle NICs, virtuelle Disks und bis zu 50 HA-geschützte VMs pro Cluster.

Hammerspace

Hammerspace orchestriert mit seiner Storage-Software globale Dateitransfers. Der US-Anbieter hat bei seinen Kunden herausgefunden, dass teurer NVMe-Speicher in Silos steckt und zu wenig genutzt wird, so etwa in Nvidias DGX- und HGX-GPU-Appliances. „Heutige GPU-Server weisen 60 bis 500 Terabyte Speicher auf, und nächstes Jahr sind 2 Petabyte pro Server möglich“, berichtet Marketingleiterin Molly Preston. „Solche externen Speichersysteme verbrauchen eine Menge Energie und kosten viel, bis sie sich amortisiert haben.“

Die jüngste Version 5.1 der Hammerspace-Software soll diese Mengen ungenutzten Speichers lokalen Nutzern zugänglich machen, so dass sie ihn sich teilen können. Version 5.1 transformiert den NVMe-Storage in sehr schnellen gemeinsamen Storage der Ebene 0, der in Mikrosekunden arbeitet. (Ebene 1 arbeitet mit Millisekunden, Ebene 2 mit Sekunden, ein Archiv mit Minuten.)

Die freigegebene Kapazität kommt allen Nutzern zugute, alle KI-Apps profitieren von der erhöhten Geschwindigkeit und Häufigkeit, mit der bei den Abläufen Checkpoints angelegt werden, denn nun werden GPU-Zyklen hinzugewonnen. Der Zeitraum, bis sich die GPU-Infrastruktur amortisiert hat, wird dadurch verkürzt. Mal angenommen, 30 PB lokaler SSD-Storage auf Tier 0 plus 20 PB NVMe-Storage auf Tier 1 seien weitgehend ungenutzt, so würde die Umwandlung beide Kapazitäten vereint auf Tier 0 zur Verfügung stellen.

Die Einsparungen sind in einem Rechenzentrum schnell spürbar: GPU-Nutzung, Amortisation, Kapazität, Energie, Platz, Zusatz-Hardware – alles ist betroffen. Weitere Verbesserungen in v5.1 drehen sich um GPUDirect, die S3-API-Nutzung sowie die Protokolle SMB und NFS, die nun austauschbar genutzt werden können, um File- und Objektspeicher zu unterstützt.

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Fadu

Fadu ist ein südkoreanischer Hersteller von Flash-Memory-SSDs mit NVMe-Komponente, der sich auf den Controller des Laufwerks fokussiert. Sowohl der PCIe-Bus als auch der NVMe-Standard entwickeln sich rasch weiter, was es Fadu erlaubt, sich zu differenzieren, berichtet Jonmichael Hands, der Senior VP für die Produktplanung.

Gebaut werden die SSDs von Herstellern wie Western Digital und SK Hynix, die Hyperscaler und Großunternehmen beliefern. Der Vertrieb der zweiten Baureihe wie etwa dem Modell „Echo“ erfolgt durch OEMs, ODMs, direkt, im Channel und durch Distributoren in verschiedenen Formfaktoren. „Einer unserer wichtigsten Technologiepartner ist Meta“, berichtet Hands.

Drei Modelle mit unterschiedlicher PCIe-Bus-Unterstützung sind verfügbar: Alpha mit PCIe 3.0 und NVMe 1.4, Beta mit PCIe 4 und NVMe 1.4 sowie Delta mit PCIe 5 und NVMe 2.0. Neu ist das Modell „Echo“, das eine PCIe-5.0-SSD in einem NAND-Gehäuse enthält; eine QLC-Version ist für 2025 geplant. Seine 64-bit-RISC-V-Architektur mit 16 Kanälen soll bei einer Übertragungsrate von 64 GBps nur die Hälfte des Strombedarfs der Konkurrenzprodukte beanspruchen. Zuverlässigkeit und Sicherheit seien verbessert worden, und die NVMe-Leistung unterstütze besonders Cloud-Workloads, so Hands. „Die Performance nutzt den PCIe-5-Standard voll aus“ und unterstützt ihn durch Flexible Data Placement (FDP).

