IT-Awards 2018

Die beliebtesten Backup- und DR-Anbieter 2018

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Peter Schmitz

Ein funktionierendes Backup- und Disaster-Recovery-System ist ein essenzieller Bestandteil einer jeden IT-Infrastruktur.
Ein funktionierendes Backup- und Disaster-Recovery-System ist ein essenzieller Bestandteil einer jeden IT-Infrastruktur. (© Sikov - stock.adobe.com)

Wenn es um Datensicherheit geht, sind Backup und Disaster Recovery (DR) regelrechte Klassiker in der Unternehmens-IT. Sie sorgen dafür, dass geschäftskritische Informationen jederzeit geschützt sind und sich im Notfall in kurzer Zeit wiederherstellen lassen. In der Praxis sollte daher sichergestellt werden, dass diese beiden Bereiche optimal miteinander harmonieren.

Ein Datenverlust ist schnell passiert: Ob defekte Geräte, Softwarefehler oder gar Datendiebstahl – ist der Schaden erst mal entstanden, ist guter Rat teuer. Wohl dem, der für diesen Fall eine belastbare Backup-Strategie und entsprechende Disaster-Recovery-Möglichkeiten angelegt hat. Dies ist aber immer noch nicht überall der Fall.

So konnten laut Zahlen des Eco-Verbands im vergangenen Jahr nur 78 Prozent der Unternehmen nach einer Ransomware-Attacke ihre Daten wiederherstellen. Die häufigsten Verlustszenarien waren demnach technische Ausfälle (33 Prozent), zufällige Schäden (18 Prozent) sowie Infektionen mit Malware oder Cybercrime-Angriffe (13 Prozent).

Die Leser von Storage-Insider haben abgestimmt. Beim Klick auf die Bildergalerie sehen Sie die drei beliebtesten Anbieter von Backup- und Disaster-Recovery-Lösungen 2018:

Kriterien für den Einsatz

In jedem Unternehmen liegt eine andere IT-Architektur vor, die jeweils individuelle Ansprüche an ein Backup- und Disaster-Recovery-Konzept stellt. Laut aktuellen Umfragen legen Firmenkunden vor allem Wert auf schnelle Wiederherstellung ihrer geschäftskritischen Daten im Ernstfall. Dies ist der Entwicklung hin zu immer schnelleren Geschäftsabläufen geschuldet, deren Ausfall in kurzer Zeit hohe finanzielle Einbußen zur Folge haben kann. Zudem sind viele Unternehmen besonders an möglichst einfacher Implementierung und Verwaltung der entsprechenden Lösungen interessiert. Die entstehenden Gesamtkosten spielen dabei häufig nur eine nachgelagerte Rolle.

Kurz zusammengefasst beherrscht das optimale Backup- und Disaster-Recovery-System die kontinuierliche, automatisierte Sicherung und schnelle Wiederherstellung aller vorhandenen Daten und Workloads – sowohl On-Premises, in der Cloud und in virtuellen Maschinen. Zudem bietet es eine zentrale Steuerung mit einfacher Verwaltung der entsprechenden Vorgänge.

Cloud als Alternative

Viele Unternehmen setzen dazu nach wie vor fragmentierte, lokale Backup-Systeme ein. Sie umfassen häufig verschiedene Lösungen und decken dabei möglicherweise auch noch mehrere Firmenstandorte ab. Derartige Konstruktionen sind unübersichtlich, wartungsintensiv und damit fehleranfällig. Zudem lassen sie sich nur schwer im Rahmen eines Testlaufs auf ihre Praxistauglichkeit prüfen. Kommt es zu einem Ausfall, nimmt die Wiederherstellung verlorener Daten oft viel Zeit in Anspruch – oder scheitert im schlimmsten Fall ganz.

Für Abhilfe sorgt eine konsolidierte Strategie, die beispielsweise auf Basis eines Cloud-basierten Backup-as-a-Service- (BaaS) oder Disaster-Recovery-as-a-Service-Dienstes (DRaaS) umgesetzt werden kann. Im hier skizzierten Szenario bietet dies mehrere Vorteile: Der hohe Wartungsaufwand entfällt, die zentrale Verwaltung aller Standorte ist mit wenigen Mausklicks möglich und Testläufe lassen sich mit geringem Aufwand realisieren. Zudem sind durch den Einsatz von Cloud-Diensten besonders niedrige Recovery Time Objectives (RTOs) zu erzielen. Die Wiederherstellung von einzelnen Dateien über ganze virtuelle Maschinen bis hin zu Datenbanken und Servern ist meist in wenigen Minuten erledigt.

Trends und Entwicklungen

Allgemein herrscht am Markt für Backup- und Disaster-Recovery-Lösungen stetige Weiterentwicklung. Ein Trendthema sind beispielsweise physische Appliances für das Rechenzentrum vor Ort, die bereits mit vorkonfigurierter Backup- und Restore-Software ausgestattet sind oder dediziert die Deduplizierung und Datenkomprimierung übernehmen. Laut den Marktforschern der Enterprise Strategy Group kommen derartige zweckgerichtete Systeme bereits in fast zwei Drittel (64 Prozent) aller Unternehmen zum Einsatz. Sie sind einfach zu implementieren und zu verwalten und daher besonders gut für kleine und mittelständische Unternehmen geeignet.

Ein weiterer Trend sind Failover-Appliances. Dabei handelt es sich um Systeme, die speziell auf die Bereitstellung von Hochverfügbarkeit ausgerichtet sind und den Backup- und Wiederherstellungsprozess stark automatisieren. Sie werden in der Regel entweder lokal oder an einem sekundären Standort betrieben und ermöglichen im Ernstfall eine nahezu nahtlose Weiterführung des Geschäftsbetriebs – in vielen Fällen bemerken Anwender gar nicht, dass sie auf ein Failover-System umgeleitet wurden. Derartige Appliances sind insbesondere dann interessant, wenn es um die Einhaltung von Service Level Agreements (SLAs) oder besonders schnelle Recovery-Ziele geht.

Im Cloud-Bereich etablieren sich zudem derzeit Cloud-Gateway-Appliances. Diese Systeme kümmern sich um den Datenverkehr und die Replizierung zum jeweiligen Dienstanbieter. Sie verschlüsseln die übertragenen Daten und sorgen mittels Deduplizierung für reduzierte Bandbreitenauslastung. Außerdem stellen sie einen lokalen Cache bereit, der den sofortigen Zugriff auf jüngste Backups ermöglicht.

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