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Die beliebtesten Objekt- und Langzeitspeicher 2018

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Peter Schmitz

Aufgrund der Kombination aus immer mehr Daten unterschiedlichster Herkunft und dem Bedarf an kosteneffizienter Speicherung zur späteren Analyse sind Objektspeichersysteme auch in Zukunft ein interessantes Thema.
Aufgrund der Kombination aus immer mehr Daten unterschiedlichster Herkunft und dem Bedarf an kosteneffizienter Speicherung zur späteren Analyse sind Objektspeichersysteme auch in Zukunft ein interessantes Thema. (Bild: Pixabay / CC0)

Von Jahr zu Jahr nehmen die Datenberge immer weiter zu. Die Marktforscher von IDC erwarten bis 2025 eine weltweite Datenmenge von rund 163 Zettabyte – 60 Prozent davon sollen dann allein auf Unternehmen entfallen. Effiziente Systeme zur Speicherung, Verwaltung, Nutzung und Archivierung der Informationen sind deshalb unumgänglich. Object Storage bietet hier als Langzeitspeicher Lösungen an.

In Zeiten von Industrie 4.0, dem Internet der Dinge und dem weiterhin zunehmenden Einsatz digitaler Technologien nimmt der Strom an Daten aus unterschiedlichsten Quellen kontinuierlich zu. Unternehmen stellt das zunehmend vor Probleme: Die Informationen wollen nicht nur gespeichert, sondern auch verarbeitet, analysiert und schließlich archiviert werden.

Klassische Ansätze, wie etwa hierarchisch strukturierte und dateibasierte NAS-Architekturen oder blockbasierte SAN-Systeme, werden den Anforderungen in vielen Fällen kaum gerecht und sind in den benötigten Dimensionen teuer im Unterhalt. Objektspeicher eignen sich dagegen für unstrukturierte Datenmengen im Petabyte-Bereich und darüber hinaus. Zudem punkten sie mit vergleichsweise überschaubaren Kosten und hoher Skalierbarkeit.

Die Leser von Storage-Insider haben abgestimmt. Beim Klick auf die Bildergalerie sehen Sie die drei beliebtesten Anbieter von Objekt- und Langzeitspeichern 2018:

Grundlegende Funktionsweise

In Objektspeichersystem werden Daten zusammen mit ihren externen Dateiattributen, Metainformationen und anwendungsspezifischen Parametern zu einem dedizierten Objekt zusammengefasst. Es erhält eine einzigartige Kennung („Unique Identifier“), über die das Datenpaket im Objektspeicher auffindbar ist. Da die Objekte über diese ID jederzeit schnell und unabhängig von ihrem tatsächlichen Speicherort abrufbar sind, werden Indizierung, Datennutzung und die Suche nach bestimmten Inhalten vereinfacht.

Die Ablage der Objekte selbst erfolgt in einem skalierbaren Speichergrid, das aus einer beliebigen Anzahl an Knoten („Nodes“) besteht. Der Objektspeicher selbst bildet ein einziges logisches System, unabhängig von der Anzahl der vorhandenen Nodes oder deren geografischer Standorte. Die flache Hierarchie in einem einzigen Namensraum vereinfacht die Verwaltung des Objektspeichers erheblich. Für die Kommunikation zwischen Anwendungen und Speicher sind HTTP-ReST-Schnittstellen („Representational State Transfer“) zuständig.

Sicherheit für große Datenmengen

Object Storage eignet sich vor allem zur Speicherung großer, unstrukturierter Datenmengen, die selten oder gar nicht mehr verändert werden. Wird ein bereits vorhandenes Objekt modifiziert, entsteht entweder ein zusätzliches Objekt unter einer neuen, eindeutigen Kennung oder das bereits vorhandene Objekt erhält eine ergänzende Versionsnummer. Dieses Verfahren sorgt dafür, dass Änderungen zu jeder Zeit rück- und nachverfolgbar sind. Auf diese Weise wird die sichere Aufbewahrung unter Einhaltung von Compliance-Vorgaben gewährleistet.

Selbstverständlich müssen auch Objektspeicher dafür sorgen, dass die Daten jederzeit verfügbar und vor Verlust geschützt abgelegt sind. Ein gängiges Verfahren ist dabei die mehrfache Objektreplikation, die mittels Erasure Coding umgesetzt und überwacht wird. Es versieht die Daten mit Paritätsinformationen, zerlegt sie in Blöcke und verteilt die Bruchstücke dann weitläufig auf zum Speichergrid zählende Nodes, Speichermedien oder Rechenzentren. Auf diese Weise ist stets sichergestellt, dass sich die Daten auch beim Ausfall mehrerer Komponenten verfügbar bleiben.

Eine Variante davon ist das Geo-Spreading: Dabei werden die per Erasure Coding erzeugten Daten zu jeweils einem Drittel auf drei geografisch voneinander getrennte Standorte verteilt. Dies sorgt für höhere Datenverfügbarkeit und Resilienz bei gleichzeitig reduzierten Kosten. Objektspeicher erzielen durch diese Verfahren eine extrem hohe Datenbeständigkeit, die Verluste oder unlesbare Informationen extrem unwahrscheinlich macht.

Blick in die Zukunft

Aufgrund der Kombination aus immer mehr Daten unterschiedlichster Herkunft und dem Bedarf an kosteneffizienter Speicherung zur späteren Analyse sind Objektspeichersysteme auch in Zukunft ein interessantes Thema. Durch ihren Aufbau ermöglichen sie praktisch beliebige Skalierbarkeit bei gleichzeitig hoher Datensicherheit. Zudem sind Objektspeicher dank der umfangreichen Data-Tagging-Möglichkeiten sehr gut für das Zusammenspiel mit modernen Analysesystemen auf Grundlage von KI- oder Machine-Learning-Verfahren geeignet. Da Objektspeicher Software-basiert sind, lassen sie sich je nach Bedarf On-Premises oder über Cloud-Ressourcen nutzen.

Aktuelle Marktdaten bestätigen diesen Trend: So erwarten die Marktforscher von Market Research Future für das Jahr 2023 ein Marktvolumen von rund 6 Milliarden US-Dollar im Segment der Cloud-Objektspeicher. Bis dahin soll die durchschnittliche jährliche Zuwachsrate („Compound Annual Growth Rate“, CAGR) bei rund 14 Prozent liegen. Als Markttreiber gelten vor allem Cloud Computing, Big Data Analytics und das Internet der Dinge.

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