Das Modell „Sierra“ sei für 2026 geplant und solle den kommenden Standard PCIe 6.0 in der SSD mit 28 GBps Übertragungsgeschwindigkeit unterstützen. Dessen Controller soll Funktionen für Memory (schon Echo umfasst 80 GB sowie 10 MB SRAM) und Switching enthalten. Mit jeder Generation des PCIe-Standards verdoppelt sich dessen Leistung, so dass bereits Sierra eine Bandbreite von 6,9 Millionen IOPS erzielen werde, so Hands. Das sei für schnelle KI-Workloads wie etwa Modelltraining ausreichend.

SCSI Trade Association (STA)

Cameron Brett ist der Vorsitzende der SNIA SCSI Trade Association (STA) und kommt vom Hersteller Kioxia America (vormals Toshiba America). Er ist auch für das Marketing des NVM-Express-Standards zuständig und konnte daher die neuesten Entwicklungen und Planungen präsentieren.

Die jüngsten Neuerungen im SAS-Standard:

  • Command Duration Limits (CDLs) geben dem Nutzer die Kontrolle über Latenzzeiten und helfen damit, SLAs einzuhalten.
  • „Formatierung mit Voreinstellungen“ ermöglicht die Formatierung als SMR- oder CMR-Festplatte. Das hilft, die Zahl der Artikelnummern (SKU) zu verringern.
  • Persistente Verbindungen erhöhen die Fähigkeit, eine Verbindung aufrechtzuerhalten, was zu geringerem Verwaltungsaufwand und höherer Leistung verhilft.
  • Der SlimSAS-HD Konnektor (SFF-TA-1016) ist ein neuer Konnektor, der unter anderem kompatibel zu internen CopperLink-Kabeln ist.
  • In Erwägung befindet sich die „SPDM Capability“: Sie dient der Authentifizierung von Geräten und trägt so zur Systemsicherheit bei.

NVMe-News

„NVMe hat seit Januar 2024 drei neue Spezifikationen und acht Updates von Spezifikationen erhalten“, berichtete Brett. Die neuen Specs betreffen Subsystem Local Memory, den Befehlssatz für Rechenprogramme und die NVMe Boot Specification 1.1. Für den Datentransfer besonders bedeutsam sind die aktualisierten Specs für NVMe over RDMA. NVMe over PCIe und NVMe over TCP.

Zu den Bereichen, die die Neuerungen betreffen, gehören Fabrics-Enhancements wie die Boot-Spezifikation, Security-Enhancements wie Key per I/O, die Migration von Daten und VMs (Live Migration), das skalierbare Ressourcen-Management und die erwähnten Specs „Subsystem Local Memory“, „Computational Storage“ und – wie bei Fadu zu sehen – „Flexible Data Placement“. Da NVMe sowohl in KI und Cloud als auch im Unternehmensbereich zunehmend genutzt wird, um niedrige Latenzzeiten zu erzielen, dürften die Stückzahlen (in TB) zwischen 2025 und 2028 exponentiell ansteigen, wie das Forum vorhersagt.

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Am 6. August 2024 wurde der Standard 2.1 für NVMe verabschiedet. 71 Vorschläge wurden angenommen und zur Debatte gestellt, und das ist nur der Anfang. Zu den geplanten Leistungsmerkmalen, die Cameron Brett in seiner Roadmap für 2025 auflistete, gehören: NVMe-Support für CXL (Compute Express Link), Quality of Service, Fabric Resiliency und Post Quantum Security.

Brett bejahte, dass der SAS- mit dem NVMe-Standard zusammenwachse und künftig SAS-Geräte wie Festplatten mit dem NVMe-Standard kooperierten. Sofort richtete sich das Augenmerk darauf, was Seagate und Western Digital mit diesen Vorteilen anfangen werden.

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(Bild: Storage-Insider)

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Die Themen im Überblick:

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